So denken die ÖsterreicherInnen über Umwelt und Lebensqualität

Der im Juli 2017 erschienene Mikrozensus Umwelt 2015 - eine Befragung der Statistik Austria zu Umweltthemen und Lebensqualität - gibt spannende Einblicke in die Einstellungen und das Verhalten der Österreicherinnen und Österreicher.

Positive Bewertung der Umweltqualität

88% der ÖsterreicherInnen schätzen die Umweltqualität gut ein, wobei die Kategorien Trinkwasserqualität, Wasserqualität der Seen und Flüsse, Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel und Grünraum von den ÖsterreicherInnen zu über 90% als gut beurteilt werden.

Die Einschätzung der Lärmsituation verbesserte sich gegenüber der letzten derartigen Befragung im Jahr 2011, sie wird von 73,0% als gut eingeschätzt (2011: 71%).Als neue Kategorie wurde die Verfügbarkeit umweltfreundlicher Produkte abgefragt: 87% schätzen diese mit gut ein.

Klimawandel und Verkehrsaufkommen als vordringlichste Umweltprobleme

Treibhauseffekt und Klimaveränderung (25,9%) und das steigende Verkehrsaufkommen (23%) stellen anteilsmäßig das größte Problem für die Befragten dar. Ein steigendes Problembewusstsein zeigt sich in der Bevölkerung auch für das steigende Verkehrsaufkommen und die Zerstörung von Natur und Landschaft.

Den globalen Umweltproblemen wie z.B. Treibhauseffekt und Klimaveränderung wird von jüngeren Personen ein größerer Stellenwert beigemessen als von älteren Menschen. Eine höhere Schulbildung führt ebenfalls dazu, weltweite Umweltprobleme stärker wahrzunehmen.

Einschätzung der Lebensqualität verbessert sich

Immer mehr Menschen (49%) schätzen ihre eigene Lebensqualität als sehr gut ein (Vergleich 2011: 45,6%). Mit „gut“ beurteilt 48% der Bevölkerung ihre Lebensqualität.

Entscheidende Faktoren sind dabei der Gesundheitszustand (82%), das soziale Netz (69%) und die Wohnsituation (61%). Der Zustand der Umwelt (57%) ist für die Lebensqualität wichtiger als etwa die Arbeitsbedingungen (43%) oder die Einkommenshöhe (36%). Ausgewogenheit von Erwerbstätigkeit und anderen Lebensbereichen werden von 35%, Zeitdruck von 29 % der Befragten als starker Einflussfaktor ihrer Lebensqualität genannt.

Wirtschaftswachstum notwendig für ein gutes Leben?

Eine spannende Frage widmete sich der Notwendigkeit des Wirtschaftswachstums für ein gutes Leben. 49,9% der ÖsterreicherInnen sind der Meinung, es bedürfe eines laufenden Wirtschafts­wachstums, damit es uns gut geht. 2011 beantworteten noch 56,4% diese Frage mit „ja“. Hingegen meinen 47,9% die Wirtschaft muss nicht ständig wachsen, damit es uns gut geht. Mit steigender Schulbildung (ab AHS) sieht bereits eine Mehrheit (60% - 67% - je nach Ausbildung) Wirtschaftswachstum nicht als unbedingte Voraussetzung für ein gutes Leben.

Häufige Kaufentscheidung für umweltfreundliche Produkte

83% der ÖsterreicherInnen haben in den letzten 12 Monaten Bio- Obst oder Gemüse gekauft; 79,4% Brot, Gebäck und Getreideprodukte sowie 78,2% Bio-Milch und Bio-Milchprodukte. Die Kriterien „saisonal“ und „regional“ sind herausragende Determinanten für die Kaufentscheidung für umweltfreundliche bzw. Bio-Produkte. Über 80% der der Bevölkerung achtet darauf.

Auch bei langlebigen Produkten wird beim Kauf auf die Umweltfreundlichkeit geachtet: 93,2% geben an, beim Kauf in den letzten 3 Jahren energieeffiziente, langlebige oder reparaturfreundliche Kühl- und Gefriergeräte erworben zu haben (2011: 91,3%), 66,7% TV- oder Videogeräte (2011: 58,8%) und 44,6% EDV-Ge­räte (2011: 42,5,%).

Bei den Gebrauchsgütern sind Umwelt-/Energieeffizienzkennzeichen für rund 85% das wichtigste Kriterium für die Kaufentscheidung.

Der Prozentanteil der umweltfreundlichen Pkw an den tatsächlichen Pkw-Käufen der letzten drei Jahre lag bei 61,6% (2011: 60,8%).

Abfalltrennung weiter auf hohem Niveau

Weiterhin geben 99% der Bevölkerung an, Altpapier getrennt zu sammeln. Steigerungen gab es beim Altglas (von 97% 2011 auf 98% in Jahr 2015) und beim Biomüll von 84% auf 85%.

Mikrozensus Umweltbedingungen und Umweltverhalten 2015

Die im Auftrag des BMNT von der Statistik Austria in drei- bis fünfjährigen Zyklen erstellte Publikation gibt einen umfassenden Überblick über die Einschätzung der österreichischen Haushalte zu konkreten Umweltbedingungen wie Lärm (siehe auch www.laerminfo.at), Gerüchen und Staub. Außerdem wird gezeigt, wie umweltrelevante Überlegungen Einfluss auf das Verhalten der Menschen etwa in Bezug auf Einkauf, Mobilität, Abfalltrennung oder Urlaub ausüben.

Somit liefern die Ergebnisse wertvolle Hinweise auf das subjektive Empfinden der ÖsterreicherInnen in Bezug auf ihre Umwelt und bieten eine wichtige Ergänzung zum Bild objektiver Umweltdaten.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/energie_umwelt_innovation_mobilitaet/energie_und_umwelt/umwelt/umweltbedingungen_verhalten/index.html

 

Veröffentlicht am 08.01.2018, Nachhaltige Finanzen und Standortpolitik (Abteilung IV/3)