Naturpark Kaunergrat (Pitztal - Kaunertal)

Der Naturpark Kaunergrat setzt sich seit seiner Gründung aktiv für den Erhalt der Natur- und der Kulturlandschaft ein. 

Erhalt der Trockenrasen

Mit den Naturschutzgebieten Fließer Sonnenhänge (Natura 2000) und Trockenrasen Kauns-Kaunerberg-Faggen betreuen wir ein naturräumliches Kleinod, das nördlich des Alpenhauptkammes seinesgleichen sucht.

Unsere Trockenrasen sind bekannt für ihre enorme Artenvielfalt. Bei Erhebungen in den 70er-Jahren wurden über 500 Pflanzen-, 1100 Schmetterlings- und rund 150 Käfer-Arten nachgewiesen. Viele davon stehen auf der der „Roten Liste“. Aber auch eine Fülle von Netzflüglern, Wanzen, Heuschrecken, Wildbienen, Wespen und Ameisen sind auf den Erhalt der Trockenrasen angewiesen.
 

Für den Erhalt der Trockenrasen ist die Förderung der traditionellen Beweidung mit Ziegen und Schafen unerlässlich. Deshalb haben wir gemeinsam mit den betroffenen Naturparkgemeinden, den Grundbesitzern, den Weideberechtigten und den Naturschutzexperten des Landes einen Pflegeplan erarbeitet. Dieser sieht die Neuerrichtung von Weiderosten, Lesesteinmauern und Weidezäunen und die Entbuschung zugewachsener Bereiche vor um die Beweidung mit Ziegen, Schafen und Rindern zu ermöglichen.
 
Auf diese Weise können die seltenen Lebensräume für die zahlreichen Falter- und Bienenarten langfristig erhalten werden. Zudem besteht so die Möglichkeit, den „Gewinn für die Natur“ mit einer zusätzlichen Erwerbsmöglichkeit für die Bauern der Region zu verbinden. Ein besonderes Highlight der Weidewirtschaft stellt die Verarbeitung der Ziegenmilch aus den „Fließer Sonnenhängen“ dar. Die Ziegenbauern haben sich hier zusammengeschlossen und produzieren hochwertige Ziegenkäsesorten. Diese sind im Handel erhältlich und werden zudem in einigen Gastronomiebetrieben zu besonderen Speisen weiterverarbeitet. Leitprodukt ist der „Kaisermantel“, ein rotgeschmierter Ziegenkäse, der über eine wöchentliche Genusswanderung in den Trockenrasen ab heuer auch touristisch vermarktet wird.
 
Artenvielfalt zahlt sich immer aus! Diese Botschaft wollen wir mit unserer Teilnahme an der Kampagne vielfaltleben besonders unterstreichen und in die Welt hinaustragen.

Aufwind für Wiedehopf, Fledermaus und Co!

Der Wiedehopf ist durch seine Federhaube und seinen markanten Ruf „hoop hoop hoop“ besonders auffällig. Als Höhlenbrüter benötigt er jedoch Schützenhilfe von der örtlichen Bevölkerung. „Um fehlende natürliche Brutmöglichkeiten auszugleichen, werden die Haupt- und Volksschule Fliess und die Volksschule Kauns Nistkästen bauen und im Naturpark Kaunergrat aufstellen“ erklärt der Schutzgebietsbetreuer Ernst Partl. Auch für die Mopsfledermaus werden Nistkästen angefertigt und auf Bäumen aufgehängt.


 

Veröffentlicht am 19.07.2019, Nachhaltige Entwicklung und natürliche Ressourcen (Abteilung III/2)