POP-Übereinkommen

Das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (POP) wird laufend aktualisiert (zuletzt im Mai 2019). POP sind Chemikalien mit toxischen Eigenschaften, die sich über die Nahrungskette hinweg anreichern und sich im Fettgewebe von Menschen und Tieren einlagern.

Zudem verbleiben sie aufgrund ihrer geringen Abbaubarkeit lange in verschiedenen Umweltmedien (Boden, Luft, Wasser). Zu ihren gefährlichen Eigenschaften zählt aber vor allem ihre Flüchtigkeit, die dazu führt, dass diese Stoffe in der Atmosphäre über lange Strecken transportiert werden können.

So lagern sie sich an den Polen, aber auch in den europäischen Alpen aufgrund ihrer Funktion als Senke, ab, was das INTERREG-Projekt  "MONARPOP (Monitoring Network in the Alpine Region for Persistent Organic Pollutants)" in Zusammenarbeit mit Regionen Deutschlands, der Schweiz, Italiens und Sloweniens untersuchte. Nach dessen Abschluss 2007 wurden POP-Atmosphärenmessungen an den Alpengipfeln (Sonnblick (A), Zugspitze (Bayern) und Weißfluhjoch (CH)) kontinuierlich fortgeführt. Seit 2018 werden die Messungen im Rahmen des Projekts „PureAlps“, das Österreich gemeinsam mit dem Freistaat Bayern durchführt, vorgenommen.

Im Jänner 2008 wurde Anhang G zum Stockholmer Übereinkommen betreffend die Beilegung von Streitigkeiten kundgemacht.

Bei der 9. Vertragsparteienkonferenz im Mai 2019 wurden PFOA (und damit verwandte Substanzen) sowie Dicofol in das Übereinkommen aufgenommen; diese Änderung tritt im Dezember 2020 in Kraft.

2019 wird die 2. Überarbeitung des Nationalen Durchführungsplanes veröffentlicht werden, der auch Bezug auf die aktuell aufgenommenen Chemikalien nehmen wird.

Derzeit hält das Übereinkommen bei 28 gefährlichen Chemikalien in den Anhängen A, B und C.

Anhang A:

  • Aldrin
  • Chlordan
  • Chlordecon
  • Decabromdiphenylether
  • Dieldrin
  • Endrin
  • Mirex
  • Heptachlor
  • Hexabrombiphenyl
  • Hexabromcyclododecan (HBCD)
  • Hexabromdiphenylether und Heptabromdiphenylether
  • Hexachlorbenzol (HCB)
  • Alpha-HCH
  • Beta-HCH
  • Lindan
  • Pentachlorbenzol
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB)
  • Endosulfan
  • Tetrabromdiphenylether
  • Pentabromdiphenylether
  • Toxaphen (Camphechlor)
  • Chlorierte Naphtaline
  • Hexachlorbutadien
  • Pentachlorphenol (PCP)
  • Kurzkettige Chlorparaffine (SCCPs - short-chained chlorinated Paraffins)

Anhang B:

  • DDT
  • PFOS

Anhang C:

  • Dioxine
  • Furane
  • Hexachlorbenzol (HCB)
  • Hexachlorbutadien
  • Pentachlorbenzol
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB)

 

Veröffentlicht am 31.07.2019, Chemiepolitik und Biozide (Abteilung V/5)