Köstinger: Plastiksackerl-Verbrauch um 122 Mio. Stück seit 2014 gesunken

Freiwillige Aktion „Pfiat di Sackerl“ zeigt Wirkung: 20 Prozent weniger Plastiksackerl

„Plastiksackerl belasten unsere Umwelt, insbesondere Gewässer und bedrohen ganze Ökosyteme. Umso erfreulicher, dass die Aktion „Pfiat di Sackerl“ greift. Der positive Bericht macht deutlich, was wir gemeinsam alles erreichen können. Die beteiligten Unternehmen übernehmen Verantwortung und treten aktiv für Umweltschutz, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung ein“, so Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger zum Jahresbericht 2018 zur Vermeidung von Tragetaschen.

Durch die Einsparungen bzw. entgeltliche Abgabe von Sackerln konnten die Partner den Jahresverbrauch an Kunststoff-Tragetaschen seit dem Vergleichsjahr 2014 um 20 Prozent reduzieren. Das entspricht einer Reduktion der Gesamtzahl an Plastiksackerln von 112 Millionen Stück. Der Rückgang der leichten Kunststofftragetaschen (sogenannte Obstsackerl) beträgt 13%, bei den schweren Plastiksackerl sogar 71%.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier: http://bit.ly/2tkDBmp

Die Aktion „Pfiat di Sackerl“ wird vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) initiiert, 14 österreichische Unternehmen nehmen an der Aktion teil. Im Juli 2016 wurde die freiwillige Vereinbarung zur Reduktion von Einweg-Tragetaschen wirksam. Immer mehr Unternehmen schließen sich dem Pakt an, zusammen halten die Partner mittlerweile einen Marktanteil von rund 30 Prozent. „Hier ist eine Allianz zwischen dem Handel und den Konsumenten wichtig“, sagt Köstinger. „Jeder einzelne kann etwas beitragen indem er sich für wiederverwendbare Tragtaschen entscheidet. Gemeinsam können wir den Verbrauch weiter senken, das ist unser Ziel.“

EU-Vorbild Österreich

Die EU hat – auch auf Initiative Österreichs – mit einer Änderung der Verpackungsrichtlinie die Mitgliedstaaten beauftragt, die Anzahl der Kunststofftragetaschen bis 2019 auf jährlich maximal 90 „Sackerl“ pro Person zu reduzieren. Die freiwillige Vereinbarung des BMNT mit österreichischen Handelsunternehmen, Greenpeace und Global 2000 geht über das von der EU gesetzte Ziel hinaus. Demnach soll in Österreich die Anzahl der Plastiksackerl auf die Hälfte verringert und generell auch Einwegtaschen aus anderen Materialien, wie z.B. Papier, reduziert werden. 

Was besagt die Vereinbarung?

Einwegtragetaschen aller Materialien werden nur mehr kostenpflichtig abgegeben. Ausgenommen sind die sogenannten Knotenbeutel in den Frischebereichen wie Gemüse- und Obstabteilungen. Um auch in diesem Bereich eine Verringerung zu erreichen, liegen diese nicht mehr im Kassabereich zur freien Entnahme auf. Zusätzlich sollen Konsumentinnen und Konsumenten besser informiert, Mehrwegtragetaschen forciert und nachhaltige Umweltprojekte gefördert werden. Um die Fortschritte beurteilen zu können, veröffentlicht das BMNT jährlich einen Bericht, basierend auf den Daten der unterzeichnenden Unternehmen.

Nähere Informationen: www.bmnt.gv.at

Beteiligt sind folgende Unternehmen

C & A Mode GmbH & Co KG
Deichmann Schuhvertriebsgesellschaft mbH
Eduscho Austria GmbH
Hofer KG

Lidl Österreich GmbH

Media-Saturn Beteiligungsges.mbH

MPreis Warenvertriebs GmbH

Reiter Betten & Vorhänge GmbH

REWE Group (Billa, Merkur, Penny)

Spar österreichische Warenhandels-AG

SSI Schäfer Shop GmbH

Sutterlüty Handels GmbH

Unimarkt Handelsges.mbH & Co, KG

 

Stellungnahmen der Unternehmen:

Reiter Betten & Vorhänge GmbH

„Betten Reiter ist bis dato der einziger Unterzeichner der Tragetaschenvereinbarung aus der Branche Möbel und Heimtextilien.  

Wir danken unseren Kunden und Kundinnen, dass Sie uns bei der Reduktion von Plastikmüll so begeistert unterstützen und dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere schöne Umwelt leisten!“ DI Peter Hildebrand, Geschäftsführung

SPAR Österreichische Warenhandels AG

„Jede Tasche, die nur einmal verwendet wird, ist schlecht für die Umwelt. Daher trägt SPAR zur Reduktion von Plastiksackerln vor allem durch praktische und ökologisch sinnvolle Mehrwegtaschen bei. Neben den beliebten Permanent-Tragetaschen im SPAR Veggie- und INTERSPAR-Design testen wir derzeit eine biobasierte und biologisch abbaubare Mehrwegtasche sowie das Wiederverwendbar-Sackerl für Obst und Gemüse – beide mit sehr positivem Kundenfeedback“, SPAR-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel

LIDL Österreich GmbH

„Wir haben uns vorgenommen, den Einsatz von Plastik bis 2025 um weitere 20 % zu reduzieren. Dafür haben wir viele Maßnahmen geplant oder bereits umgesetzt. Ein Beispiel dafür ist, dass wir den Einsatz von wiederverwendbaren Tragetaschen forcieren. Das Bewusstsein der Kunden dafür wird immer besser, wir sind gemeinsam auf einem guten Weg." Christian Schug, Vorsitzender der Geschäftsleitung

HOFER

HOFER hat im Rahmen der Vereinbarung zur Vermeidung von Tragetaschen vor allem bewusstseinsbildende Maßnahmen in den Mittelpunkt gestellt. Denn eine veränderte Einstellung der Kunden zu Tragetaschen schlägt sich auch am Point of Sale in den Kaufentscheidungen nieder. Aufgrund der gesteigerten Nachfrage haben wir das Angebot an wiederverwendbaren Tragetaschen aus ressourcenschonenden Materialien ausgebaut, besonders beliebt sind beispielsweise unsere „Kulttragetaschen“, welche von renommierten Künstlern gestaltet wurden.

Handelsverband

„Der Erfolg unserer freiwilligen Vereinbarung zur Vermeidung von Tragetaschen setzt sich ungebremst fort. Dank ‚Pfiat di Sackerl‘ konnten seit 2014 mehr als 111 Millionen Kunststofftragetaschen eingespart werden. Für den Handelsverband als zentrale Meldestelle ist dies eine eindrucksvolle Bilanz. Österreich ist bereits jetzt ein Musterbeispiel für viele anderen EU-Staaten, deren Jahresverbrauch deutlich höher liegt.“ Geschäftsführer Rainer Will

MediaMarktSaturn Österreich

„Wir sind seit 2016 Kooperationspartner der Vereinbarung zur Reduktion von Plastiktragetaschen, da diese Initiativen für uns eine wichtige Maßnahme zur Konsumentensensibilisierung betreffend Müllvermeidung darstellt. Die Anzahl ausgegebener Tragetaschen konnten wir mittlerweile bei MediaMarkt maßgeblich reduzieren, zudem haben wir bei Saturn Anfang 2018 alle Einweg-Tragetaschen vollständig verabschiedet. Stetige Konsumenten- und Mitarbeiterinformation und umfassende Maßnahmen zur Optimierung unserer CO2-Werte runden unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten wirkungsvoll ab.“

Sigrid Anna Kuhn, Leitung Corp.Comm. & Sustainability

REWE

„Es war ein großer Erfolg, dass die REWE International AG mit BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA und ADEG über die freiwillige Vereinbarung mit anderen Händlern hinaus das Einweg-Plastiksackerl gänzlich aus dem Verkauf genommen hat und die KundInnen die Maßnahmen auch entsprechend unterstützt haben, zB. mit verstärkten Mehrfachnutzungen und der Nachfrage nach Alternativen wie Permanent- oder Papiertragetaschen.

Um Kunststoff auch weiterhin zu reduzieren, entwickeln wir weitere Maßnahmen wie Natural Branding bei Obst- und Gemüseartikeln, Greenpackaging bei Ja! Natürlich oder wiederverwend- und waschbare Mehrwegnetze im Obst und Gemüsebereich.“ Tanja Dietrich-Hübner, Leiterin Stabstelle Nachhaltigkeit REWE International AG

C & A Mode

C & A Mode hat sich als erster Textilunternehmen in Österreich der freiwilligen Selbstverpflichtung des Handels angeschlossen, Plastiksackerl nicht mehr kostenlos abzugeben.   Die Reduktion des Energieverbrauches trägt zum globalen Ziel bei, den CO2-Fußabdruck in den Filialen, Verteilerzentren und Büros bis 2020 um 20 % zu senken.
Es ist uns eine große Freude mitteilen zu können, dass wir bereits eine deutliche Reduktion unserer Plastiksackerl von 2016 auf 2017 erreichen konnten und der Trend sich auch zu Jahresbeginn 2018 weiterhin positiv fortsetzt.

Deichmann GmbH

„Umweltschutz und regionales Engagement haben bei Deichmann einen hohen Stellenwert. Seit dem Jahr 2016 widmet sich Deichmann der Reduktion von Plastik in der Umwelt und hebt dazu zehn Cent pro Plastik-Einwegtragetasche ein. Der Verbrauch von Plastiksackerl in den Filialen konnte bereits um 55 % reduziert werden. Den Erlös der Aktion investierte Deichmann in vollem Umfang in gemeinsame Projekte mit dem Umweltbundesamt.“ Silvia Kosbow, Prokuristin, Leiterin Marketing und Kommunikation Mittel- und Südosteuropa (CSEE)

Eduscho Austria GmbH

„Auf dem Weg zu einer 100 % nachhaltigen Geschäftstätigkeit haben wir 2015 mit der Umstellung auf Mehrwegtaschen einen wichtigen Schritt zur Entlastung der Umwelt getan. Und ganz entscheidend: beim Verbraucher Bewusstsein für nachhaltigen Konsum geschaffen. Das signalisieren wir mit eigenen Aktivitäten, wie unsere aktuelle Kampagne am POS „Länger für mich da. Besser für die Umwelt.“ zeigt oder auch durch branchenübergreifendes Engagement wie das Mittragen des Abkommens zur Plastiksackerlreduktion des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit.“

Mag. Manuela Schneider, Leiterin Corporate Responsibility

UNIMARKT Gruppe GmbH

„Unimarkt ist ein Partner der ersten Stunde, da wir der Umwelt nachhaltig etwas Gutes tun möchten. Gerade als regionaler Lebensmittelhändler sind wir uns der Verantwortung, die wir gegenüber unserer Erde haben, bewusst. Daher sind wir als Unternehmen nun auch noch einen Schritt weitergegangen und sind seit Anfang 2018 auch ein zertifiziertes-klimaneutrales Unternehmen. Durch solche Aktionen wollen wir bei unseren Kunden ein besseres Bewusstsein für einen verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Rohstoffen schaffen umso unseren Planeten langfristig zu schützen.“

Veröffentlicht am 22.06.2018

Kontakt

Daniel Kosak Pressesprecher der Bundesministerin