Der Einfluss des Nutzungsverhaltens auf die Langlebigkeit von Smartphones

Die Regelmäßigkeit neuer Modelle auf dem Markt, vertragsbasierte Angebote von Mobilfunkanbietern und der Wunsch der Konsumentinnen und Konsumenten, immer auf dem neuesten Stand zu sein – all das führt dazu, dass Smartphones meist ausgetauscht werden, obwohl die bisherigen Geräte noch einwandfrei funktionieren. Gerade in der Weihnachtszeit gewinnt dieses Thema an Brisanz, da Smartphones und andere elektronische Geräte beliebte Geschenke-Klassiker sind.

Aufgrund dieser Ausgangssituation wurde am 26. November 2018 ein Medien-Hintergrundgespräch der Initiative „Bewusst Kaufen“ mit DI Josef Plank, Generalsekretär im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, und Nachhaltigkeitsexpertin Renate Hübner durchgeführt.

Verlängerung der Lebensdauer von Smartphones

Einer Studie zufolge kaufen die Österreicherinnen und Österreicher durchschnittlich alle 2,7 Jahre ein neues Smartphone. Somit werden diese häufiger ersetzt "als etwa Jeans oder T-Shirts", erörtete Renate Hübner. Generalsekretär Josef Plank will die Lebensspanne von Smartphones auf zumindest fünf Jahre ausdehnen: „Die Klima- und Energiestrategie funktioniert nur, wenn sie mit bewusstem Konsum kombiniert wird. Es reicht nicht, in der gesamten Produktions- und Konsumkette nur einen Aspekt hervorzuheben.“

Smartphone als neues Leitgut

Smartphones haben sich in den vergangenen Jahren zu den Leitgütern schlechthin entwickelt.

Entsprechend ist auch die Nachfrage nach den Produkten. Besonders bei Jugendlichen sei es üblich, bereits alle zwei Jahre – nach Ablauf eines Vertrages – auf ein neueres Produkt zu wechseln. Dabei sind es laut der Studie von Hübner nur höchstens 30 Prozent der Österreicher, die tatsächlich immer das neueste Produkt haben wollen. Den restlichen zwei Dritteln sei dies nicht weiter wichtig. „Diese müssten ganz anders angesprochen werden", sagte die Wissenschaftlerin. Diese Konsumenten könnten auch erreichen, dass Handel und Hersteller wieder mehr auf Produkte mit längerer Lebensdauer setzen würden.

Veränderte Nutzungsmuster: Wandel in der Gesellschaft

Tatsächlich ortete Generalsekretär Plank, einen Wandel in den Märkten. Vor allem bei den Autos würde nicht länger der Besitz, sondern die tatsächliche Nutzung zunehmend in den Mittelpunkt

rücken. „Das war noch vor wenigen Jahren nicht denkbar", sagte Plank. Diese Entwicklung würde sich auch auf andere Märkte ausdehnen. Die nächste Generation habe Hübner zufolge auch einen völlig anderen Zugang zu Produkten. „Status spielt nicht mehr diese Rolle", sagte die Mitverfasserin der 2015 verfassten Studie „Smartphones werden häufiger ersetzt als T-Shirts". Um für bessere Nachhaltigkeit zu sorgen, sei aber trotzdem weitere Bewusstseinsbildung nötig. Und zwar sowohl beim Konsumenten als auch beim Produzenten und dem Handel. „Die schwächste Stelle bestimmt, wohin die Reise geht", sagte Plank.

Mehr Informationen zum Thema „Langlebig Produkte“ finden Sie im Ratgeber unter: www.bewusstkaufen.at/langlebig

Veröffentlicht am 10.12.2018, Nachhaltige Entwicklung und natürliche Ressourcen (Abteilung III/2)