Identifikation von Handlungsempfehlungen (dritter Workshop)

Am 13. November 2008 wurden erste Handlungsempfehlungen einer AustroClim-Studie für die Aktivitätsfelder Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Tourismus und Elektrizitätswirtschaft vorgestellt.

Die Ergebnisse der „Ist-Stand-Erhebung zur Anpassung an den Klimawandel in Österreich“ (präsentiert am 2. Workshop) tragen dazu bei, einen besseren Überblick über Forschungsarbeiten und praktische Maßnahmen zu bekommen. Es wird deutlich, dass die zu erwartenden Auswirkungen auf Österreich die schrittweise Entwicklung einer umfassenden Anpassungsstrategie erfordern.

Vorschläge für Ansätze und Maßnahmen

Die Empfehlungen zur Anpassung wurden auf Basis einer ExpertInnenbefragung und sektoraler ExpertInnenworkshops durch Willi Haas und Ulli Weisz (Institut für soziale Ökologie/IFF/Uni Klagenfurt) erarbeitet. Insgesamt wurden 60 Handlungsempfehlungen identifiziert aus denen sich gemeinsame Prinzipen ableiten lassen. Anpassungsmaßnahmen sollen robust gegenüber Klimawandel und sich veränderten globalen Rahmenbedingungen sein, Synergien zu Klimaschutzaktivitäten aufweisen, keine neuen ökologischen Probleme verursachen und insbesondere Mehrfach-Vorteile erzielen.

Folgende Aktivitätsfelder, die im Rahmen des zweiten nationalen Anpassungsworkshops des Lebensministeriums Priorität erhielten, wurden bearbeitet:

  • Landwirtschaft
  • Forstwirtschaft
  • Wasserwirtschaft
  • Elektrizitätswirtschaft (Stromaufbringung und -verteilung)
  • Tourismus

Im Workshop wurde weiters die deutsche Anpassungstrategie und das Kompetenzzentrum Kilmafolgen und Anpassung „KomPass“ von Benno Hain (Umweltbundesamt Deutschland) vorgestellt und im Rahmen einer Diskussion mit Österreich verglichen.

Klimaszenarien und Klimafolgen, welche zum Teil bereits weiter Fortgeschritten sind als bisher eingeschätzt, sowie über das Problem Modelle zu regionalisieren behandelte Helga Kromp-Kolb in ihrem Vortrag. Um dynamisches downscaling von Globalen Modellen zu ermöglichen werden vor allem weitere Daten benötigt. In der Diskussion wurde die Zusammenführung bereits erhobener Daten in einer Metadatenbank aus bisher nicht zugänglichen Datenbanken in Österreich vorgeschlagen, sowie die Errichtung eines "Clearing House Mechanism".

Christoph Resch (brainbows) referierte zum Thema "Klimaresistente Wirtschaftstrukturen", die Studie ist über das BM für Wirtschaft und Arbeit beziehbar.

Sabine McCallum vom Umweltbundesamt wies mit ihrem Vortrag „Erste Vulnerabilitätstabschätzung für die ausgewählten Aktivitätsfelder“ auf den Handlungsbedarf bezüglich der Identifizierung besonders vulnerabler Regionen und Systeme hin, um die Anpassung entsprechend gestalten zu können.

In der abschließenden Diskussion wurde auf die Notwendigkeit des „mainstreaming“ der Anpassungsaspekte in Vergabe und Adaptierung von Förderungen hingewiesen. Weiters wurde betont die Bevölkerung entsprechend mental vorzubereiten, falls sich durch den Klimawandel Ernährungsgewohnheiten anpassen müssen.

Veröffentlicht am 01.10.2014, Koordinierung Klimapolitik (Abteilung IV/1)