Beurteilung von Immissionen aus der Nutztierhaltung

Um eine einheitliche Vorgangsweise in allen Genehmigungsverfahren (z.B. Baurecht, IED, UVP) sicherzustellen, wird die Anwendung der vorliegenden Richtlinie empfohlen.

Geruch ist die Wahrnehmung von freigesetzten Geruchsstoffen durch den Menschen. Oftmals liegt eine Mischung unterschiedlichster Geruchsstoffe vor, die sich durch Reaktionen der geruchswirksamen Substanzen in der Atmosphäre stetig verändert. Geruch kennzeichnet bestimmte stoffliche, prozessbezogene oder soziale Zustände. Er ist oft eine Begleiterscheinung von Produktionsprozessen, wie z.B. auch der Produktion von tierischen Lebensmitteln, aber auch von Verkehr oder Hausbrand. Geruchsbelästigungen gehören nach Lärm zu den am meisten genannten Beeinträchtigungen durch die Umwelt.

Objektiv nachvollziehbare Kriterien

Geruchsemissionen aus der Tierhaltung und die sich daraus ergebenden Immissionen in der Nachbarschaft sind in diversen behördlichen Genehmigungs- und Überprüfungsverfahren von immer größerer Bedeutung. Eine Beurteilung von Gerüchen anhand von konkreten Messungen, die nur olfaktometrisch mit erheblichem Aufwand möglich sind, kann an bestehenden Anlagen durchgeführt werden. Weil aber die abschließende Beurteilung in projektbezogenen Bewilligungsverfahren in der Regel bereits vor Errichtung der Bauwerke zu erfolgen hat, ist die Beurteilung der zu erwartenden Geruchsimmissionen nur durch abschätzende Prognosen möglich. Um eine objektive, einheitliche und vergleichbare Abschätzung des Ausmaßes an Geruchsimmissionen und deren Wirkungen durchzuführen, sind verschiedenste Methoden bekannt.

In der vorliegenden Richtlinie, die in allen Genehmigungsverfahren (z.B. Baurecht, IED, UVP) zur Anwendung empfohlen wird, um eine einheitliche Vorgangsweise bei der Beurteilung von Immissionen aus der Nutztierhaltung in Österreich sicherzustellen, werden diese Möglichkeiten erläutert – sie betreffen Behörden, Sachverständige, Planerinnen und Planer, Beraterinnen und Berater sowie Betreiberinnen und Betreiber der Anlagen.

Diese Richtlinie ersetzt die "Vorläufige Richtlinie zur Beurteilung von Immissionen aus der Nutztierhaltung in Stallungen" aus dem Jahr 1995.

Veröffentlicht am 23.03.2017, Forstliche Legistik, Rechtspolitik und Berufsqualifikation (Abteilung III/3)