Köstinger/Hofer: Heimische Bau-Expertise als Exportschlager für Klimaschutz

Green Planet Building zeichnet technologischer Vorreiter und Impulsgeber aus.

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wurde gestern zum ersten Mal der „Austrian Green Planet Building Award“ von Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), Generalsekretär Andreas Reichhardt in Vertretung von Norbert Hofer, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, verliehen. Austrian Green Planet Building ist die gemeinsame Dachmarke für nachhaltiges Bauen aus Österreich, der Award wird ausschließlich an österreichische Unternehmen und ihre internationalen Bauherren vergeben. Ausgezeichnet wurden vier Gebäude aus der ganzen Welt, die mit Hilfe heimischen Know-hows herausragende Leistungen erbracht haben.

Gebäude als Schlüssel für klimaneutrale Zukunft

„Aufgrund seiner Langlebigkeit ist der Gebäudesektor ein Schlüssel für langfristig wirksamen Klimaschutz und daher auch ein wichtiges Zugpferd unserer #mission2030. Was global viele vor große Herausforderungen stellt, setzt Österreich bereits erfolgreich um: mit dem klimaaktiv Gebäudestandard, den über 600 Gebäude in Österreich und hoffentlich bald viele weltweit erfüllen, sind wir international Pioniere und setzen neue Maßstäbe“, betont Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus. Inhaltlicher Impulsgeber des Gütezeichens ist klimaaktiv, die österreichische Klimaschutzinitiative und größte Mitmachbewegung des BMNT. Der klimaaktiv Gebäudestandard garantiert höchste Maßstäbe in den Kategorien Planung und Ausführung, Energie und Versorgung, Baustoffe und Konstruktion sowie Komfort und Raumluftqualität.

Österreich technologischer Vorreiter und Impulsgeber

„Der „Austrian Green Planet Building“ Award unterstreicht die rot-weiß-rote Innovationskraft beim energieeffizienten Bauen. Zahlreiche Forschungsinitiativen waren und sind ein konsequenter Treiber für die Entwicklung neuer Erkenntnisse und bahnbrechender Technologien. Dadurch ist Österreich im internationalen Vergleich ganz vorne dabei“, freut sich Norbert Hofer, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie anlässlich der Auszeichnung. Neben der richtigen Planung und Materialauswahl für einen energieeffizienten Bau braucht es auch fachliche Expertise, um diese innovative Architektur in allen Bauweisen umzusetzen – egal ob im konsequenten Holzbau, Ziegelbauwerken, der Stahlbetonbauweise oder im Umgang mit historisch wertvoller Bausubstanz. In all diesen Bereichen sind österreichische Betriebe und ExpertInnen internationale Vorreiter.

Vier internationale Leuchtturmprojekte dank österreichischem Know-how

Energieeffizienz, nachhaltige Bauqualitäten und innovative Architektur – diese und andere höchste Standards werden von den vier Vorzeigeprojekten bedient. „Die vier ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, dass heimische Unternehmen die global relevanten Themen vorantreiben. In unseren weltweit 110 Stützpunkten auf über fünf Kontinenten tragen wir österreichisches Branchenwissen und Partnernetzwerke erfolgreich ins Ausland“, unterstreicht Ulrike Rabmer-Koller, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich. Die AUSSENWIRTSCHAFT Austria ist die Internationalisierungs- und Innovationsagentur der Wirtschaftskammer Österreich.

Sheikh Zayed Desert Learning Center in Al Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Das Learning Center ist eines die energieeffizientesten und ambitioniertesten Gebäude in der gesamten Golfregion. Österreichisches Bau-Know-how begleitete das Projekt von der Planung bis zur Umsetzung und ermöglichte höchste Ansprüche bei der Lichtgestaltung, Haustechnik und nachhaltiger Kälteerzeugung. Darüber hinaus sorgen große Photovoltaikanlagen am Dach des Lernzentrums, Museums und Zentralgebäudes des gleichnamigen Zoos für ein großartiges Beispiel nachhaltiger Architektur.

Passiv-Haus Zhuozhou in Zhuozhou, China: Das Bürogebäude mit angeschlossenen Betriebswohnungen ist das allererste Gebäude in China, das nach den strengen Passivhaus-Kriterien offiziell zertifiziert wurde. Mit der Hilfe österreichischer Experten konnten niedrigste Energieverbräuche für Wärme, Warmwasser und Betrieb umgesetzt werden.

Österreichische Botschaft in Bangkok, Thailand: Das neue Botschaftsgebäude entspricht aufgrund seiner Energieeffizienz und seiner großen Photovoltaik-Anlage einem „Plus-Energie-Gebäude“, hat im Jahresbetrieb also eine positive Energiebilanz. Es setzt höchste Ansprüche an die Materialqualität: die Verwendung lokal verfügbarer Ressourcen wurde kombiniert mit moderner Architektur und höchsten Anforderungen an die Behaglichkeit. Das Gebäude ist beispielhaft für die gesamte Region und findet bereits große positive Resonanz in der Architektur- und Planungsszene.

Yryskeldi Qaji Ata Mehiti in Astana, Kasachstan ist die weltweit erste Moschee, die eine positive Strombilanz aufweist: Umfangreiche Photovoltaikanlagen rund um das gesamte Gebäude sorgen für deutlich mehr Ertrag, als im Gebäude elektrische Energie benötigt wird. Auch der Heizwärmebedarf konnte dank österreichischer Kompetenz auf 35 % des in Kasachstan sonst üblichen Werts reduziert werden.

Hintergrundinformationen

Das Austrian Green Planet Building nutzt das jahrzehntelange Wissen um Qualitätssicherung im Bereich des nachhaltigen Bauens. Wer nachhaltig für die Zukunft bauen will, muss vor allem eines tun: Den Klimaschutz und damit die Energieeffizienz der Gebäude und deren Versorgung mit erneuerbarer Energie ins klar erkennbare Zentrum der Überlegungen stellen. Das Austrian Green Planet Building erreicht dieses Ziel durch die Verwendung der in Österreich etablierten klimaaktiv Basiskriterien bei der Beurteilung der tatsächlichen Qualitäten von Gebäuden im Ausland. Durch diese Vorgangsweise wird im Vergleich zu umfassenden Zertifizierungssystemen Komplexität und Aufwand für alle Betroffenen reduziert, ohne dass die notwendigen Qualitäten des nachhaltigen Bauens verloren gehen.

Mehr zu Green Planet Building: www.greenplanetbuilding.at

Fotos der Veranstaltung: : www.bmnt.gv.at/fotoservice/Pressekonferenzen-Veranstaltungen-Fototermine/2018/agpba

Veröffentlicht am 09.05.2018

Kontakt

Daniel Kosak Pressesprecher der Bundesministerin