Projekt VEMED II

Grundlagen für einen effizienten Ausstieg aus der Verwendung PVC-hältiger medizinischer Artikel: Ein Projekt des Wr. Krankenanstaltenverbundes und des Umweltministeriums.

Durchgeführt wurde das Projekt von der RMA - Ressourcen Management Agentur, Argentinierstraße 48, 1040 Wien.

Das Ziel dieses Projekts war es, für die Krankenhäuser des Wr. Krankenanstaltenverbundes (KAV) eine Basis zu schaffen, aufgrund der die Vermeidung von PVC-hältigen medizinischen Artikeln in die Praxis umgesetzt werden kann. Ausgangslage war die Gefährlichkeit der Weichmacher in den medizinischen Artikeln aus PVC. Ohne Zugabe von Weichmachern ist PVC ein spröder Kunststoff, wobei die Weichmacher aber nicht chemisch im PVC gebunden sind, sondern vor allen von fetthältigen Flüssigkeiten, wie Blut und Nahrungskonzentraten, herausgelöst werden. Damit stellen sie vor allem für Neugeborene, Dialysepatienten und all jene, die Infusionen erhalten müssen, eine Gefahr dar.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass DEHP toxische Auswirkungen auf Ungeborene, auf das Fortpflanzungssystem und innere Organe, Leber, Niere, Lunge und Herz haben kann. Aufgrund des Vorsorgeprinzips müssen Patienten daher vor dem Kontakt mit DEHP in PVC geschützt werden.

Als erster Schritt wurde vorab eine Bilanz für den KAV erstellt, um die PVC Flüsse zu erheben. In der Folge wurden vor allem jene Artikel identifiziert, die die größten PVC Mengen verursachen und aber auch jene, die aufgrund ihrer Anwendung den intensivsten, häufigsten Kontakt mit dem Patienten aufweisen. Im Anschluss wurden für diese Produkte PVC-freie Alternativen gesucht und diese in Versuchen in den einzelnen Krankenhäusern auf ihre Gebrauchstauglichkeit getestet. Das Ergebnis ist ein Katalog mit ca. 680 PVC-freien Artikeln.

Veröffentlicht am 16.10.2014, Chemiepolitik und Biozide (Abteilung V/5)