Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung

Der Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit steigt in der öffentlichen Beschaffung und das aus gutem Grund.

Wir leben auf zu großem Fuß, denn derzeit wären fast drei Planeten nötig, um den Ressourcenhunger unserer Gesellschaft zu stillen. Ein grundlegendes Umdenken bei Produktions- und Konsumgewohnheiten in Richtung verstärkter (Energie-)Effizienz, umweltverträglicheren Ressourceneinsatz, mehr Kostenwahrheit und Innovation muss daher einsetzen. Das Potenzial für nachhaltige innovative öffentliche Beschaffung wird EU-weit mit ca. 16 % des BIP beziffert. Eine aktuelle Untersuchung des BMWFJ bestätigt, dass das kommerzielle Beschaffungsvolumen in Österreich hochgerechnet rund 40 Mrd. € ausmacht sowie direkt und indirekt eine Wertschöpfung von 54 Mrd. € und über 700.000 Arbeitsplätze generiert.

Vorteile für die Umwelt

Zu den potenziellen Umweltvorteilen lassen sich aus dem Forschungsprojekt RELIEF
z. B. folgende Schlüsse ziehen: Wenn alle staatlichen Stellen in der EU auf Ökostrom umsteigen würden, könnten dadurch 60 Mio t CO2 eingespart werden. Das entspricht 18 % der im Kyoto-Protokoll geforderten Emissionseinsparungen.
Nutzen wir als öffentliche Auftraggeber daher unsere Marktmacht, geben wir dem Markt nicht nur wichtige Impulse für umweltverträgliche, innovative Produkte und Leistungen, sondern berücksichtigen auch regionale Wirtschaftskreisläufe und achten zunehmend darauf, dass bei deren Herstellung bzw. Erbringung soziale Standards eingehalten werden.

NaBe-Aktionsplan

Die öffentliche Hand ist aufgerufen, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Der österreichische Aktionsplan für nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe-Aktionsplan), den die Bundesregierung 2010 beschlossen hat, stellt dabei einen wichtigen Meilenstein dar und gibt die nötige Orientierung, die öffentliche Beschaffung in Österreich weiterhin schrittweise nachhaltiger und innovativer zu gestalten.

Total-Cost-of-Ownership


Enge Budgetvorgaben setzen dabei zwar Grenzen. Der Blick muss aber für Kostenwahrheit geschärft werden, indem öffentliche BeschafferInnen verstärkt die tatsächlich anfallenden Gesamtkosten (für Beschaffung, Gebrauch und Entsorgung/Recycling) bei ihren Kalkulationen in den Fokus nehmen. Die Berücksichtigung des Total-Cost-of-Ownership-Ansatzes (TCO) zeigt, dass ökologische und sozial verträgliche Lösungen auch bei knappen Mitteln umsetzbar sind.

Österreich unter den Besten 


Österreich gehört zu den Vorreitern und 7 Besten bei der ökologischen öffentlichen Beschaffung innerhalb der EU. Diese Vorreiterrolle gilt es auch beim gegenwärtig laufenden EU-Monitoring weiter auszubauen. Das ist nur möglich, wenn wir, die für die Beschaffung Zuständigen, gemeinsam koordiniert vorgehen.  

Kontaktperson: karin.hiller@lebensministerium.at

Veröffentlicht am 15.12.2011