Rotmoos im Fuschertal

Das Rotmoos liegt im zentralen Teil der Hohen Tauern im inneren Fuschertal (Ferleitental). Während sich die Hohen Tauern sonst aus silikatischen Gestein aufbauen, gibt es hier im Rotmoos ein Kalkflachmoor mit kalkliebenden Pflanzenarten.

Das Rotmoos liegt im zentralen Teil der Hohen Tauern im inneren Fuschertal (Ferleitental). Während sich die Hohen Tauern sonst aus silikatischen Gestein aufbauen, gibt es hier im Rotmoos ein Kalkflachmoor. Die Fuscher Ache und ihre Nebenbäche durchfließen den Talkessel und die Moorlandschaft.

Gebietsbeschreibung

Das Rotmoos liegt im zentralen Teil der Hohen Tauern im inneren Fuschertal (Ferleitental). Die Landschaft des Fuschertales ist durch Hanggletscher (z.B. Bockkarkees: 348ha) und imposante Berge geprägt. Historisch bedeutende Übergänge führten einst über über die Berge. Südlich an das Rotmoos beginnt der Nationalpark Hohe Tauern.

Die Bergketten, die das Rotmoos umrahmen, weisen einige "Dreitausender" auf: z. B. Großes Wiesbachhorn (3.564 m). Das Fuschertal, durch eine Geländestufe in das eigentliche Fuschertal und das Ferleitental gegliedert, zählt zu den am tiefsten eingesenkten, zentralalpinen Bereich mit den größten Höhenunterschieden auf engstem Raum. Das U-förmige Querprofil weist auf die glaziale Talentstehung hin.

Das Rotmoos ist ein Kalk-Niedermoor, dessen Vorkommen in den Hohen Tauern aufgrund seiner Seltenheit und Großflächigkeit eine Besonderheit darstellt. Die großflächigen Kalk-Niedermoore auf silikatischem Gestein mit anstehendem Kalkglimmerschiefer beherbergen kalkliebende Pflanzen. Durch diese naturnahe Tallandschaft fließt die mäandrierende Fuscher Ache. Durch die Schotterzufuhr und Umlagerungstätigkeit der Fuscher Ache entstehen immer wieder neue Schotter- und Kiesflächen.

Seinen Namen hat das Moor vermutlich von dem Eisenocker, welcher sich an jenen Stellen abgelagert, an denen die Fuscher Ache langsamer fließt oder wo sich Tümpel gebildet haben.

Im Rotmoos finden sich zudem auch alte Steinwälle, die auf die frühere Nutzung des Gebietes durch den Menschen hinweisen.

Das massenhafte Vorkommen des im Frühsommer blühenden Mai-Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis) gab dem Ferleitental auch den Beinamen "Tal der Orchideen". Teile des Moores nehmen Kleinseggenrieder und die entlang der Fuscher Ache vorkommenden Grauerlenwälder ein.

Der Mittelteil des Moores wurde großflächig entwässert und besteht heute aus intensiv genutztem Grünland. Die Talhänge beiderseits des Moores sind mit Hochstauden-Fichtenwäldern bedeckt.

Das Ferleitental prägen Kare, Moränen, Rundbuckel und seitlich eingelagerte Muren-, Schutt- und Lawinenkegel. Diese Landschaftselemente sind durch die landschaftsprägende Kraft der Gletscher entstanden.

Gebietsdaten und Übersichtskarte

Die wichtigsten Daten des Ramsar-Gebiets "Rotmoos im Fuschertal":

Bundesland: Salzburg

Politischer Bezirk: Zell am See

Koordinaten: 47 17' N, 12 47' E

Seehöhe 1.270 - 1.300 m

Feuchtgebietstyp

  • Moor (Typ U)

Ramsar-Gebiet seit 1995; Naturschutzgebiet Rotmoos-Käfertal sei 2003.

Besitzverhältnisse: Privatbesitz

Fläche 58 ha

Auswahlkriterien

Für das Rotmoos treffen folgende internationale Ramsar-Kriterien zu:

* Ein Feuchtgebiet gilt als international bedeutend, wenn es repräsentative, seltene oder einzigartige Beispiele von natürlichen oder naturnahen Feuchtgebietstypen innerhalb der entsprechenden biogeographischen Region aufweist (Kriterium 1).

* Ein Feuchtgebiet gilt als international bedeutend, wenn es gefährdete, stark gefährdete Arten oder vom Aussterben bedrohte ökologische Gemeinschaften beherbergt (Kriterium 2).

Hydrologie

Die Fuscher Ache und ihre Nebenbäche bestimmen im wesentlichen die Hydrologie des Gebietes.

Zudem wird das Rotmoos aufgestaut, da die Gletscherabflüsse im Ferleitental einen mächtigen Schwemmkegel aufgebaut haben.Im nicht entwässerten Talboden treten an mehreren Stellen kleine Sickerquellen auf.

Die talauswärts gelegenen Flächen werden mittels Entwässerungsgräben entwässert.

Aktuelle Nutzung

Die entwässerten Flächen werden zum Teil intensiv beweidet.

Erhaltungsmaßnahmen

Das Moor wurde 1995 als Ramsar-Gebiet ausgewiesen. Der nicht entwässerte, südliche Teil des Moores wurde gemeinsam mit dem angrenzenden Käfertalmoor als Natura 2000-Gebiet nominiert.

Ein Pflegekonzept liegt vor. Da im Südteil lokal starke Trittschäden durch die Beweidung mit Pferden festgestellt werden mussten, wurde die Anzahl der Pferde reduziert.

Bemerkenswerte Tierarten

Ausgewählte Tierarten werden nachfolgend genannt.

Fische: Bachforelle (Salmo trutta f. fario), Koppe (Cottus gobio) u.a.

Insekten: Weiden-Palpenspinner (Hydriomena ruberata), Beilfleck-Widderchen (Zygeaena loti), Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne L.), Eros-Bläuling (Polyommatus eros), Hochalpen-Perlmuttfalter (Boloria pales) u.a.

Vögel: Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe), Zilpzalp (Phylloscopus collybita), Gartengrasmücke (Sylvia borin), Mönchsgrasmücke (Sylvia atraicapilla), Fitis (Phylloscopus trochilus), Flußuferläufer (Actitits hypoleucos) u.a.

Bemerkenswerte Pflanzenarten

Ausgewählte Pflanzenarten werden nachfolgend genannt.

Schlammsegge (Carex limosa), Wasserschlauch (Utricularia minor, Utricularia australis), Polstersegge (Carex firma), Schwarz-Weide (Salix myrsinifolia), Kriechweide (Salix repens), Breitblättriges Wollgras (Eriophorium angustifolium), Davall-Segge (Carex davalliana), Gemeines Fettkraut (Pinguicula vulgaris), Mai-Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Zweihäusige Segge (Carex dioica), Silberwurz (Dryas octopetala) u.a.

Zuständige Verwaltung/Information/Literatur

Informationen über das Rotmoos im Fuschertal sind u.a. bei nachfolgend genannten Stellen erhältlich. Im Anschluss an diese Adressen finden Sie Hinweise auf interessante Internetseiten sowie Buchtipps!

Amt der Salzburger Landesregierung
Abteilung Naturschutz
Postfach 527
A-5010 Salzburg
E-Mail: natur-fachdienst@salzburg.gv.at

Nationalpark Hohe Tauern - Salzburg
A-5741 Neukirchen 306
Tel. ++43 (0) 6565 - 6558
http://www.hohetauern.at/
 

Literaturauswahl

Jungmeier, M. & Werner, K. (2004):
Moore in Österreich unter dem Schutz der Ramsar-Konvention.
Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH. Wien, Graz.

Veröffentlicht am 04.04.2019, Umweltbundesamt GmbH - Wien (UBA - W)