Energiebilanzen 2016

Anteil Erneuerbarer Energieträger in Österreich trotz schwierigem Umfeld weiterhin steigend

Im Auftrag von Umwelt- und Wirtschaftsministerium hat die Statistik Austria die jährlichen Energiebilanzen für 2016 veröffentlicht.

Der Endenergieverbrauch ist 2016 auf rund 1.121 PJ angestiegen, das entspricht einer Erhöhung von 3% gegenüber dem Vorjahr. Dies ist vorwiegend auf einen Anstieg des industriellen Energieverbrauchs, gestiegenen KFZ-Zulassungszahlen und günstiger Treibstoffpreise sowie den Anstieg des Heizenergiebedarfs durch kühlere Außentemperaturen im Vergleich zu 2015 zurückzuführen.

Gleichzeitig ist trotz dieser Verbrauchssteigerung der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch (gemäß EU-Richtlinie) auf 33,5% angestiegen. Seit dem Basisjahr 2005 mit einem Anteil von 23,7% konnten die Erneuerbaren also um mehr als ein Drittel gesteigert werden, bei Strom von 61,8% auf 71,7%.

Im Vergleich zu 2015 konnten insbesondere bei Wind und Photovoltaik starke Zuwächse (+9,6%) durch einen gesteigerten Ausbau der Anlagen erreicht werden. Auch wenn diese beiden Technologien hohe Zuwächse in den vergangenen Jahren aufweisen, haben sie im Vergleich zur gesamten Stromaufbringung noch großes Wachstumspotenzial: 2016 hatten Wind und Sonne einen Anteil von etwa 10% am österreichischen Endenergieverbrauch elektrischer Energie.

Die in Österreich historisch sehr starke Wasserkraft hatte 2016 ein vergleichsweise gutes Produktionsjahr. Der Erzeugungskoeffizient der Laufkraftwerke lag im langjährigen Mittel und hatte daher positiven Einfluss auf den Erneuerbaren Anteil insgesamt.

Die Biomasse als zweite traditionell starke Säule der Erneuerbaren Energien in Österreich trug ebenfalls zum Anstieg der Erneuerbaren Energie im Jahr 2016 bei. Etwa 45% der erneuerbaren Energie werden durch biogene Energieträger bereitgestellt. Insbesondere zur Deckung des Raumwärmebedarfs im Haushaltssektor sind Brennholz, Pellets und Hackschnitzel nicht wegzudenken und liefern einen wesentlichen Beitrag zur klimaneutralen Wärmebereitstellung.

Nach Sektoren betrachtet liegt beim Endenergieverbrauch nach wie vor der Verkehr an erster Stelle (34,4%), gefolgt vom produzierenden Bereich (29,3%) und den Haushalten (24,2%). Die Sektoren Dienstleistungen (10,1%) und Landwirtschaft (2,0%) nehmen einen geringeren Anteil ein. Im Vergleich zu 2015 kam es in allen Sektoren zu einer Steigerung des Energetischen Endverbrauchs.

 

Veröffentlicht am 28.11.2017, Nachhaltige Finanzen und Standortpolitik (Abteilung IV/3)