Erneuerbare Energie in Zahlen 2018

Broschüre über die detaillierte Situation der Erneuerbaren Energieträger in Österreich im Jahr 2018 (auf Datenbasis 2017) und ihre Bedeutung für den Klimaschutz und den Wirtschaftsstandort

In der Broschüre „Erneuerbaren Energie in Zahlen“ werden Daten aus der aktuellen Energiebilanz in verständlicher und grafisch ansprechender Art und Weise aufgearbeitet und mit wichtigen zusätzlichen Datenquellen präsentiert.

Medieninhaber und Herausgeber dieser letzten Broschüre ist der Verein e-think - Zentrum für Energiewirtschaft und Umwelt, der mit Unterstützung des BMNT die Daten dieser Broschüre erarbeitet hat.

Neben der Darstellung der energetischen Entwicklung der einzelnen Sparten der erneuerbaren Energie werden auch die Bedeutung für den Klimaschutz und die volkswirtschaftlichen Effekte analysiert. Dadurch wird ein umfassender Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energieträger in Verbindung mit wichtigen Hintergrundinformationen ermöglicht und ein Verständnis zu aktuellen Trends und Treibern auf diesem Gebiet geschaffen.

Anstieg des Energieverbrauchs

Die Daten im Detail: Der österreichische Bruttoinlandsverbrauch an Energie betrug im Datenjahr 2017 400.515 GWh oder 1.442 PJ und war damit um 2,0 % höher als im Jahr 2016. Der energetische Endverbrauch stieg im selben Zeitraum um 1,8 %. Der Anstieg des Bruttoinlandsverbrauchs bzw. Endverbrauchs ist dabei auf Anstiege in allen Sektoren zurückzuführen, wobei vor allem die Zuwächse im produzierenden Bereich und im Verkehr maßgeblich sind.

Anteil der Erneuerbaren sinkt

Der absolute Beitrag Erneuerbarer steigerte sich in Österreich von 2016 auf 2017 um 0,3 % auf 108.849 GWh oder 392 PJ. Der Anteil erneuerbarer Energie gemäß EU Richtlinie 2009/28/EG reduzierte sich in Österreich im Jahr 2017 um 0,5 Prozentpunkte auf 32,6 %, da der Verbrauch an fossiler Energie in diesem Jahr stärker wuchs als das Aufkommen an erneuerbarer Energie (Die EU-Richtlinie sieht bei der Berechnung gleitende Mittelwerte für die Beiträge aus Wasserkraft und Windkraft vor, um dargebotsbedingte Schwankungen auszugleichen).

Österreich hat sich im Rahmen des EU Klima- und Energiepaketes 2020 verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energie im nationalen Energiemix auf 34 % zu steigern. Zum Vergleich betrug der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch der EU28 im Jahr 2016 laut Eurostat (2018) 17,0 %.

Wasserkraft und Biomasse traditionell stark in Österreich

Die größten Beiträge am Gesamtaufkommen erneuerbarer Energie in Österreich leisteten im Jahr 2017 die Wasserkraft mit 35,3 % und die feste Biomasse mit 28,1 %. Weitere Beiträge stammten aus dem erneuerbaren Anteil der Fernwärme mit 10,6 %, den energetisch genutzten Laugen mit 8,0 % und den Biokraftstoffen mit 5,3 %. Die Beiträge der Sektoren Windkraft, Solarthermie, Umweltwärme, Biogas, Geothermie und Photovoltaik machten in Summe 12,7 % aus.

Bedeutender Beitrag zum Klimaschutz

Durch den Einsatz erneuerbarer Energie konnten in Österreich im Jahr 2017 Treibhausgasemissionen im Umfang von rund 26,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden. Im Sektor Strom konnten 15,1 Mio. Tonnen, im Sektor Wärme 9,8 Mio. Tonnen und im Sektor Treibstoffe 1,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden. Ohne Berücksichtigung der Großwasserkraft betrugen die vermiedenen Emissionen der „neuen Erneuerbaren“ 16,7 Mio. Tonnen.

Wirtschaftlicher Erfolg der Erneuerbaren

Der primäre Gesamtumsatz im Bereich der Technologien zur Nutzung Erneuerbarer betrug im Jahr 2017 7,3 Mrd. Euro und war damit um 0,5 % höher als im Jahr 2016. Die Beschäftigung stieg in den erfassten Branchen im selben Zeitraum um 2,2 % und kann für das Jahr 2017 mit insgesamt ca. 42.500 Arbeitsplätzen beziffert werden.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Nutzung erneuerbarer Energie in Österreich geht jedoch weit über die primären Umsatz- und Beschäftigungseffekte hinaus. Die verstärkte Nutzung Erneuerbarer bewirkt zudem eine Erhöhung des nationalen Selbstversorgungsgrad mit Energie, eine Reduktion des Devisenabflusses für den Import fossiler Energieträger, eine Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und damit die Krisenanfälligkeit der Volkswirtschaft und führt zu einer Umstrukturierung der Wirtschaft in Richtung eines zukunftsfähigen Wirtschafts- und Energiesystems.

Veröffentlicht am 07.01.2019, Nachhaltige Finanzen und Standortpolitik (Abteilung IV/3)