Patek: Wasserwirtschaft stellt sich der Herausforderung Klimawandel

Nationale und internationale Expertinnen und Experten diskutierten in Wien zum Thema Wasser im Wandel

Der jüngste Bericht des Weltklimarates macht die Auswirkungen des Klimawandels und der Erderwärmung auf die Gewässer unseres Planeten deutlich. Auch in einem wasserreichen Land wie Österreich zeigen sich schon jetzt klar erkennbare Spuren dieser Veränderungen. Um gemeinsam mit nationalen und internationalen Fachleuten Lösungen zu diskutierten, veranstaltet das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus erstmals eine Konferenz zum Thema „Wasser und Klima – Wasser im Wandel“. „Der Klimawandel findet statt. Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel sind die größten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Wir müssen die Zeichen des Klimawandels, die wir heute schon deutlich spüren, ernst nehmen und die richtigen Weichen für unsere Wasserressourcen stellen. Wasser ist für Mensch und Natur lebenswichtig und hat deshalb eine hohe Priorität bei der Umsetzung von Maßnahmen“, betont Bundesministerin Maria Patek anlässlich der Eröffnung der Konferenz heute im Wiener Museumsquartier.

Spannungsfeld von zu viel und zu wenig Wasser

Die fortschreitende Erderwärmung wurde vorige Woche auch seitens der größten US-Wetterbehörde bestätigt. So war der vergangene Monat global der wärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Folgen des Klimawandels zeigen sich auch in Österreich immer deutlicher. Die Ressource Wasser spielt dabei eine besonders wichtige Rolle – als Lebensgrundlage für Mensch und Natur, aber auch im Hinblick auf Trockenheit oder Hochwasser. Die aktuelle europäische Sicht zum Thema Wasser und Klimawandel erläutert der zuständige Generaldirektor der Europäischen Kommission Calleja Crespo, der mit seiner Anwesenheit auch die Bedeutung der Veranstaltung unterstreicht.

Österreich gehört zu den wasserreichsten Regionen der Welt. Die nachhaltige Sicherung der wertvollen Ressource Wasser zählt zu den zentralen Aufgaben des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. Die Ausgangsbedingen könnten besser nicht sein, wenn es um die verfügbaren Mengen, die Qualität und die unglaubliche Formenvielfalt des Wassers in Österreich geht. Die Wasserbilanz zeigt, dass uns jährlich etwa 86 km³ Wasser zur Verfügung stehen. Rechnet man alle Wasserreserven des Landes um, ergäbe das eine 1,5 m hohe Wassersäule über das gesamte Land.

In Österreich wurden enorme Anstrengungen unternommen, um die Infrastruktur in der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung aufzubauen. Dazu wurden rund 61 Mrd. Euro investiert. Daher sind mehr als 90 Prozent der Bevölkerung an öffentliche Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen angeschlossen. Der hohe Anschlussgrad an Kläranlagen hat auch die Gewässergüte in Österreich erheblich verbessert.

Höhere Temperaturen und längere Trockenperioden können auch in Österreich zur kleinräumigen Wasserknappheit führen. Um die Bevölkerung trotzdem mit dem nötigen Trinkwasser zu versorgen, wurden schon frühzeitig Maßnahmen wie der Bau von Verbundleitungen und die Erkundung von neuen Trinkwasser-Ressourcen gesetzt. Auch der sorgsame Umgang mit Wasser spielt eine wichtige Rolle und die Wahl der richtigen Kulturen in der Landwirtschaft.  Die steigenden Temperaturen von Oberflächengewässern wie Seen zeigen schon jetzt deutliche Auswirkungen, so zum Beispiel auf Fische und ihre Lebensräume. Die Gewässer erwärmen sich schneller als erwartet. Bereits 2020 ist in weiten Teilen Oberösterreichs mit Wassertemperaturen zu rechnen, die über zwei Grad höher liegen als noch vor 40 Jahren, zeigt eine aktuelle Studie.

Neben langen Trockenperioden verzeichnen wir auch häufigere, kleinräumige, extreme Niederschläge, die zu Überflutungen führen können. Der Schutz vor Hochwasser steht schon seit vielen Jahrzehnten hoch auf der Agenda des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. Jährlich werden 200 Mio. Euro in den Schutz vor Naturgefahren investiert und rund 2.000 Projekte zur Sicherung der Lebensräume erfolgreich umgesetzt. Und trotzdem muss man auch hier die neuen Klima-Szenarien verstärkt berücksichtigen, um Lebensräume weiterhin sicherer zu machen.

Neue Studie: Wasserschatz Österreichs

Um die Grundlagen für die nachhaltige Nutzung des Grundwassers zu schaffen, wird die Wasserkonferenz auch als offizielles Startsignal für eine neue Wasserstudie genützt. „Wir werden in dieser wichtigen Studie eine fachlich fundierte Grundlage für Planungen und Vorsorgemaßnahmen auf Basis der Klimaszenarien für das Jahr 2050 schaffen. Eine der zentralen Fragestellungen wird das Verhältnis zwischen Wasserbedarf für Trinkwasserversorgung, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft und den verfügbaren Grundwasserressourcen sein. Wir werden dabei eng mit den Bundesländern und wichtigen Stakeholdern zusammenarbeiten. Die Ergebnisse sollen im Dezember 2020 vorliegen“, erläutert der für Umwelt und Wasserwirtschaft zuständige Sektionschef, DI Günter Liebel in seinem Schluss-Statement.

 An der Konferenz nehmen rund 250 Personen aus den verschiedensten Fachbereichen aus ganz Österreich teil.

Veröffentlicht am 24.10.2019

Kontakt

Michael Strasser Pressesprecher der Bundesministerin