Alpenbock (Rosalia alpina)

Der „schönste Käfer Europas“ ist gefährdet. Zum einen gilt der Alpenbock als beliebtes Sammlerobjekt, zum anderen fehlt der notwendige Lebensraum.

Altes oder abgestorbenes Holz ist in unseren heimischen Wäldern nur mehr selten zu finden. Die nachhaltige Nutzung in der Fortwirtschaft beinhaltet meist nur den Erhalt und Zuwachs von Jungbäumen, der Prozess der Alterung und der Zerfall werden hingegen nicht berücksichtig. Die Mehrheit der Bäume wird im besten Alter abgeholzt, ein natürliches Ende finden die wenigsten.

Dieses Alt- oder Totholz ist die Lebensgrundlage des Alpenbocks. Die Weibchen wählen als Brutstätte bevorzugt altes Buchenholz in sonniger Lage. Die Eiablage erfolgt in Rissen im Holz oder Verletzungen der Rinde. Für die Entwicklung vom Ei über mehrere Larvenstadien und der Puppe bis hin zum Käfer braucht der Alpenbock etwa drei Jahre. Kritisch wird dieser Prozess wenn die blau-grau gemusterten Käfer ihre Eier in Holzstapel legen, die abtransportiert werden. Für den Nachwuchs ist die Überlebenschance dann gleich null.

Die 15-38 Millimeter großen Krabbeltiere gelten in der gesamten EU als gefährdet und sind daher besondern schützenwert. Ihr Bestand kann aber nur durch den Erhalt ihres natürlichen Lebensraums gesichert werden.
 

Veröffentlicht am 19.07.2019, Nachhaltige Entwicklung und natürliche Ressourcen (Abteilung III/2)