Flusserlebnisführer "Auf zu lebendigen Ufern"

Eine Broschüre vom  Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und WWF soll zu eigenen Erkundungen in den naturnahen Landschaften an Österreichs revitalisierten Flüssen anregen.

Im Rahmen der Kooperation „Gemeinsam für unsere Flüsse“ arbeiten BMLFUW und WWF Österreich zusammen, um den ökologischen Hochwasserschutz und die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern. Der Flusserlebnisführer präsentiert zwölf Flussrevitalisierungen (= naturnahe Wiederherstellung ehemals hart verbauter Flussstrecken) und bietet Informationen zu diesen Flüssen und zu den unterschiedlichen Gründen, warum Flüsse wieder in einen naturnahen Zustand zurückversetzt werden sollen. Zusätzlich lädt eine Österreichkarte mit Vorschlägen für Wander- und Radstrecken zu Ausflügen entlang dieser Flüsse ein.

Lebendige Flüsse sind pulsierende Lebensadern

Ein feingliedriges Adernetz von Flüssen und Bächen durchzieht die Landschaften Österreichs und bildet einen essentiellen Teil des Kreislaufs der Natur. Lebendige Flüsse bilden das Kernstück vieler naturnaher Landschaften. Laut Analyse des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sind heute jedoch 54 % von Österreichs Flüssen durch Regulierungen, Verbauungen, Wasserkraftwerke etc. stark beeinträchtigt.

Die Begradigung und Einengung des Flussbettes erhöht die Fließgeschwindigkeit und verstärkt den Abtransport von Flussmaterial. Bleibt durch Querbauwerke zusätzlich der Nachschub aus, gräbt sich der Fluss ein. Als Folge sinkt der Grundwasserspiegel und die Trinkwasserversorgung wird gefährdet. Fische können die abgetrennten Seitengewässer nicht mehr zum Laichen nutzen.

Ein breites Flussbett bringt viele Vorteile: die Fließgeschwindigkeit wird vermindert und somit die Gefahr der Eintiefung der Flusssohle gestoppt. Gleichzeitig entstehen Schotterbänke, Auwälder, Seiten- und Altarme, wichtige Lebensräume für viele bedrohte Arten. Wir Menschen profitieren durch höhere Hochwassersicherheit und gesteigerten Erholungswert.

Schutzwasserbau auf neuen Wegen

Die neue Art des Schutzwasserbaues zielt darauf ab, die Anforderungen des Hochwasserschutzes mit den ökologischen Zielen im und am Gewässer zu harmonisieren. Viele umgesetzte Revitalisierungsprojekte bestätigen, dass in Österreich diese neue Strategie Früchte zu tragen beginnt.

Ausgewählte Beispiele, die in den letzten Jahren erfolgreich revitalisiert wurden, stellt der Flusserlebnisführer "Auf zu lebendigen Ufern" vor. Der Flusserlebnisführer mit praktischer Flusswanderkarte soll das Interesse der Bevölkerung wecken, die Naturlandschaften an unseren Flüssen zu erkunden. Auf der Kartenrückseite werden Wander- und Radrouten an den folgenden Flüssen beschrieben: Ill, Lech, Drau, Mur, Lafnitz, Donau, Liesing, Kamp, Pielach, Johnsbach und Traun.

Bei Interesse kann dieser eindrucksvolle Folder inkl. Karte unter der e-mail: schutzwasserwirtschaft@bmnt.gv.at kostenlos bestellt werden.
 
 

Veröffentlicht am 23.11.2015, Schutzwasserwirtschaft (Abteilung I/10)