Klimaschutz im Wohnbau

Wesentliche Reduktionen an Treibhausgasemissionen sind im Bereich der Raumwärme durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie erneuerbare Energieträger zu erzielen. Die Evaluierung dieser und weiterer Maßnahmen wird in jährlichen Berichten veröffentlicht.

Identifizierung des Potentials

Etwa 15% der Kohlendioxid-Emissionen in Österreich werden durch Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen in Gebäuden verursacht (rund 9 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr – ohne Fernwärme und ohne Strom für Elektroboiler und -heizungen). Zwischen 70 und 75% der Kohlendioxid-Emissionen aus Gebäuden (rund 7 Millionen Tonnen) entfallen auf Wohngebäude, 25 bis 30% (rund 2 Millionen Tonnen) auf private und öffentliche „Dienstleistungsgebäude“. 1990 lagen die gebäudebezogenen Treibhausgasemissionen noch bei über 14 Millionen Tonnen.

Die Treibhausgas-Emissionen im Sektor Gebäude zeigen seit 2003 einen rückläufigen Trend und lagen im Jahr 2014 bei rund 7,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent. Somit leistet der Gebäudesektor einen maßgeblichen Beitrag zur Emissionsreduktion in Österreich. Diese Effekte sind einerseits durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz (Niedrigenergie- und Passivhäuser, thermisch-energetische Sanierung) und andererseits durch Umstellungen von fossilen auf erneuerbare Energieträger zurückzuführen.

Umsetzung der Reduktion

Die Vorgaben der Klimastrategie 2007 für den Gebäudesektor wurden zu einem wesentlichen Teil durch eine Vereinbarung zwischen Bund und Ländern gemäß Artikel 15a B-VG über Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebereich umgesetzt. Diese Vereinbarung enthält ambitionierte Wärmeschutzstandards für die Wohnbauförderung im Bereich des Neubaus und der Sanierung, klare Regeln zugunsten des bevorzugten Einsatzes innovativer klimarelevanter Heizungssysteme (insbesondere biogene Brennstoffe, Solaranlagen) sowie ambitionierte, über Bauordnungsstandards hinausgehende, Wärmeschutzvorgaben auch für öffentliche Gebäude von Bund und Ländern, die bei Neuerrichtung und Sanierung umzusetzen sind.

Die Vertragsparteien Bund und Länder haben jährliche Berichte über die Wirkungen der Maßnahmen auf die Treibhausgasemissionen zu erstellen. Die zusammengefassten Ergebnisse stehen hier zum Download zur Verfügung.

Veröffentlicht am 20.02.2019, Koordinierung Klimapolitik (Abteilung IV/1)