Einführung zum Thema "Chemikalien Leasing"

„ChL“ ist das neue, vom Umweltministerium initiierte, propagierte und geförderte Geschäftsmodell im Bereich der gewerblichen Verwendung von Chemikalien.

Der entscheidende, neue Aspekt bei diesem Geschäftsmodell, der dieses auch von der herkömmlichen Lieferanten - Anwenderbeziehung unterscheidet, liegt darin, die Leistung der Chemikalie zur Basis des Geschäfts zu machen: Diese Leistung, z.B. Lösen, Reinigen, Schmieren, etc. tritt in den Vordergrund und wird auch zur Verrechungsgrundlage. Bezahlt wird dann nicht mehr nach verkaufter Menge an Chemikalien sondern z.B. nach gereinigter Fläche, behandelter Stückzahl oder geleisteten Betriebsstunden.

Dabei werden Chemikalien nicht mehr bloß verkauft, sondern vom Chemikalienanbieter dem Kunden zum Gebrauch zur Verfügung gestellt und gewartet.

Damit liegt ein effizienter Einsatz von Chemikalien im Interesse aller Beteiligten. Durch diese dienstleistungsorientierte Kooperation zwischen einem Chemikalienanbieter und einem Chemikalienanwender wird der Stoffdurchsatz reduziert – es werden Einsparungspotentiale, wie Ressourcen, Kosten, Arbeitsaufwand, Reduktion von Emissionen, realisiert. Das ist die Abkehr vom bislang vorherrschenden „Verkaufsmengen“ - Denken, das nun durch die Ausrichtung auf eine serviceorientierte Leistungserbringung ersetzt wird.

Im Rahmen dieses neuen Modells werden auch Umweltbelastungen vermindert und für die Wirtschaft ergibt sich ein ökonomischer Vorteil, der das Vorurteil, Umweltschutz verursache grundsätzlich zusätzliche Kosten, entkräftet, womit eine klassische „win-win“ Situation geschaffen ist!

Im Schnitt können die Anwender des neuen Geschäftsmodells mit reduzierten Kosten bis zu 15% rechnen, die sich primär aus dem Effizienzgewinn speisen. Aber auch die Anbieter der Stoffe werden mittelfristig davon profitieren können, da sie jetzt auch zusätzlich ihr Know-how gewinnbringend mit einsetzen können.

Damit wird eine nachhaltige Stoffwirtschaft praktiziert, im Rahmen derer werden die mit den einzelnen Dienstleistungen verbundenen Stoffströme quantitativ und qualitativ optimiert.

Voraussetzung für den Erfolg des Geschäftsmodells sind auch eine faire Aufteilung des lukrierten Einsparungspotentials und eine klare rechtliche Vertragsgestaltung.

Das Modell wurde in Österreich im Rahmen von Pilotprojekten erfolgreich in die Praxis umgesetzt und wird durch die Zusammenarbeit mit UNIDO’ Cleaner Production Programme auch international bereits in mehreren Länder, z. B. Mexiko, Ägypten, Russland und seit 2008 auch in Kolumbien, Sri Lanka, Serbien und Marokko mit großem Erfolg in verschiedensten Branchen dutzendfach angewendet.

Veröffentlicht am 16.10.2014, Chemiepolitik und Biozide (Abteilung V/5)