SAICM - Strategic Approach to International Chemicals Management beyond 2020

Das ursprüngliche Ziel, Chemikalien bis 2020 so zu produzieren und zu verwenden, dass signifikante negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt minimiert werden, wird in die Nachhaltigkeitsagenda 2030 eingegliedert. Ein mehrstufiger Prozess der Evaluierung und der Fortführung von SAICM wird zu sicherem, globalem Chemikalien- und Abfallmanagement (SMCW) führen.

Der strategische Ansatz für internationales Chemikalienmanagement ist eine freiwillige Strategie für ein weltweites, nachhaltiges Chemikalienmanagement, die auf multisektoraler und multi-stakeholder Basis weltweit die Kapazitäten für nachhaltiges, sicheres Chemikalien- und Abfallmanagement erweitert. 

Organ der Strategie ist die Internationale Konferenz zum Chemikalienmanagement (International Conference on Chemicals Management, kurz: ICCM), die auf ihrer 4. Sitzung eine Evaluierung von SAICM bis 2020 und einen Prozess für die Zeit nach 2020 (SAICM and beyond) eingeleitet hat. Die 3. OEWG fand im April 2019 in Montevideo, Uruguay, statt.

Der intersessionelle Prozess wird zum 3. Mal nun in Bangkok (Thailand) von 1. bis 4. Oktober 2019 fortgeführt, um ICCM5 im Jahr 2020 in Bonn (Deutschland) vorzubereiten.

ICCM-Konferenzen

Etwa 80 UmweltministerInnen nahmen an der von 4 bis 6. Februar 2006 in Dubai stattfindenden 1. Internat. Conference on Chemicals Management ICCM 1 teil, bei der weitere Schritte über Maßnahmen zur Reduzierung der von Chemikalien ausgehenden Gefährdung für Gesundheit und Umwelt beschlossen wurden.

SAICM besteht aus drei Teilen: einer High-Level-Deklaration für die in Dubai anwesenden MinisterInnen, einer umfassenden politischen Strategie (Overaching Political Strategy) und einem globalen Aktionsplan (Global Plan of Action). In der umfassenden politischen Strategie geht es unter anderem darum, die zum Teil völlig unterschiedlichen Ansätze der USA und Europas in einem Grundsatzdokument darzustellen. Der globale Aktionsplan ist die Grundlage für die faktische Umsetzung der Strategie. Zudem wurde die Installierung eines eigenen Sekretariates, eines eigenen Mechanismus zur Beobachtung des Fortschrittes und eines eigenen Finanzierungsregimes geplant.

Die 2. Internationale Konferenz ICCM 2 vom 11. bis 15. Mai 2009, in Genf installierte die Open Ended Working Group (OEWG)

Die 3. Internationale Konferenz zum Chemikalienmanagement fand von 17. - 21. September 2012 in Nairobi statt.

Ihr folgte die 2. Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der neuen Themen wie die Zukunft von SAICM nach 2020 und weitere neue Politikfelder (Emerging Policy Issues, kurz EPIs).

Die 4. Konferenz zu SAICM fand von 28. September - 2. Oktober 2015 in Genf statt. Sie schloss an die Entscheidung der Vereinten Nationen zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) an und legte einen intersessionellen Arbeitsplan für die Zeit nach 2020 fest.

ICCM 4 einigte sich auf konkrete Umsetzung der bestehenden Themen und auf Aktivitäten zu den neuen Politikfeldern. Konkret zählen dazu:

  • Zukünftige Arbeiten von UNEP und WHO zur Generierung und zum Austausch von Informationen im Bereich der „Endokrinen Disruptoren“;
  • Aktionen zu „umweltpersistenten Pharmazeutika“ (EPPPs - Environmentally Persistent Pharmaceutical Pollutants);
  • Umsetzung von Aktivitäten im Bereich „Chemikalien in Produkten“;
  • Entwicklung eines Arbeitsplanes zum Management von „gefährlichen Stoffe in Elektro- und Elektronikprodukten“;
  • Weiterführung des Informationsaustausches im Bereich „Nanomaterialien“;
  • Maßnahmen im Bereich der „besonders gefährlichen Pestizide“.
Veröffentlicht am 23.07.2019, Chemiepolitik und Biozide (Abteilung V/5)