Bilaterale Gespräche in Prag

Bundesministerin Maria Patek traf ihre tschechischen Amtskollegen zu Gesprächen über nachhaltige Lösungen in den Bereichen Atomkraft und Borkenkäferbefall.

Der geplante Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany und der Borkenkäferbefall der tschechischen Wälder an der oberösterreichischen Grenze sorgten zuletzt für reichlich Gesprächsstoff zwischen den benachbarten Staaten. Beide Themen standen daher im Fokus der Auslandsreise von Bundesministerin Maria Patek, die am 12. und 13. September in Prag mit dem tschechischen Umweltminister, dem Energieminister und dem Landwirtschaftsminister zusammentraf. Ziel der Gespräche war, den bilateralen Dialog zu stärken und gemeinsame Lösungsansätze zu diskutieren.

Atomkraft nicht nachhaltig

Im Dialog mit Tschechiens Umweltminister Richard Brabec unterstrich Patek die Position Österreichs: „Wir respektieren die nationale Souveränität Tschechiens, seine Energiepolitik selbst zu wählen. Überall, wo es um den Schutz der österreichischen Bevölkerung und auch um den Schutz der Umwelt geht, sind wir allerdings berechtigt und verpflichtet, unsere Stimme zu erheben. Österreich lehnt die Nutzung von Atomenergie ab – sie ist nicht nachhaltig und keine Zukunftstechnologie. Daher sind wir auch gegen den weiteren Ausbau des Atomkraftwerkes Dukovany.“

Österreich legt großen Wert darauf, im weiteren Verfahren eng eingebunden zu sein, insbesondere im Hinblick auf das bilaterale Nuklearinformationsabkommen. Auch bei Laufzeitverlängerungen sollen verpflichtende Umweltverträglichkeitsverfahren durchgeführt werden. Das unterstreicht ein bestehendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Dukovany hat bei vier Reaktorblöcken die Laufzeit verlängert, zu denen es keine Umweltverträglichkeitsprüfung-Verfahren gab.

Gemeinsam gegen Borkenkäferbefall

An der oberösterreichischen Grenze breitet sich der Borkenkäfer zunehmend aus. Vor allem im Osten bzw. Nordosten Österreichs ist die Lage durch überdurchschnittlich warme Wetterlagen und Trockenheit sehr angespannt. Für 2019 wird mit einer Menge von rund 11 Millionen Festmeter Schadholz gerechnet. Durch den hohen Anteil an Schadholz ist der Holzpreis am Tiefstand – Erntekosten können durch die Erlöse teilweise nicht mehr abgedeckt werden. Im Gespräch mit dem tschechischen Landwirtschaftsminister Miroslav Toman sprach Bundesministerin Maria Patek daher Maßnahmen an, durch die eine weitere grenzüberschreitende Ausbreitung des Fichtenborkenkäfers im Böhmerwald verhindert werden kann.

Veröffentlicht am 13.09.2019, Kabinett der Bundesministerin

Mehr zu diesem Thema

Filteroptionen
Hier können Sie Ihre Auswahl nach Elementtypen einschränken.