Österreich braucht einen treibhausgasneutralen Gebäudesektor

klimaaktiv und ÖGNB stellen weitere 30 nachhaltige Immobilien für die Energiewende vor und skizzieren nächste Schritte zur Unterstützung der Klima- und Energiestrategie #mission2030

Die Klimaschutzinitiative klimaaktiv des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) baut mit den im Rahmen des Wiener Kongresses für zukunftsfähiges Bauen (BauZ) am 14.2.2019 vorgestellten Gebäuden die nationale Führungsrolle bei den Gebäudebewertungssystemen weiter aus und kann nun österreichweit auf 720 deklarierte Gebäude verweisen. Ein wichtiger Schritt auf einem ehrgeizigen Weg zu klimaneutralen Gebäuden. Eine Überschreitung der 1.000er-Schwelle wird in den nächsten zwei Jahren angestrebt, soll jedenfalls vor dem endgültigen Inkrafttreten der Niedrigstenergiegebäude-Verordnung der EU am 1.1.2021 erfolgen.

Klimaschutz und Energieeffizienz im Gebäudesektor

Der Fokus von klimaaktiv liegt dabei eindeutig auf Klimaschutz und Energieeffizienz: „Wir brauchen für die Umsetzung der Klima- und Energiestrategie #mission2030 die Zusammenarbeit mit der Gebäude- und Immobilienwirtschaft. klimaaktiv zeigt in ganz Österreich eindrucksvoll, wie klimaschonendes Bauen funktioniert,“ betont Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Auch die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen unterstützt diese Zielsetzungen. Robert Lechner, Vorsitzender der ÖGNB: „CO2-neutrale Gebäude brauchen klare Zielvorgaben. Der klimaaktiv-Standard stellt für den Klimaschutz ehrgeizige Benchmark-Werte bereit, wird schon deshalb von uns unterstützt. Deshalb finden sich alle klimaaktiv-Kriterien auch im inhaltlich breiteren System der ÖGNB wieder.“ Unter den umfassenden Gebäudebewertungssystemen teilt sich die ÖGNB mit der DGNB im Ranking der Systeme auf nationaler Ebene den zweiten Platz, noch weit vor BREEAM (UK) und LEED (USA).

Jürgen Schneider, Leiter der Sektion Klima im BMNT, skizziert im Rahmen der gemeinsamen Auszeichnungsveranstaltung wichtige Weichenstellungen für die österreichische Bau- und Immobilienwirtschaft: „Im Neubau sind wir auf einem guten Weg, das zeigen die zahlreichen realisierten Beispiele eindrucksvoll. Künftig muss auch der Gebäudebestand klimafit werden. Ein rascher Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Gebäudeeffizienz ist für die Erreichung der nationalen Klima- und Energieziele unerlässlich.“

Die ausgezeichneten Gebäude

Die ausgezeichneten Gebäude bilden praktisch sämtliche denkbaren Nutzungskategorien ab: Wohnbauten, Büro- und Dienstleistungsgebäude, Pflegeheime und Krankenhäuser, Schulen und Universitäten und zuletzt auch Betriebsgebäude der ÖBB bilden einen repräsentativen Querschnitt der Gebäudewirtschaft Österreichs ab. Die Zielwerte von klimaaktiv und ÖGNB sind dabei so ausgerichtet, dass hochwertige Auszeichnungen bereits seit Jahren die Zielvorgaben der EU-Gebäuderichtlinie deutlich unterschreiten.

Umweltzeichen für Nachhaltige Finanzprodukte

Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren die Kooperationen mit besonders relevanten Initiativen ausgebaut. Ein Beispiel dafür ist das „Umweltzeichen für Nachhaltige Finanzprodukte“. Für Immobilienfonds gilt das Erreichen der klimaaktiv Mindestanforderungen nunmehr als Mindestvoraussetzung für alle Gebäude, die sich in mit dem Umweltzeichen ausgezeichneten Immobilienfonds finden. Die Immobilienwirtschaft zeigt schon deshalb reges Interesse in diesem noch jungen Segment nachhaltiger Anlageprodukte, gleich mehrere Projekte der aktuellen Auszeichnungsrunde strebten die Qualitätslabel vor diesem Hintergrund an.

Klimafreundlichen Quartiere und Siedlungen

Darüber hinaus wird in diesem Jahr von klimaaktiv ein Bewertungsansatz für klimafreundlichen Quartiere und Siedlungen der Öffentlichkeit vorgestellt. „Für das Erreichen der Klimaschutzziele müssen wir zudem zwischen Bauwirtschaft, Energiewirtschaft und Mobilitätssektor abgestimmte Lösungen entwickeln,“ betont Jürgen Schneider für das BMNT.

Eine Meinung, die auch von Robert Lechner geteilt wird: „In der Seestadt Aspern werden alle Gebäude an den Qualitätskriterien der ÖGNB gemessen, die allermeisten davon entsprechen auch den Anforderungen von klimaaktiv. Freiraumqualität und soziale Einrichtungen, klimaschonende Fernwärme, Energieeffizienz bei den Gebäuden und eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr gelten weltweit als eines der Vorzeigemodelle für den Städtebau der Zukunft.“

Veröffentlicht am 14.02.2019, Klima (Sektion IV)