Zweites LIFE-Projekt am Lech

Im Tiroler Lechtal wurde bereits von 2000 bis 2007 mit dem Projekt „Wildflusslandschaft Tiroler Lech“ ein erster erfolgreicher Schritt zur Re-Dynamisierung des Flusslebensraumes gesetzt. Mit dem neuen LIFE-Projekt „Dynamic River System Lech“ gehen die Flussrevitalisierungen am Lech weiter – 3,6 Millionen Euro an EU-Mitteln wurden dafür bereitgestellt.

Zum zweiten Mal hat die Europäische Kommission ein LIFE-Projekt im Tiroler Lechtal genehmigt. Damit stehen von 2016 bis 2021 mehr als sechs Millionen Euro für die Gestaltung und Verbesserung des Flusslebensraums im Oberlauf des Lech zur Verfügung. 60 % oder rund 3,6 Millionen Euro kommen von der EU, die restlichen 2,4 Millionen Euro (40 %) werden vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, vom Land Tirol und den beteiligten Gemeinden sowie vom benachbarten bayerischen Wasserwirtschaftsamt Kempten aufgebracht.

Im Zentrum des Projekts stehen insgesamt 11 flussbauliche Maßnahmen zur Re-Dynamisierung des Lechs, schwerpunktartig am Oberlauf zwischen Holzgau und Vorderhornbach. Die Maßnahmen basieren auf dem interdisziplinären Gewässerentwicklungskonzept Lech, das im Rahmen des ersten LIFE-Projekts erstellt wurde. Im Zuge der Maßnahmen werden Ufersicherungen entfernt, Ufer aufgeweitet, Nebengerinne angelegt, Buhnen verkürzt und so dem Fluss wieder mehr Raum für eigendynamische Entwicklung zurückgegeben. Insgesamt werden im Projektzeitraum rund 10 km „weiche“ ungesicherte Flussufer und rund 25 ha dynamisch geprägte Flussräume neu geschaffen. Gleichzeitig soll durch die Revitalisierungsmaßnahmen die Eintiefung der Flusssohle gestoppt und der Grundwasserspiegel im Umland stabilisiert werden.

Ergänzend dazu werden spezifische Artenschutzmaßnahmen für Flora und Fauna durchgeführt. Ziel ist es, die Lebensbedingungen vor allem für Arten, die auf Kiesbänke angewiesen sind, wie Flussuferläufer, Flussregenpfeifer und Heuschrecken wie die Gefleckte Schnarrschrecke, aber auch für Amphibien, Krebse und Kleinfische zu verbessern. Alle Maßnahmen werden von einem umfangreichen Monitoringprogramm begleitet.

Als Maßnahmen für Information und Bewusstseinsbildung sind Medienarbeit, Projekt-Homepage und diverse Druckerzeugnisse (Laienbericht, Folder, Kippeffekt Postkarte, Neuauflage des Lech- Flusserlebnisführers) geplant. Großer Wert wird aber auch auf Besucherbetreuung in Form von Wanderausstellungen, Exkursionen, Aktionstagen und laufender Information im Naturparkhaus gelegt. Auch ein Kurzfilm berichtet über das LIFE-Projekt.

 

 

Veröffentlicht am 26.05.2017, Schutzwasserwirtschaft (Abteilung I/10)