Tagung „Stadt und Land in die Zukunft denken“ - Kommunale Antworten auf globale Herausforderungen

Am 9. April 2019 fand in den Linzer Redoutensälen die Tagung „Stadt und Land in die Zukunft denken“ statt. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), der Österreichische Städtebund, der Österreichische Gemeindebund und das Land Oberösterreich waren sich einig, dass Österreichs Gemeinden und Städte die Nachhaltigkeitsziele der „Agenda 2030“ für sich nutzen und damit globale Verantwortung leben können. Zur Nachlese!

Österreich hat sich im Jahr 2015 verpflichtet, die Agenda 2030 der Vereinten Nationen bestmöglich umzusetzen. In den Rankings zur Umsetzung belegt Österreich Platz 8 unter allen UN-Mitgliedsstaaten bzw. Platz 5 auf EU-Ebene und ist damit hervorragend positioniert und darum bemüht, sich weiter zu verbessern. Im BMNT wurde mit der #mission2030, der österreichischen Klima- und Energiestrategie, der Bioökonomiestrategie, dem Masterplan Ländlicher Raum und dem Plan T ein Anfang gemacht und aufgezeigt, wie die Nachhaltigkeit in allen Dimensionen die zukünftige Politik bestimmt. Aktuell wird intensiv an einem SDG-Aktionsplan gearbeitet, um in allen Zuständigkeitsbereichen des BMNT weitere Akzente zu setzen. Dazu ist es wichtig, Gemeinden und Städte bei der Entwicklung von Strategien einzubinden.

 

Agenda 2030 und Lokale Agenda 21

Alle 193 UN-Staaten verpflichteten sich 2015 zur Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 mit ihren 169 Unterzielen. Damit diese Umsetzung Wirkung zeigt, muss die nachhaltige Entwicklung auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene stattfinden. Auf lokaler Ebene kommt dabei den Gemeinden und Städten eine wesentliche Rolle zu. Sie sind zugleich Orte und Impulsgeber für eine integrierte nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene.

Mit dem Programm der Lokalen Agenda 21 gibt es ein ideales Instrument zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf lokaler Ebene. In Österreich haben bereits 500 Gemeinden, Städte und Regionen einen Prozess zur Lokalen Agenda 21 begonnen.

 

Die weltweite Agenda 2030 in Oberösterreich

150 Gemeinden (etwa ein Drittel der oberösterreichischen Gemeinden) setzen bereits Agenda 21-Prozesse unter aktiver Einbindung ihrer Bürger und Bürgerinnen um. Mehr als 15.000 engagierte Mitwirkende haben dabei in den letzten Jahren über 1.500 konkrete Nachhaltigkeitsprojekte umgesetzt. Agenda 2030 ist der Auftrag, die Menschen an der Zukunftsgestaltung aktiv zu beteiligen und ihre Eigeninitiative zu stärken.

Die Gemeinden sind dabei zentrale Partner, die gemeinsam mit den Menschen vor Ort konkrete Schritte für eine gute Zukunft setzen. Dabei steht ihnen eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, wobei das Programm „Agenda 21 in Gemeinden und Regionen“ den Kern für die lokale Umsetzung der Agenda 2030 bildet.

 

Gemeinden geben Antworten auf die globalen Herausforderungen

Der Österreichische Gemeindebund betont das breite Leistungsspektrum der Gemeinden. Es zeigt sich vor allem in der kommunalen Daseinsvorsorge.  Für die öffentlichen Interessen einzustehen und eine gesunde Lebens- und Arbeitswelt zu bieten, ist heute wie in Zukunft das das Kernthema der Gemeinden und ihren Auftrag im Sinne der Nachhaltigkeit. Energiepolitik, Umweltpolitik, Raumplanung, Verkehr, Beschaffung, Wohnen, Bildung, Beteiligung, der Schutz vor Naturgefahren: all das sind Herausforderungen, denen sich die Gemeinden von heute zu stellen haben.

Wenn diese Entscheidungen in den Gemeinden dann auch noch demokratisch und transparent erfolgen, dann wird es auch einen Wandel in den Einstellungen der Menschen geben. So kann auch jeder einzelne Mensch befähigt werden, seinen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt zu leisten.

 

Der Österreichische Städtebund im internationalen Erfahrungs- und Wissensaustausch

Die Wahrnehmung der globalen Verantwortung kann nur gemeinsam gelingen, denn Erfahrungs- und Wissensaustausch und Kooperation über Grenzen hinweg sind nicht nur eines der 17 Ziele, sondern auch Erfolgsvoraussetzung. Aus diesem Grund freute sich der Österreichische Städtebund besonders über den Austausch mit Bürgermeister Thorsten Krüger, Botschafter für Nachhaltigkeit des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

 

Stärkung des regionalen Handelns durch den Masterplan Ländlicher Raum

Der Masterplan Ländlicher Raum wurde im Dialog mit Ländern und Gemeinden entwickelt. Dieser hat die Stärkung der Gemeinden und Regionen, ihrer Akteure und die Zusammenarbeit sowie die Gestaltung von Entwicklungsprozessen zum Ziel. Diesem Ziel entsprechend wurde aktuell im Rahmen der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) das Projekt „die regionale Handlungsebene stärken“ initiiert, das dieses Thema gemeinsam mit anderen Bundesministerien, den Bundesländern – allen voran Steiermark, Oberösterreich, Tirol und Kärnten - dem Gemeinde- und Städtebund, Regionsvertreterinnen und -vertretern und Interessenvertretungen von April 2019 bis Frühjahr 2020 bearbeitet.

 

Veröffentlicht am 29.04.2019