Bericht zum Gesundheitsziel 4 „Umwelt und Gesundheit“ am 9. Oktober 2019 vom Ministerrat angenommen

Vertreterinnen und Vertreter von über zwanzig Institution unter der Leitung des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz  haben im Rahmen der Österreichischen Gesundheitsziele ein Maßnahmen- und Strategiepapier mit dem Ziel, „Luft, Wasser, Boden und alle Lebensräume für künftige Generationen zu sichern“, entwickelt.

Umweltpolitische Maßnahmen tragen vielfach zur Verbesserung der Gesundheitssituation bei. Daher ist der Umwelt auch eines der zehn österreichischen Gesundheitsziele gewidmet.

Eine intersektorale Arbeitsgruppe hat für das Gesundheitsziel 4 drei große Handlungsfelder definiert: Ressourcen schützen, Belastungen vermeiden und Umweltgerechtigkeit/-kompetenz erhöhen. Aktuell arbeitet die Arbeitsgruppe an weiteren Maßnahmen zur Erreichung der Ziele.

Die drei großen Handlungsfelder:

Ressourcen schützen

Insbesondere begrenzt verfügbare Ressourcen müssen effizient genutzt werden, was Nachhaltigkeit in der Produktion (z. B. Abfälle wiederverwerten), Einkauf (z. B. Umweltzeichen) und Konsum (z. B. Abfall vermeiden, weniger Lebensmittel verschwenden) erfordert. Weitere Themen sind die biologische Vielfalt (Biodiversität), sowie sich ändernde Rahmenbedingungen, wie etwa der Klimawandel.

Umweltbelastungen vermeiden

Bei bestimmten potenziellen Belastungen (z. B. hormonell aktiven Stoffen, Nanopartikeln, Kombinationswirkungen) muss die Datenlage verbessert werden und zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit sind zu entwickeln. Damit beziehen sich viele Maßnahmen zu diesem Ziel auf die Forschung (z. B. Schadstoffe in der Muttermilch, Makrokunststoffe in der Donau) und den Einsatz von Chemikalien (durch neue Vertriebsformen soll der Verbrauch reduziert werden) und Bioziden (in Fassaden, im Haushalt). Es geht aber auch um die Verringerung von Gewässer- und Luftverunreinigungen.

Umweltkompetenz erhöhen

Ein weiteres Ziel ist es bei allen Bevölkerungsgruppen die persönlichen Kompetenzen und das Verantwortungsbewusstsein zu stärken, den Zugang zu verständlicher, unabhängiger und qualitätsgesicherter Information zu erleichtern sowie das Bewusstsein für Umwelt- und Naturschutz vor allem bei Kindern und Jugendlichen als Beitrag zur Gesundheit zu fördern. Hier werden Maßnahmen gesetzt, die Wissen vermitteln, z. B. ein Hitzeschutzplan, ein Spezialbericht zu Gesundheit, Demografie und Klimawandel sowie Informationen zum Chemikalienrecht.

Die zehn Gesundheitsziele wurden im Jahr 2012 vom Ministerrat angenommen und bilden bis zum Jahr 2032 den Handlungsrahmen für eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik.

Veröffentlicht am 21.10.2019, Chemiepolitik und Biozide (Abteilung V/5)