Thermische Behandlung von Abfällen

Eine nachhaltige Abfallbewirtschaftung bedingt eine thermische Behandlung von nicht vermeid- sowie stofflich nicht verwertbaren Abfällen.

Neben einer Inertisierung und Hygenisierung der Abfälle erfolgt die Immobilisierung bzw. Abtrennung der anorganischen und die Zerstörung der organischen Schadstoffe. Weiters wird durch die Volumenreduktion wesentlich Deponievolumen eingespart, der Energieinhalt der Abfälle genutzt und die Emissionsreduktion treibhausrelevanter Gase erreicht.

Ressourcenschonend wirkt sich der Ersatz von konventionellen Brennstoffen durch Abfälle aus, allerdings müssen solche Abfälle ausgewählt werden, die für die gegebene Verbrennungstechnologie inklusive Rauchgasreinigung auch hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Schadstoffgehalte geeignet sind.

 

Abfallverbrennungsverordnung

In Österreich wird die Verbrennung von Abfällen umfassend durch die Abfallverbrennungsverordnung (AVV, BGBl. II Nr. 389/2002 idF. BGBl. II Nr. 135/2013) geregelt. Die AVV gilt für gefährliche und nicht gefährliche Abfalle, die in Verbrennungsanlagen (Anlagen zur thermischen Behandlung von Abfällen mit oder ohne Nutzung der entstehenden Verbrennungswärme) oder in Mitverbrennungsanlagen (Anlagen mit dem Hauptzweck der Energieerzeugung oder der Produktion stofflicher Erzeugnisse) verbrannt werden.

Die AVV enthält v. a. Grenzwerte für Emissionen in die Luft (Anlage 1 und 2) sowie Vorgaben zu deren Einhaltung. Weiters werden in der AVV Grenzwerte für die Schadstoffgehalte von Abfällen, die in Zementanlagen, Kraftwerken und sonstigen Mitverbrennungsanlagen verbrannt werden, festgelegt. Darüber hinaus finden sich in der AVV detaillierte Vorgaben zur Probenahmeplanung, Probenahme und Durchführung der Untersuchungen von Abfällen, die in Mitverbrennungsanlagen verbrannt werden.

Ebenfalls festgelegt werden in der AVV die Anforderungen für das Vorliegen des Abfallendes von Ersatzbrennstoffen. Dabei wird zwischen Ersatzbrennstoffprodukten aus Holzabfällen und sonstigen Ersatzbrennstoffprodukten unterschieden. Die Grenzwerte orientieren sich an der Zusammensetzung von vergleichbaren konventionellen Brennstoffen.

Weißbuch - "Thermische Abfallbehandlung in Österreich"

Um der interessierten Öffentlichkeit sowie betroffenen Unternehmen und Institutionen einen allgemein verständlichen Einblick in die Thematik „Thermische Abfallbehandlung“ zu ermöglichen, wurde bereits im Jahr 1999 ein Weißbuch „Thermische Restmüllbehandlung in Österreich“ veröffentlicht, welches nunmehr in einer 2. und erweiterten Auflage vorliegt.

Ziel der Broschüre ist eine fachlich fundierte aber allgemein verständliche Darstellung wichtiger Rahmenbedingungen und Verfahren der thermischen Abfallbehandlung und Informationen zu häufig gestellten Fragen zu geben.

Das Weißbuch "Thermische Behandlung in Österreich" ist auch in englischer Sprache (Whitebook-International_2015-12-31_Endversion.pdf ) in einer 3. und erweiterten Auflage erhältlich.

Studie "Abfallverbrennung in Österreich" - Statusbericht 2006

Der vorliegende Statusbericht ermöglicht einen umfangreichen Blick auf die Abfallverbrennung in Österreich. Insbesondere durch die Vorgaben der Deponieverordnung waren deutliche Steigerungen der gesamten Behandlungskapazität zu verzeichnen.

So wurden im Jahr 2003 rund 950.000 Tonnen Abfälle in österreichischen Abfallverbrennungsanlagen thermisch behandelt während hingegen im Jahr 2005 bereits 1,8 Millionen Tonnen Abfälle verbrannt wurden. Neben der Entwicklung der Behandlungsmengen werden im Rahmen des Statusberichtes die abfallwirtschaftlichen und technologischen Aspekte der Abfallverbrennung in Österreich dargestellt sowie die angewendete Verfahrenstechnik der spezifischen Abfallverbrennungsanlagen beschrieben und schematisch abgebildet.

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Veröffentlicht am 10.09.2015