Bioökonomie – eine Strategie für Österreich

Die österreichische Bioökonomiestrategie wurde am 13. März 2019 im Ministerrat beschlossen.

Der bewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen zählt zu den großen Herausforderungen unserer Zeit, denn der Klimawandel, weitere globale Umweltbelastungen und die allgemeine Verknappung der Ressourcen sind eng mit der Nutzung nicht-erneuerbarer und fossiler Produktionsmittel verbunden. Demgegenüber wird durch die Bioökonomie eine Wirtschaftsform verfolgt, die durch die Nutzung nachwachsender Ressourcen bei gleichzeitiger Reduktion der fossilen Rohstoffimporte Technologie und Ökologie in Einklang bringt. Die effiziente und nachhaltige Verwendung biogener Rohstoffe bringt vielfältig nutzbare Optionen und stärkt die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Österreich.

Die Erarbeitung einer Bioökonomiestrategie ist ein Leuchtturm der Klima- und Energiestrategie, der #mission2030, die im Mai 2018 von der Bundesregierung beschlossen wurde. Der Prozess zur Erarbeitung der Strategie ist ein ressortübergreifendes Projekt zwischen dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Bei der konkreten Ausgestaltung wurde die Bundesregierung von einem hochrangigen Expertengremium beraten. Im Konsultationsprozess wurden zwei umfassende Onlineumfragen sowie eine Fachkonferenz am 7. November abgehalten.

Das langfristige Ziel der Bioökonomie ist, den fossilen Material- und Energieverbrauch zu reduzieren und ihn gleichzeitig durch nachwachsende Rohstoffe zu substituieren. Daher werden durch die Politstrategie alle relevanten Akteure der Rohstoffbereitstellung (Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Abfälle) und der Ressourcennutzung (Lebens- und Futtermittel, Chemikalien, Materialien, Energie) angesprochen. Für eine nachhaltige Veränderung des Wirtschaftssystems ist die Reduktion des gesamten Ressourcenverbrauchs zu beabsichtigen. Um die damit verbundenen Potenziale nutzen zu können, ist ebenfalls eine Änderung der Konsumgewohnheiten sowie eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft anzustreben. Die kaskadische Nutzung der Rohstoffe sowie die Rücksichtnahme natürlicher Grenzen und Schutzgüter (im Sinne der UN – Sustainable Development Goals) bilden dabei den Rahmen der Strategie.

Die österreichische Bioökonomiestrategie zeigt Handlungsfelder auf, in denen in Folge konkrete Maßnahmen zur weiteren Etablierung der biobasierten Wirtschaft in Österreich mit den betroffenen Wirtschaftszweigen diskutiert und in einem Aktionsplan zusammengefasst werden sollen.

Veröffentlicht am 28.05.2019, Innovative Technologien und Bioökonomie (Abteilung IV/5)