Globaler Biodiversitätsbericht liegt vor

400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 50 Ländern haben den ca. 1750 Seiten umfassenden Bericht zum Zustand der globalen Biodiversität und der Ökosystemleistungen in Paris bei der 7. Sitzung des Weltbiodiversitätsrates präsentiert. Es ist dies der erste Bericht der Vereinten Nationen zum Zustand der Natur nach 2005.

Der Weltbiodiversitätsrat (Intergovernmental Plattform on Biodiversity and Ecosystem Services / IPBES) wurde 2012 von den Vereinten Nationen gegründet und hat die Aufgabe, das weltweite Wissen zu Status und Trends von Biodiversität und Ökosystemleistungen zusammenzustellen und aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger zu entwickeln (vgl. IPCC für Klimawandel).

Von 29. April bis 4. Mai 2019 haben die 132 Mitglieder von IPBES die Ergebnisse des globalen Zustandsberichts diskutiert und dazu Schlüsselbotschaften für die Politik angenommen. Österreich ist seit 2014 IPBES Mitglied.

 

 

Zentrale Botschaften sind:

  • Der Verlust von Biodiversität und Ökosystemleistungen schreitet nach wie vor und dazu mit einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit voran.
  • Derzeit sind weltweit ca. 1 Million Arten unmittelbar vom Aussterben bedroht (25%).
  • Natur und die Vielfalt ihrer Leistungen ist die Grundlage desLebens auf der Erde. Die aus dem Verlust resultierenden Konsequenzen für die Menschen (wirtschaftlich, ökologisch, sozial) sind gleichzustellen mit den Auswirkungen des Klimawandels.
  • Hauptursachen sind (in dieser Reihenfolge) Landnutzungsänderungen, Ressourcenexploitation, Klimawandel, Verschmutzung und gebietsfremde Arten.
  • Globale Umwelt- und Biodiversitäts-Ziele können nur erreicht werden durch einen „Transformative Change“ in allen Bereichen (Wirtschaft und Gesellschaft) und eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen.

Die Aussagen des globalen Assessments werden eine wichtige Grundlage für die globalen Verhandlungen im Rahmen der Konvention Biologische Vielfalt zu neuen Post 2020 Biodiversitäts-Zielen (COP15 in China im Okt 2020) aber auch die neue EU Biodiversitäts-Strategie post 2020 sein.
Weiter wurde ein neues Arbeitsprogramm für IPBES für die nächste 10 Jahre beschlossen. Dieses sieht neue Assessments zu „Biodiversität, Ernährung, Wasser und Gesundheit“, zu „Transformative Change“ sowie zu „Biodiversität und Business“ vor. Auch ein technisches Papier zu Biodiversität und Klimawandel als Input für IPCC wird erarbeitet.
Den Vorsitz bei IPBES7 hat Sir Robert Watson (UK) geführt. Als neue Vorsitzende für die nächsten drei Jahre wurde Anna Maria Hernández (Kolumbien) gewählt. IPBES 8 wird im Jänner/Februar 2021 in Marokko stattfinden.

Mehr Informationen unter www.ipbes.net

Veröffentlicht am 07.05.2019, Nachhaltige Entwicklung und natürliche Ressourcen (Abteilung III/2)