Hochwasserschutz Velden, Rajacherbach

Der vorliegende Gefahrenzonenplan für den Rajacherbach aus dem Jahr 2009 zeigt, dass trotz bestehender Hochwasserschutzanlagen, mit welchen in den 1980ger Jahren abschnittsweise begonnen wurde, immer noch Teilbereiche von Siedlungs- und Gewerbegebieten in Velden am Wörthersee bei Hochwasserereignissen gefährdet sind.

Insgesamt sind bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis 47 Objekte sowie zahlreiche Infrastruktureinrichtungen (ÖBB, Bundes- und Landesstraßen, Gemeindestraßen) betroffen. Aufgrund des vorliegenden Gefahrenpotentials wurde ein Schutzkonzept mit dem Ziel ausgearbeitet, die bestehenden Hochwasserschutzanlagen zu optimieren und ein Maßnahmenkonzept für eine bessere Bewirtschaftung der vorhandenen Rückhalteanlagen zu erstellen.

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 4,500.000 €, davon werden vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus 44,5 %, d.s. 2,002.500 € übernommen.

 

Der erste Bauabschnitt der geplanten Schutzmaßnahmen soll bis zum Ende des Jahres 2020 realisiert werden.

Mit dem ersten Bauabschnitt kann der bestehende Schutzgrad durch eine maßgebliche Vergrößerung des Retentionsvolumens der beiden bestehenden Rückhaltebecken (von derzeit insgesamt 39.000 m3 auf zukünftig rund 151.000 m3) in Kombination mit ergänzenden Linearmaßnahmen auf einer Gesamtstrecke von rund 2,0 km verbessert werden. Durch die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen wird die Hochwasserspitze bei einem 100-jährlichen Ereignis von HQ100 = 14 m³/s auf max. 5 m³/s gedrosselt. Mit einer neuen und zusätzlichen Bachquerung (Rohrpressung DN2500) im Bereich der B 83 Kärntner Straße, soll das verbleibende Restrisiko des Gewerbegebietes auf ein entsprechend geringes Maß reduziert werden.

In einem zusätzlich geplanten Ausbauschritt (BA 02) am Rajacherbach   sind ergänzende Linearbaumaßnahmen in Velden vorgesehen, um die gedrosselten Hochwasserabflussmengen aus den Rückhaltebecken letztlich bis in den Wörthersee schadlos abführen zu können. Mit diesem Bauabschnitt soll 2019 begonnen und bis 2022 abgeschlossen werden.

Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen ist auch vorgesehen, sämtliche bestehende Querbauwerke, Verrohrungen sowie Überlaufbauwerke (Bäckerteich, Schlossteich) zu erneuern und fischpassierbar herzustellen, um nunmehr die Durchgängigkeit vom Wörthersee bachaufwärts gewährleisten zu können. Somit kann ergänzend zum Hochwasserschutz auch eine Verbesserung des ökologischen Zustandes des Gewässers unter Berücksichtigung der Vorgaben des nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanes (NGP) erreicht werden.

 

Veröffentlicht am 24.08.2018, Schutzwasserwirtschaft (Abteilung I/10)