Luftgüte in Österreich

Die Konzentrationen von wichtigen Schadstoffen in der Luft werden seit mehr als zwei Jahrzehnten systematisch von Bund und Ländern gemessen und regelmäßig in Berichten verfügbar gemacht.

Spätestens seit dem Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert wird die Zusammensetzung der Atmosphäre durch den Menschen nennenswert beeinflusst. Durch menschliche Aktivitäten gelangen Spurenstoffe, die schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Vegetation haben, in die Umgebungsluft.


In Österreich werden die Konzentrationen von wichtigen Schadstoffen in der Luft und der Staubniederschlag seit mehr als zwei Jahrzehnten systematisch von Bund und Ländern gemessen. Die Information über die Belastung wird in regelmäßigen Berichten und auch aktuell im Internet für die Öffentlichkeit verfügbar gemacht. Die Regelungen zur Messung und Information wie auch Grenz- und Zielwerte sind im Immissionsschutzgesetz-Luft und im Ozongesetz festgelegt. Alle drei Jahre berichtet der Umweltminister dem Nationalrat über

die bestehende Belastung durch Luftschadstoffe:

Feinstaub PM10 Langfristig nimmt die PM10-Belastung ab, und zwar stärker als die österreichischen PM10-Emissionen. 2014 war im Mittel über alle österreichischen Messstellen das bisher am niedrigsten belastete Jahr. Der Rückgang in den letzten Jahren steht vor allem in Zusammenhang mit den günstigen meteorologischen Situationen. Umgesetzte Maßnahmen trugen in diesen Jahren in geringerem Ausmaß zur niedrigeren Belastung bei. Hauptverursacher der PM10-Emissionen sind die Sektoren Industrie, Kleinverbraucher, Verkehr und die Landwirtschaft.

Durch die Umsetzung der Richtlinie über nationale Emissionshöchstgrenzen (NEC-RL) wird eine weitere Verringerung der Emissionen und damit eine Verbesserung der Luftqualität erwartet in Osteuropa werden allerdings positive Auswirkungen auf die Immissionsbelastung vor allem in Ostösterreich haben.

Der Zielwert für Feinstaub PM2,5 von 25 μg/m³ wurde 2012 bis 2014 an allen Messstellen in Österreich eingehalten. Die PM2,5-Belastung zeigt grundsätzlich einen ähnlichen Verlauf wie die PM10-Belastung. 2014 war im Mittel über alle österreichischen Messstellen das bisher am niedrigsten belastete Jahr.

Bei Stickstoffdioxid (NO2 und NOx) traten im Zeitraum 2012 bis 2014 traten Grenzwertüberschreitungen (Summe aus Grenzwert und Toleranzmarge als Jahresmittelwert: 35 μg/m³) ausschließlich an verkehrsbeeinflussten Standorten auf, und zwar sowohl entlang von Autobahnen als auch an stark befahrenen Straßen in Städten unterschiedlicher Größe. Der Grenzwert für den Jahresmittelwert (30 μg/m³) wird auch im städtischen Hintergrund in allen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern überschritten. Dennoch ist seit dem Jahr 2006 ein abnehmender Trend der Belastung zu verzeichnen.

Hauptverursacher für die hohe NO2-Belastung sind die lokalen Emissionen des Verkehrs, die – obwohl sie einen sinkenden Trend aufweisen – noch immer für knapp die Hälfte der NOx-Gesamtemissionen verantwortlich sind.

Der Grenzwert für NOx zum Schutz der Ökosysteme und der Vegetation wurde lediglich an einer zum Schutz der Vegetation betriebenen Messstelle in Nordtirol (Unterinntal) überschritten.

Die Schwefeldioxid (SO2) Belastung lag 2012 bis 2014 deutlich unter dem in Österreich bis Ende der Neunzigerjahre beobachteten Niveau. Grenzwertüberschreitungen traten 2012 und 2013 nicht auf, 2014 gab es im Bereich einzelner Industriebetriebe und in Kittsee aufgrund grenzüberschreitenden Schadstofftransports Überschreitungen. 2014 führten auch Emissionen eines isländischen Vulkans zu einzelnen Grenzwertverletzungen.

Die Schwefeldioxid-Grenzwerte zum Schutz der Ökosysteme wurden überall eingehalten.

Auch bei Kohlenstoffmonoxid (CO), Blei, Arsen, Kadmium und Nickel im PM10 sowie Benzol ist die gemessene Belastung seit 1990 deutlich zurückgegangen; die Grenzwerte wurden 2012 bis 2014 an allen Messstellen eingehalten.

Der Grenzwert für Benzo(a)pyren wurde in den Jahren 2012 bis 2014 an Messstellen in Kärnten und der Steiermark überschritten. Die vorliegenden Daten zeigen an den meisten Messstellen einen tendenziell abnehmenden Verlauf. Die Hauptursache der Benzo(a)pyren-Belastung ist die Holzverbrennung sind die Emissionen manuell bedienter Kleinfeuerungsanlagen für Holz und Kohle.

Staubniederschlag wird Schwerpunktmäßig vor allem im Bereich größerer Industrieanlagen und in größeren Städten gemessen und zeigt an den meisten Messstellen keinen klaren Trend. Der Niederschlag von Blei und Kadmium zeigt an Industriestandorten tendenziell eine Abnahme, wenn auch mit hoher Variabilität.

Veröffentlicht am 24.04.2018, Koordinierung Klimapolitik (Abteilung IV/1)