Bodennahes Ozon

Ozon ist als Spurengas ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. In der bodennahen Luftschicht wird es unter Sonneneinstrahlung aus den so genannten Ozon-Vorläufersubstanzen gebildet.

Als Vorläufersubstanzen sind vor allem Stickstoffoxide und flüchtige organische Verbindungen (VOC) zu nennen, daneben auch Kohlenmonoxid und Methan. Durch die vom Menschen verursachte Zunahme der Emissionen dieser Stoffe hat auch die Konzentration des bodennahen Ozons in den letzten Jahrzehnten so weit zugenommen, dass es zu einem nennenswerten Umweltproblem wurde. In erhöhter Konzentration beeinträchtigt es durch sein direktes Einwirken die menschliche Gesundheit und führt zu Schäden an der Vegetation.

Vom Ozon in Bodennähe ist jenes in einer Höhe über 15 Kilometern – in der Stratosphäre – zu unterscheiden. Ozon schützt uns durch sein Vorkommen in dieser großen Höhe vor einer zu intensiven kurzwelligen UV-Strahlung am Boden und damit u.a. vor Gesundheitsschäden wie Hautkrebs.

Die Ozonkonzentration in der Umgebungsluft hängt sehr stark von den meteorologischen Bedingungen ab. Hohe Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen über einen längeren Zeitraum führen zu einer hohen Ozonbelastung. Besonders hohe Ozonkonzentrationen treten daher vorwiegend im Sommer auf („Sommersmog“). Ozon wird in der Atmosphäre über weite Strecken transportiert und ist deshalb ein gemeinsames Problem Europas und sogar der nördlichen Erdhalbkugel. Die Belastung in Österreich wird durch den grenzüberschreitenden Eintrag dominiert. Aufgrund der meteorologischen Bedingungen ist sie zwar niedriger als im Mittelmeerraum, aber höher als in den skandinavischen Staaten.

In weiten Teilen Österreichs liegt die Ozonbelastung über den im Ozongesetz festgelegten Zielwerten:

  • Überschreitungen des Zielwertes zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurden in der Vergangenheit in fast ganz Österreich beobachtet, ausgenommen sind inneralpine Tal- und Beckenlagen und verkehrsnahe Messstellen. Von Überschreitungen besonders stark betroffen waren das Hoch- und Mittelgebirge, der Südosten Österreichs und das südliche und östliche Niederösterreich. Überschreitungen des langfristigen Ziels zum Schutz der Gesundheit werden jährlich an nahezu allen Messstellen festgestellt.
  • Der Zielwert zum Schutz der Vegetation wird v. a. in alpinen Tälern eingehalten, während es im Hoch- und Mittelgebirge und im ostösterreichischen Flach- und Hügelland zu sehr deutlichen Überschreitungen kommt.

Überschreitungen der In Informationsschwelle, d.h. kurzfristige Belastungsspitzen, treten am häufigsten im Nordosten Österreichs auf, bei großflächig hoher Ozonbelastung in Mitteleuropa aber auch in den anderen Regionen Österreichs. Überschreitungen der Alarmschwelle wurden bisher nur in der Umgebung von Wien beobachtet.

Da die Ozonbelastung durch den starken Witterungseinfluss von Jahr zu Jahr oft erheblich schwankt, ist ein klarer Trend in den letzten zwei Jahrzehnten nur schwer festzustellen. Es zeigt sich aber entsprechend dem gesamteuropäischen Trend, dass kurzfristige hohe Belastungsspitzen geringer geworden sind, während die langfristigen Mittelwerte tendenziell angestiegen sind.

Welche Maßnahmen können kurzfristig zur Verringerung hoher Ozonbelastung getroffen werden?


Bei hoher Ozonbelastung, beispielsweise bei Überschreitung der Informations- oder Alarmschwelle, kann eine kurzfristige Reduktion der Emissionen einem weiteren Emissionsanstieg entgegenwirken.

Statt der Fahrt mit dem Auto sollte daher möglichst der öffentliche Verkehr genutzt werden. Man sollte Geräte, die mit Verbrennungs-motoren betrieben werden, nicht gerade im Zeitraum hoher Ozonbelastung nutzen. Und auch der Einsatz von lösungsmittelhaltigen Lacken und Produkten sollte nicht in diesem Zeitraum erfolgen.

Allerdings ist zu bedenken, dass kurzfristige regionale Maßnahmen das Ozonbildungspotenzial nicht grundlegend verringern, weil Ozon großflächig verfrachtet wird.

Veröffentlicht am 10.09.2018, Koordinierung Klimapolitik (Abteilung IV/1)