Auftakt zur österreichischen Klimawandelanpassungsstrategie (erster Workshop)

Die Protokolle der Veranstaltung vom 27. September 2007 über die konkreten Vorarbeiten an der Anpassungsstrategie stehen als Download zur Verfügung.

Der heutige Wissensstand beweist, dass der Klimawandel die Lebensgewohnheiten in allen Bereichen nachdrücklich beeinflussen wird. Die Bedeutung beider Säulen, der Mitigation (Emissionsminderung) und der Adaptation (Anpassung), ist unumstritten. Handlungen müssen in beide Richtungen gesetzt werden.
 

Im IPCC Report wird aufgezeigt wie wichtig und dringlich es ist, zu reagieren. Der STERN Report zu den wirtschaftlichen Aspekten des Klimawandels veranschaulicht die Folgen des Nichthandels.

Die EU hat sich auf der Minderungsseite mit dem 2°C Ziel ein ambitioniertes Vorhaben gesetzt. Auf der Anpassungsseite wurde das Grünbuch zur Klimaanpassung verabschiedet und vorgestellt.

In etlichen europäischen Ländern wie Finnland, der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden werden Anpassungsstrategien bereits entwickelt bzw. umgesetzt.

Ablauf des Workshops

Der Workshop bildet den Startschuss zu den Anpassungsaktivitäten in Österreich. Als Ausgangslage für die Erstellung einer österreichischen Strategie ist eine  Zustandsanalyse notwendig, die den aktuellen Wissensstand aufzeigt und anderseits erkennbar macht, wo noch Forschungsbedarf und Grundlagenerhebungen notwendig sind. Darauf aufbauend wird eine Anpassungsstrategie für Österreich entwickelt.

Das Forschungsprogramm „StartClim“ vergibt seit 2003 kleine Anstoßfinanzierungen als Starthilfe für erste Untersuchungen der Klimaauswirkungen in Österreich. Neben den Auswirkungen von Extremereignissen wird eine Palette von Sektoren erforscht, die von Tourismus, Gesundheit, Landwirtschaft und Biodiversität bis hin zur Energie- und Wasserwirtschaft reicht. StartClim ist daher als Starthilfe für größer angelegte Projekte zu sehen.

Ein weiteres Beispiel stellt „FloodRisk“ dar, das aus ca. 46 Teilprojekten besteht und aus der Ereignisdokumentation des Hochwassers 2002 entstanden ist.


Eine Vielzahl weiterer Projekte und Ergebnisse, muss ebenfalls für die Analyse des Ist-Zustandes herangezogen werden. Offene Fragen sind in diesem ersten Schritt zu identifizieren und werden in weiterer Folge in die Analyse des Ist-Zustands einfließen.

Vorträge und Referate über den Forschungsstand

Frau Prof. Kromp-Kolb präsentiert die Auswirkungen des Klimawandels auf Österreich vorallem basierend auf Ergebnisse aus "StartClim".

Maßnahmen die gesetzt werden, müssen auf Nachhaltigkeit überprüft werden. Die Änderungen gehen rascher vor sich als angenommen.

H. Formayer (BOKU) berichtet über regionale Klimamodelle zur quantitativen Abschätzung von Anpassungsmaßnahmen.

Begrenzungen der Modelle werden aufgezeigt. Eine Basis für gemeinsame Modelle ist zu finden und darauf vergleichbare Maßnahmen zu entwickeln. Trotz Grenzen von Klimamodellen sind qualitative Aussagen möglich.

K. Radunsky (UBA) berichtet über das Grünbuch der Kommission und Überlegungen zur Entwicklung von Anpassungsstrategien im internationalen Kontext.

Im Rahmen der Anpassung an nachteilige Auswirkungen des Klimawandels werden zukünftige Investitionserfordernisse steigen, es bestehen daher Barrieren, Grenzen und Kosten der Anpassung. Allerdings motivieren genau diese Grenzen der Anpassung zum Klimaschutz bzw. zu Maßnahmen der Emissionsminderung.

T. Stratenwerth (BMU-Berlin) berichtet über die deutsche Anpassungsstrategie.

Erforderlich sind eine integrierte Risikobewertung und Prioritätensetzung, anpassungsspezifische Zielsetzungen sowie die Modifizierung der Zielsetzungen sektorspezifisch oder regional. Weiters wäre der Konkretisierungsgrad von Handlungsoptionen und konkreten Maßnahmenvorschlägen aufzuzeigen; wichtig ist auch die Erfolgskontrolle.

A. Drack und W. Mehl berichten über Anpassungen im kommunalen Bereich im Rahmen des Interreg-Projektes AMICA.

Das Projekt mit internationalen Partnern, versucht einen integralen Ansatz von Anpassungs- und Vermeidungsmaßnahmen im Bezug auf den Klimawandel herzustellen. Die Erfahrungen aus AMICA zeigen das eine Abstimmung zwischen den Gebietskörperschaften notwendig ist. Als Handlungsfelder der lokalen Klimaschutzarbeit sind insbesondere der Bereich Energie mit Energieeffizienz und Energiesparen, Mobilität, Beschaffung, Abfallverwertung und in der Land- und Forstwirtschaft zu sehen. Von besonderer Bedeutung ist die Kommunikationsarbeit: Es ist zu veranschaulichen, wieso Klimaanpassung und Klimaschutz parallel erforderlich sind.
 

Veröffentlicht am 01.10.2014, Koordinierung Klimapolitik (Abteilung IV/1)