Hochwasserschutz Zellerbecken

Das Hochwasserschutzprojekt Zeller Becken ist gegenwertig eines der größten Schutzprojekte im Land Salzburg. Das Projektgebiet beinhaltet die Gemeinden Kaprun, Piesendorf, Bruck an der Glocknerstraße und die Stadtgemeinde Zell am See.

 

Die Gemeinden Bruck an der Glocknerstraße und die Stadtgemeinde Zell am See werden durch dieses Projekt im besiedelten Raum von Hochwässern der Salzach geschützt. Durch die geplanten Aufweitungen entlang der Salzach und die Optimierung der bestehenden Retentionsräume ist dieses Projekt auch ökologisch eine Aufwertung und kann sich in Zukunft zu einem Naherholungsgebiet der beteiligten Gemeinden entwickeln.

Begleitet wird die Aufweitung am gegenüberliegenden Ufer von niedrigen Hochwasserschutzdämmen bzw. Uferanpassungen zur Sicherung der drei Retentionsräume Kapruner Moos, Neuwiesen und Brucker Moos. Die Begleitdämme werden von gezielten Überlaufsektionen unterbrochen. Damit wird ein kontrolliertes Fluten der drei Retentionsräume erst ab einen HQ30 sichergestellt. Die Ausleitung erfolgt bei abklingender Hochwasserwelle über pegelgesteuerte Verschlussbauwerke. Die in der ansteigenden Hochwasserwelle verschlossenen Bauwerke schützen den Retentionsraum vor einer frühzeitigen Flutung durch einen Rückstau der Salzach. Die großen Vorteile dieser Methode sind einerseits eine Freihaltung des Retentionsvolumen für die Hochwasserspitze und andererseits eine Verbesserung für die Beanspruchung der Grundstücke bei kleinen Hochwässern.

Weitere Hochwasserdämme sind zur Abschottung des besiedelten Raumes im Bereich Brucker Moos und Sonderbauwerke bei bestehenden Gräben und Kanälen notwendig. Als aufwendigste Bauwerke dieser Art können hier die Absperrung, Ausleitung und nötige Notentlastung des Bruckbergkanals angeführt werden. Durch die Aufweitung der Salzach ist der Neubau der Mayer Einöd Brücke notwendig.

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 22,000.000 € davon werden vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus 84,2 %, d.s.18,524.000 € übernommen.

Ziel ist, der Wasserhaushalt  und der Schutz gegen Hochwasser sowie die Sicherung und Verbesserung des ökologischen Zustands. Eingriffe in das Abflussgeschehen und Landschaft sollen auf ein Minimum beschränkt werden und bestehende Retentionsräume sollen optimal genutzt werden. Die in das Ortsgebiet von Bruck (Baulos 2) abgegebene Hochwasserwelle darf sich gegenüber dem Bestand – vor allem hinsichtlich des Spitzenabflusses - nicht ändern (Wasserrecht)

Der Zeller See ist weiterhin auch ein wesentlicher Bestandteil des Hochwasserschutzkonzeptes.

Besonderheit in diesem Projekt wird ein zeitgemäßer Hochwasserschutz unter Berücksichtigung der bestehenden Förderrichtlinien (RIWA-T) umgesetzt. Die Optimierung von bestehenden Retentionsräumen verbunden mit einer langen Aufweitung (3,5 km) der Salzach stellen nicht nur den benötigten Hochwasserschutz sicher sondern bereichern dieses Projekt auch in ökologischer Hinsicht. Technische Bauwerke werden auf ein Minimum reduziert und somit kann sich der Hochwasserschutz elegant in die Natur integrieren

Mit dem Bau dieser Hochwasserschutzmaßnahme wurde 2017 begonnen und soll 2020 abgeschlossen sein.

Veröffentlicht am 07.06.2018, Schutzwasserwirtschaft (Abteilung I/10)