Schadstoffemissionen

Die Emissionen von Luftschadstoffen wirken sich direkt auf die Luftgüte aus. In Österreich sind diese bei vielen Schadstoffen seit den 1980er-Jahren deutlich rückläufig.

Bei manchen Schadstoffen trägt allerdings auch die weiträumige grenzüberschreitende Verfrachtung von Luftschadstoffen in der Atmosphäre wesentlich zur Belastung in Österreich bei, wie bei Feinstaub und Ozon. Bei einzelnen grenznahen Messstellen kommt es auch bei anderen Schadstoffen gelegentlich zu höheren Belastungen, die durch lokale Emissionsquellen jenseits der Grenze verursacht werden.


Für eine Reihe von Luftschadstoffen werden die Emissionen in Österreich vom Umweltbundesamt in der Österreichischen Luftschadstoffinventur (OLI) ausgewiesen. Die Emissionen werden anhand von statistischen Daten und durchschnittlichen Emissionsfaktoren berechnet; nur für große Einzelquellen wie Kraftwerke liegen Informationen aus durchgehend laufenden Schadstoffmessungen vor.
Die Emissionen werden vom Umweltbundesamt jedes Jahr auf Basis der neuen Daten berechnet. Details zur Emissionsentwicklung zeigt der Bericht „Emissionstrends“, der auf der Website des Umweltbundesamtes veröffentlicht und jährlich um die Jahresmitte aktualisiert wird.


Bei vielen Schadstoffen sind die Emissionen in Österreich seit den 1980er-Jahren deutlich zurückgegangen.

  • Bei Schwefeldioxid (SO2) um mehr als 90 %, weil die Diskussion um das Waldsterben zum Einbau von Entschwefelungsanlagen in Kraftwerken und zur Verwendung schwefelarmen Brennstoffe geführt hat.
  • Bei giftigen persistenten organischen Schadstoffen wie Dioxinen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAHs) konnten ebenfalls durch technische Verbesserungen Reduktionen um mehr als 50 % erzielt werden.
  • Ebenso sind die Emissionen von Kohlenmonoxid (CO) durch verbesserte Verbrennungstechnologien bei Feuerungen und Motoren um mehr als die Hälfte zurückgegangen.
  • Bei den giftigen Schwermetallen sind die Emissionen stark gesunken, allen voran Blei, das aus dem Benzin verbannt wurde.
  • Auch bei flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) wie Lösungsmitteln und Benzindämpfen, die als Ozon-Vorläufersubstanzen wirken, sind die Emissionen stark zurückgegangen.
  • Stickstoffoxide (NOx) wirken u. a. versauernd und als Ozon-Vorläufersubstanz; Stickstoffdioxid (NO2) ist ein Teil der Stickstoffoxide und wirkt als Reizgas auf den Atemtrakt. Die größte Quelle von Stickstoffoxiden ist der Straßenverkehr, die technischen Fortschritte bei der Abgasreinigung (Katalysator) sind durch die Verkehrszunahme in den letzten beiden Jahrzehnten teilweise kompensiert worden. Außerdem haben sich die auf EU-Ebene festgelegten Emissionsregelungen für Dieselmotoren bisher als zu wenig wirksam erwiesen.
  • Beim gesundheitsschädlichen Feinstaub (PM10), der in den letzten Jahren verstärkt ins Blickfeld gerückt ist, sind die Emissionen in den wesentlichen Sektoren langsam, aber kontinuierlich zurückgegangen. Hier zeigt der Fortschritt bei Verbrennungstechnologien sowie der Einbau von Filteranlagen Wirkung.
  • Weniger Veränderung zeigen die Emissionen von Ammoniak (NH3), das überdüngend auf Ökosysteme wirkt und zur sekundären Feinstaubbildung beiträgt. Ammoniakemissionen entstehen vorwiegend in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung, wo technische Maßnahmen nur eingeschränkt eingesetzt werden können.
     
Veröffentlicht am 28.05.2015, Koordinierung Klimapolitik (Abteilung IV/1)