Mindestanforderungen an nachhaltige Veranstaltungen in Österreich

Es gibt viele Möglichkeiten Veranstaltungen nachhaltig durchzuführen. Hier finden Sie die Mindestanforderungen an nachhaltige Veranstaltungen in Österreich, sowie eine Übersicht weiterer Maßnahmen, die auf Ihre kreative Umsetzung warten.

Ein Engagement für nachhaltige Feste und Events führt zu echten Win-Win-Situationen: die Umwelt wird geschont, Kosten werden gespart und die Besucherinnen sowie Besucher profitieren von diesem Engagement.

Wie Maßnahmen aus den unten genannten Themengebieten umgesetzt werden können, zeigen wir anhand von Beispielen aus der Praxis.

Stöbern Sie in den zahlreichen Beispielen von nachhaltig organisierten Veranstaltungen und finden Sie neue Ideen, um Ihre Veranstaltung noch attraktiver zu gestalten.

Das Netzwerk Green Events Austria bestehend aus dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie Vertreterinnen und Vertretern aller österreichischen Bundesländer und deren regionalen Green Event Initiativen beschloss am 7. März 2018 in Salzburg „Mindestanforderungen an nachhaltige Veranstaltungen in Österreich“. Damit soll ein österreichweit einheitlicher Mindeststandard in der Organisation und Durchführung von Green Events etabliert werden!

Im Folgenden finden Sie die „Mindestanforderungen an nachhaltige Veranstaltungen in Österreich“ und weitere Maßnahmenvorschläge geordnet nach den Green Events Themen.

Klimaschutz und Mobilität

Mindestanforderung "Klimaschonende Mobilität": Der Veranstaltungsort soll mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn, Bus, U-Bahn, Straßenbahn), zu Fuß und/oder mit dem Fahrrad gut erreichbar sein. Die Veranstalterinnen und Veranstalter achten bei der Planung und Durchführung der Events auf eine klimaschonende An- und Abreise der Gäste und kommunizieren dies rechtzeitig in entsprechender Form. Ist der Veranstaltungsort öffentlich nicht erreichbar, sollen umweltfreundliche Alternativen wie Shuttledienste, Fahrradtaxidienste, Anrufsammeltaxis, Fahrgemeinschaften oder Mitfahrbörsen angeboten und jedenfalls beworben werden.

Weitere Maßnahmenvorschläge:

  • Sonderangebote für öffentliche Verkehrsmittel (z.B. Kombiticket)
  • Erreichbarkeit der Unterkünfte zu Fuß oder mit Öffentlichen Verkehrsmittel
  • Ausreichend sichere Fahrradabstellplätze

Verpflegung

Mindestanforderung "Verpflegung": Die Veranstalterinnen und Veranstalter verwenden im Rahmen der Veranstaltung überwiegend saisonale und regional produzierte Lebensmittel und Getränke. Vorzugsweise sollen biologisch produzierte Produkte verwendet werden. Nicht regionale Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade werden soweit verfügbar aus fairem Handel bezogen. Mindestens ein vegetarisches oder veganes Hauptgericht wird bei der Veranstaltung angeboten.

Weiterer Maßnahmenvorschlag:

  • Angebot von Leitungswasser oder Trinkbrunnen

Beschaffung, Material- und Abfallmanagement

Mindestanforderung "Abfallvermeidung": Getränke werden in Mehrweggebinden (Fässern, Containern, Zapfanlagen, Mehrwegflaschen) eingekauft, sofern die jeweilige Getränkeart am Markt ausreichend verfügbar ist.
Für den Getränkeausschank an die Gäste werden ausschließlich Porzellantassen, Gläser oder Mehrwegkunststoffbecher verwendet. Leitungswasser wird nach Verfügbarkeit angeboten und entsprechend kommuniziert. Für die Ausgabe von Speisen wird ausschließlich Mehrweggeschirr verwendet. In Ausnahmefällen (sicherheitspolizeiliche Bestimmungen, Verfügbarkeit) können Pappteller sowie Schüsseln aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden. Einmalportionsverpackungen für Kaffee (Kaffeepads und -kapseln) werden nicht verwendet. Andere Einmalportionsverpackungen für bspw. Milchprodukte, Ketchup oder Senf sind tunlichst zu vermeiden.

Mindestanforderung "Abfalltrennung": Bei der Veranstaltung sind in allen Veranstaltungsbereichen (Gäste- /Gastronomiebereich sowie „Back Stage“) die jeweils anfallenden Abfallarten unter Berücksichtigung des regionalen Abfalltrennsystems zu sammeln. Entsprechend gekennzeichnete Behältnisse sind nach Art und Menge bspw. für Restmüll, Papier, Glas-, Metall- und Kunststoffverpackungen, Altspeisefett und -öl, Speisereste zur Verfügung zu stellen.

Mindestanforderung "Ressourcenschonung": Sämtliche veranstaltungsrelevanten Druckwerke (Einladungen, Dokumentationen, Poster, etc.) sind nach dem Prinzip des minimalen Ressourcenaufwands angefertigt: doppelseitige Kopien, Ersatz durch elektronische Datenträger, Mail-Services, Internet, Apps, mobileticketing, Verwendung von Recyclingpapier, etc.

Weitere Maßnahmenvorschläge:

  • Abfallkonzept für die Veranstaltung
  • Abfallwirtschaftskonzept für den Veranstaltungsort
  • Verwendung sozial und ökologisch verträglicher „Give-Aways” oder gänzlicher Verzicht darauf

Energie und Wasser

Mindestanforderung "Ressourcenschonung": Die Veranstalter achten auf einen effizienten Einsatz von Wasser, Strom, Wärme und die Verwendung umweltfreundlicher Materialien. Nach Möglichkeit werden Strom, Wärme aus erneuerbaren Quellen bzw. Eigenversorgung (bspw. Photovoltaik) und wassersparende Sanitäreinrichtungen (bspw. Spülstopptaste) verwendet.

Weitere Maßnahmenvorschläge:

  • Stromversorgung über das öffentliche Netz (wenn vorhanden)
  • Energieeffiziente Gebäudeinfrastruktur
  • Unterkunftsbetriebe mit Umweltzertifizierung
  • Einsatz energieeffizienter Veranstaltungstechnik
  • Umweltfreundliche mobile Komposttoiletten oder umweltzertifizierte Sanitärzusätze
  • Nutzung bestehender Gebäude, Parkplätze und Routen
  • Erstellung eines Schutzkonzeptes mit den Umweltbeauftragten vor Ort bei Veranstaltungen in der Natur
  • Vollständiger Rückbau temporärer Gebäude

Soziale Verantwortung

Mindestanforderung "Barrierefreiheit": Veranstalterinnen und Veranstalter achten auf die Barrierefreiheit der Veranstaltung und des Veranstaltungsortes. Barrierefreie Angebote für Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit z.B. Mobilitäts-, Hör- oder Seh-Beeinträchtigungen werden zum frühest möglichen Zeitpunkt kommuniziert.

Weitere Maßnahmenvorschläge:

  • Gender Mainstreaming und Diversity werden bei Organisation und Programmgestaltung berücksichtigt
  • Fairplay im Sport
  • Lärmvermeidung bzw. Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte
  • Anrainerinformation (z.B. über auftretende Verkehrsbelastungen)
  • Sicherheitskonzept und Einbeziehung von Gruppen aus der Region sowie NGOs bei Großveranstaltungen
  • Verwendung sozial und ökologisch verträglicher „Give-Aways” oder gänzlicher Verzicht darauf

Kommunikation

Mindestanforderung "Aktive Kommunikation": Die Veranstalterinnen und Veranstalter kommunizieren den beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Lieferanten und Partnern bspw. bei Meetings oder Mailings frühzeitig die Green Event Maßnahmen der Veranstaltung. Auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und der Öffentlichkeit sollen frühzeitig die Green Event Maßnahmen der Veranstaltung bspw. in der Einladung oder im Programm kommuniziert werden. Während der Veranstaltung wird deutlich kommuniziert, dass die Veranstaltung als Green Event durchgeführt wird.

Weitere Maßnahmenvorschläge:

  • Integration der Thematik "Green Events" in den Moderationsleitfaden
  • Befragung der Besucher und Teilnehmer zum Thema Green Event und den gesetzten Maßnahmen
  • Dokumentation der umgesetzen Green Event Maßnahmen (eigenes Reporting)
Veröffentlicht am 23.04.2018, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)