Die Kirche und die biologische Vielfalt

Die Diözesen der katholischen und evangelischen Kirche Österreichs engagieren sich seit Jahren in verschiedenen Bereichen des Natur- und Klimaschutzes.

Zahlreiche Initiativen wie „Autofasten“, „Natürlich Feiern“, die Erstellung Ökologischer Leitlinien und die Selbstverpflichtung auf Energie- und CO2-Reduktionsziele für einzelne Diözesen sowie ein österreichweites Projekt zur Etablierung von Umweltmanagement nach EMAS für Pfarren und kirchliche Betriebe zeigen, dass Natur- und Umweltschutz innerhalb der Kirchen als wichtiges Thema gesehen wird.



Artenschutz als kirchliche Verantwortung


Doch sehen die Kirchen auch ihre Verantwortung im konkreten Artenschutz: Eine besondere Verantwortung haben die Kirchen für den Schutz Gebäude bewohnender Fledermäuse, von denen einige Arten überwiegend  Kirchendachböden bewohnen. Hier besteht seit Jahren eine konstruktive Zusammenarbeit mit Initiativen zum Fledermausschutz, sodass ein Monitoring in den Quartieren stattfinden kann, Bauprojekte so angesetzt und ausgeführt werden, dass die Fledermäuse nicht vertrieben werden und Veranstaltungen zur Umweltbildung (batnight – Fledermausnächte) oft in kirchlichen Räumen stattfinden. Im Zuge der Projektpartnerschaft mit der Kampagne vielfaltleben sollen die Kontakte der Umweltbeauftragten genutzt werden, um für möglichst viele Fledermauswochenstuben Quartierbetreuer zu finden. Weiters sollen Informationsmaterialien für Pfarren und Gemeinden erstellt werden, um die nächtliche Beleuchtung von Kirchen und Sehenswürdigkeiten fledermausfreundlich zu gestalten.


 
Ein weiterer Bereich ist die Pflege kirchlicher Grundstücke


Durch Broschüren und Informationsmaterialien werden Pfarren motiviert, ihre Gärten, Friedhöfe und anderen Grundstücke giftfrei und extensiv zu bewirtschaften. Bei verpachteten Grundstücken wird in vielen Diözesen vorsorglich der Verzicht auf den Anbau von GVO eingefordert und die Verpachtung an Biobetriebe präferiert.
Weiters werden Bürgerinitiativen unterstützt, die sich gegen die Zerschneidung von wertvollen Lebensräumen durch den Ausbau von Schnellstraßen und Transitrouten richteten, wie z.B. aktuell im Marchfeld, in Kärnten und der Steiermark (S36/S37).
Wesentlich ist aber, bei vielen Menschen überhaupt ein Bewusstsein für den Wert der Vielfalt der Schöpfung zu wecken. Der Schöpfungstag am 1. September - eine Initiative des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel - bzw. die Schöpfungszeit im Kirchenjahr (1. September bis 4. Oktober) soll gerade dafür sensibel machen.

Kirchliche Initiativen zum Jahr der Biodiversität

Ziel der nunmehrigen Kampagne "vielfaltleben" sei es, das Thema Biodiversität österreichweit in den Pfarrgemeinden bekanntzumachen. "Entscheidende Schritte zur Verbesserung der Lebensmöglichkeiten gefährdeter Arten und zum Schutz ihrer Lebensräume, so weit sie im Einflussbereich der Pfarrgemeinden und Diözesen liegen", werden angestrebt. Im kirchlichen Bereich seien dies vor allem Türme, wo Fledermäuse, Falken oder Eulen leben, erklärte Neumayer.

Zum Thema "Beleuchtung von Kirchen und Pfarrgründen" wollen die Umweltbeauftragten eine Broschüre herausgeben. Die Intensivbestrahlung von Gebäuden beeinträchtige Fledermäuse, Vögel und nachtaktive Insekten "massiv" bis hin zur Existenzbedrohung. "Oft reicht schon der Tausch bestimmter Lampen oder die Änderung des Einstrahlwinkels, um die gefährdeten Tiere schützen", wies Neumayer hin.

 

Veröffentlicht am 19.07.2019, Nachhaltige Entwicklung und natürliche Ressourcen (Abteilung III/2)