Chance auf erste UNESCO-Weltnaturerbe-Stätte

Bei einem internationalen ExpertInnen-Treffen wurde über die Auswahl von künftigen Weltnaturerbe-Gebieten zum Schutz alter Buchenwälder in Europa diskutiert.

Rund 50 TeilnehmerInnen berieten sich am 2. und 3. April 2014 bei dem gemeinsamen Workshop im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Zwei heimische Gebiete haben es in die Auswahl geschafft. Damit könnten Teile des Wildnisgebietes Dürrenstein in Niederösterreich sowie Teile des Nationalparks Kalkalpen in Oberösterreich zu Flächen dieses hochrangigen Schutzgebietsnetzwerks werden.

Die Initiative wird vom Bund und beiden Bundesländern gemeinsam getragen. Sie zielt darauf ab, den hohen Wert dieser letzten natürlichen Buchenwälder zu bestätigen und den Schutz weiter zu sichern. Das UNESCO-Welterbe-Übereinkommen stellt herausragende, einmalige Natur- und Kulturgüter unter weltweiten Schutz. Das Prädikat Weltnaturerbe ist eine nicht zu überbietende Auszeichnung und trägt maßgeblich zum Imagegewinn in den betreffenden Regionen bei. Die Buchenwälder in den Kalkalpen und am Dürrenstein könnten sich dann in der gleichen Liga wie  die Victoria-Fälle, der Kilimandscharo in Afrika oder die Galapagos-Inseln einordnen.

Welterbe gemeinsam einreichen

Das Antragsverfahren an die UNESCO ist sehr anspruchsvoll und erfordert eine qualifizierte Vorbereitung. Buchenwälder in Deutschland, in der Ukraine und in der Slowakei wurden bereits als Welterbe bestätigt. Die besondere Herausforderung liegt nun darin,  die aus insgesamt 19 weiteren europäischen Staaten – von Schweden bis zur Ukraine - ausgewählten Gebiete gemeinsam  als Ergänzung dieses „seriellen Welterbes“ einzureichen.  Die Verleihung des Prädikates „Weltnaturerbe“  könnte frühestens Mitte 2017 erfolgen.

Buchenwälder beherrschten einst das Landschaftsbild Mitteleuropas. Heute sind nur noch wenige Relikte in ihrer natürlichen Dynamik vorhanden. Das Ergebnis des ExpertInnen-Workshops in Wien ist eine Liste aller möglichen künftigen Gebiete, 40 an der Zahl. Sie repräsentieren die wertvollsten Buchenwälder in Europa und ergänzen das seit 2011 bestehende UNESCO Welterbe „Buchenurwälder der Karpaten und alte Buchenwälder Deutschlands“  sinnvoll. Die Entscheidung über die Nominierung der als geeignet befundenen Gebiete liegt bei den jeweiligen Regierungen.

Veröffentlicht am 29.10.2014, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)