Feste feiern und Kunststoffabfälle vermeiden

Mit entsprechender Planung und Organisation können bei Veranstaltungen Kunststoffabfälle vermieden werden.

Gesellige Feste, wie Dorf- und Stadtfeste sowie Sport- und Vereinsveranstaltungen, sind seit jeher eine wichtige Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens und auch ein fester Bestandteil der österreichischen Kultur. Wo gefeiert wird, fallen mehr oder weniger große Abfallmengen und vor allem Kunststoffabfälle an, wie Einweg-Getränkeflaschen, Einweggeschirr und -besteck. Dabei wäre es ganz einfach, die Feste plastikarm bzw. abfallarm zu gestalten.

Die Organisation einer möglichst kunststofffreien Veranstaltung beginnt schon bei der Planung. Wie dabei vorzugehen ist, wird mithilfe der Checkliste für „plastikfreie Veranstaltungen“ des BMNT veranschaulicht.

Der Verzicht auf Einweg-Getränkebecher oder -flaschen stellt nebenbei eine Qualitätssteigerung des Festes dar: Getränke und Nahrungsmittel im Plastikbecher oder Plastikgeschirr bieten nicht denselben Genuss und wer feiert schon gerne neben überfüllten Abfallbehältern! Darüber hinaus fallen die Reinigungskosten nach dem Fest geringer aus!

Es zahlt sich jedenfalls aus auf Plastik weitgehend zu verzichten: Die Umwelt und das Klima werden geschont, Entsorgungskosten eingespart und das Wohlbefinden der Gäste gesteigert!

Checkliste für "plastikfreie" Veranstaltungen

Umweltfreundlich organisieren und nachhaltig feiern

Wir lieben es zu feiern! Veranstaltungen in Österreich ziehen jedes Jahr tausende Menschen an. Ob Stadtfest, Sportevent, Feuerwehrheurige, Gassenfest, Vereinsfeier oder Musikfestival - die Organisation einer nachhaltigen und möglichst kunststofffreien Veranstaltung beginnt schon bei der Planung.

Beschaffung, Material- und Abfallmanagement

  • Verwenden Sie Mehrweggeschirr, -becher und -besteck (waschbar und wiederverwendbar).
  • Ein mit Geschirrspüler ausgerüstetes Geschirrmobil hilft Ihnen bei der Vermeidung von Einwegmüll.
  • Mehrwegbecher in verschiedenen Größen können auch gemietet werden - Lieferung, Abholung und Reinigung inklusive.
  • Vermeiden Sie der Umwelt und Ihren Gästen zuliebe Einweggetränkeverpackungen (Alu-Dosen, PET-Flaschen, Glasflaschen oder Getränkeverbundkartons).
  • Ein offener Ausschank von Getränken aus Mehrwegverpackungen oder Großgebinden (Fässer, Zapfanlagen, Mehrwegflaschen) hat sich bewährt.
  • Informieren Sie alle Betreiberinnen und Betreiber von Restaurants und Verkaufsständen über das Mehrwegsystem bzw. über den Verzicht auf Einweg-Kunststoffbecher, Kunststoffflaschen und -trinkhalme.
  • Die Abgabe von Getränkegebinden gegen Pfand reduziert den Aufwand beim Abservieren und das Risiko von beschädigtem bzw. verlorenem Geschirr. Außerdem können Sie Littering vermeiden.
  • Mit der Nominierung einer verantwortlichen Person und einem Abfallkonzept fällt die Organisation der »sauberen und plastikfreien Veranstaltung« leichter. Ein durchdachtes Konzept für Abfalltrennung und -logistik spart Reinigungs- und Entsorgungskosten.
  • Achten Sie auf Behälter für getrennte Abfallsammlung im Gastronomiebereich (Küche, Bar, Buffet) und sorgen Sie für eine ausreichende Anzahl von Abfallsammelbehältern im Veranstaltungsbereich.
  • Verzichten Sie im Bereich der Veranstaltung (von Einladung bis zu den Informationen vor Ort) auf kunststoffbeschichtetes Papier.
  • Setzen Sie bei Give-Aways und Tombolapreisen auf umweltschonende, natürliche und/oder regionale Produkte.
  • Denken Sie auch bei der Dekoration an wiederverwendbare, umweltfreundliche Materialien.
  • Begeistern Sie Ihre Gäste lieber mit einer kreativen Einlage statt einem Feuerwerk.

Verpflegung

  • Warten Sie bei Ihrer Veranstaltung bewusst regionale Speisen und Getränke auf, die in der Regel mit weniger Verpackung bzw. eher in Mehrweggebinden angeliefert werden.
  • Bieten Sie auch Speisen ohne Geschirr und Besteck (z.B. Speisen direkt im Gebäck oder Waffeln in einer Serviette) an.
  • Verwöhnen Sie Ihre Gäste mit frisch gemahlenem Kaffee oder Filterkaffee, statt teurem und umweltbelastendenden Kapsel-Kaffee.
  • Großgebinde statt Portionsverpackungen für Zucker, Milch, Senf, Ketchup etc. sind günstiger und minimieren den Verpackungsmüll.
  • Stellen Sie Ihren Gästen kostenlos Leitungswasser, z.B. auch in Form von Trinkwasserbrunnen, zur Verfügung.
  • Verzichten Sie bei der Speisendarreichung auf Frischhaltefolien und Kunststoff-Einwegtabletts.
  • Stellen Sie zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen kunststofffreie Mitnahmeboxen bereit.

Kommunikation

  • Informieren Sie Gäste, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Ihr Engagement für eine kunststoffarme Veranstaltung.
  • Setzen Sie Anreize zum Mitmachen und informieren Sie, eventuell in Kooperation mit Ihren Partnerinnen und Partnern, über den nachhaltigen Umgang mit Kunststoffprodukten.
  • Stellen Sie anderen Veranstaltern Ihre Erfahrungen mit der Organisation eines nachhaltigen und kunststoffarmen Events zur Verfügung.

Nützliche Links

  • Informationen, Links und Kontakte zu den Themenbereichen Mobilität & Klimaschutz, Eventlocation & Unterkunft, Energie & Wasser, Verpflegung & Catering, Beschaffung & Abfall, Eventtechnik & Ausstattung: infothek.greenevents.at 
  • Green Events Austria. Die Initiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus zur Förderung einer Nachhaltigen Eventbranche: www.bmnt.gv.at/umwelt/nachhaltigkeit/green-events
  • Das Österreichische Umweltzeichen für Green Meetings und Green Events: meetings.umweltzeichen.at
Veröffentlicht am 13.08.2019, Abfallvermeidung, -verwertung und –beurteilung (Abteilung V/6)

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