Erneuerbare Energie in Zahlen 2017

Broschüre über die detaillierte Situation der Erneuerbaren Energieträger in Österreich im Jahr 2017 (auf Datenbasis 2016) und ihre Bedeutung für den Klimaschutz

In der Broschüre „Erneuerbaren Energie in Zahlen“ werden Daten aus der aktuellen Energiebilanz in verständlicher und grafisch ansprechender Art und Weise aufgearbeitet und mit wichtigen zusätzlichen Datenquellen präsentiert.

Neben der Darstellung der energetischen Entwicklung der einzelnen Sparten der erneuerbaren Energie werden auch die Bedeutung für den Klimaschutz und die volkswirtschaftlichen Effekte analysiert. Dadurch wird ein umfassender Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energieträger in Verbindung mit wichtigen Hintergrundinformationen ermöglicht und ein Verständnis zu aktuellen Trends und Treibern auf diesem Gebiet geschaffen.

Für einen kurzen Überblick gibt es auch Factsheets, in deutsch und englisch.

Anstieg des Energieverbrauchs

Die Daten im Detail: Der österreichische Bruttoinlandsverbrauch an Energie betrug im Jahr 2016 398.716 GWh oder 1.435 PJ und war damit um 1,4 % höher als im Jahr 2015. Der energetische Endverbrauch stieg im selben Zeitraum um 2,8 %. Der Anstieg des Bruttoinlandsverbrauchs bzw. Endverbrauchs ist dabei vor allem auf einen Mehrverbrauch in den Sektoren Industrie, Verkehr und private Haushalte zurückzuführen, wobei die Hintergründe im Wirtschaftswachstum, den niedrigen Treibstoffpreisen und der höheren Heizgradsumme 2016 zu sehen sind.

Anteil der Erneuerbaren steigt

Der Anteil erneuerbarer Energie gemäß EU Richtlinie 2009/28/EG stieg in Österreich im Jahr 2016 um 0,5 Prozentpunkte auf 33,5 %, wobei dieser Anstieg aus einem produktionsbedingten Anstieg der Nutzung von Laugen aus der Papierindustrie, einem witterungsbedingten Anstieg der Nutzung von Holzbrennstoffen und einem dargebotsbedingten Anstieg der Stromerzeugung aus Wasserkraft resultierte.

Der absolute Beitrag Erneuerbarer steigerte sich von 2015 auf 2016 um 3,8 % auf 112.260 GWh oder 404 PJ. Zum Vergleich betrug der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch der EU28 im Jahr 2015 laut Eurostat (2017) 16,7 %.

Wasserkraft und Biomasse traditionell stark in Österreich

Die größten Beiträge am Gesamtaufkommen erneuerbarer Energie in Österreich leisteten im Jahr 2016 die Wasserkraft mit 36,4 % und die feste Biomasse mit 29,6 %. Weitere Beiträge stammten aus dem erneuerbaren Anteil der Fernwärme mit 9,8 %, den energetisch genutzten Laugen mit 7,3 % und den Biokraftstoffen mit 5,7 %. Die Beiträge der Sektoren Windkraft, Solarthermie, Umweltwärme, Biogas, Geothermie und Photovoltaik machten in Summe 11,2 % aus.

Bedeutender Beitrag zum Klimaschutz

Durch den Einsatz erneuerbarer Energie konnten in Österreich im Jahr 2016 Treibhausgasemissionen im Umfang von rund 30,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden. Im Sektor Strom konnten 17,9 Mio. Tonnen, im Sektor Wärme 10,6 Mio. Tonnen und im Sektor Treibstoffe 1,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden. Ohne Berücksichtigung der Großwasserkraft betrugen die vermiedenen Emissionen der „neuen Erneuerbaren“ 18,1 Mio. Tonnen. Die insgesamt vermiedenen Emissionen haben sich von 2015 auf 2016 damit um 4,3 % erhöht.

Wirtschaftlicher Erfolg der Erneuerbaren

Der primäre Gesamtumsatz im Bereich der Technologien zur Nutzung Erneuerbarer betrug im Jahr 2016 7,2 Mrd. Euro und war damit um 4,2 % höher als im Jahr 2015. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Zuwächse in den Bereichen Wasserkraft und feste Biomasse zurückzuführen. Die Beschäftigung stieg in den erfassten Branchen im selben Zeitraum um 4,7 % und kann für das Jahr 2016 mit insgesamt ca. 41.600 Arbeitsplätzen beziffert werden.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Nutzung erneuerbarer Energie in Osterreich geht jedoch weit über die primären Umsatz- und Beschäftigungseffekte hinaus. Einerseits sind hier keine Sekundareffekte miteinberechnet. Zudem bewirkt die verstärkte Nutzung Erneuerbarer eine Erhöhung des nationalen Selbstversorgungsgrad mit Energie, eine Reduktion des Devisenabflusses für den Import fossiler Energieträger, eine Verringerung die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und damit die Krisenanfälligkeit der Volkswirtschaft und führt zu einer Umstrukturierung der Wirtschaft in Richtung eines zukunftsfähigen Wirtschafts- und Energiesystems.

Veröffentlicht am 25.01.2018, Nachhaltige Finanzen und Standortpolitik (Abteilung IV/3)

Mehr zu diesem Thema

Filteroptionen
Hier können Sie Ihre Auswahl nach Elementtypen einschränken.