In Vollziehung der Giftinformationsverordnung wird um Meldung von Vergiftungsfällen ersucht

Die im § 7 der Giftinformations-Verordnung (BGBl.II Nr. 289/2005) geregelte Mitteilungspflicht bei Vergiftungen besagt, dass die verantwortlichen Leiter von Abteilungen und sonstigen Organisationseinheiten in Krankenanstalten,

in denen die Diagnose und Behandlung oder die Beurteilung der Beurteilung der Folgen einer Erkrankung erfolgt, bei der zumindest der begründete Verdacht besteht, dass sie durch einen Stoff oder eine Zubereitung verursacht worden ist,  diese Vergiftungsfälle dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus mitzuteilen haben. Dies gilt auch für Arbeitsmediziner und ärztliche Leiter von arbeitsmedizinischen Zentren.
 
Unter den im § 7 Absatz 1 genannten Stoffen und Zubereitungen sind jene zu verstehen, die in den Geltungsbereich des Chemikaliengesetzes fallen.
 
Dabei handelt es sich vorwiegend um Wasch- und Reinigungsmittel, Heimwerkerprodukte, Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel und Hygieneprodukte.
Der Großteil der bisher eingelangten Meldungen bezieht sich auch auf derartige Produkte.
 

Nicht in den Geltungsbereich des Chemikaliengesetzes und deshalb auch nicht meldepflichtig laut § 4 ChemG 1996 sind:

  • Abfälle und Altöle,
  • Arzneimittel,
  • Lebensmittel, Verzehrprodukte und kosmetische Mittel,
  • Wein und Obstwein,
  • Tabakerzeugnisse und
  • Suchtgifte.

Für die Dokumentation der Vergiftungsfälle wären natürlich Meldungen hilfreich, aus denen hervorgeht, durch welches Produkt die Vergiftung verursacht wurde.

 
Eine Dokumentation der auftretenden Vergiftungsfälle ermöglicht entscheidende Fortschritte für die Prävention sowie für die Erkennung und Behandlung von Vergiftungen. Die darin enthaltenen Daten werden von der Vergiftungs-Informationszentrale für ihre Beratertätigkeit genützt und kommen damit sowohl den behandelnden Ärzten sowie den betroffenen Patienten zugute.

Veröffentlicht am 15.10.2014, Chemiepolitik und Biozide (Abteilung V/5)