Mehr Ökologie für Oberösterreichs Fließgewässer - Rückbau Grünbach in der Gemeinde Offenhausen

Die Renaturierungsmaßnahmen am Grünbach erfüllen die Zielsetzungen des nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanes und bedeuten eine wesentliche Verbesserung des ökologischen Zustandes.

Ziel des vom Ministerium geförderten Projektes ist es, die strukturellen Belastungen in den betroffenen Flüssen zu beseitigen und den guten ökologischen Zustand wieder herzustellen. Mit diesen Maßnahmen können die Gewässer wieder als Lebensraum für Mensch und Natur zurückgewonnen werden. Bis 2015 stellt das Ministerium für die Umsetzung derartiger ökologischer Maßnahmen an Flüssen 140 Mio. Euro zur Verfügung.

 
Wasser-Landesrat Rudi Anschober: "Es freut mich, dass wir es in Oberösterreich, schaffen, solch ambitionierte Projekte wie die Rückbaumaßnahmen des Grünbachs bei Offenhausen umzusetzen. Dadurch werden endlich die in der Vergangenheit verursachten ökologischen Schäden ausgemerzt. Aber wir haben noch viel zu tun und hoffen dabei weiterhin auf die tatkräftige Unterstützung."

Fakten zum Projekt:
Die Renaturierungsmaßnahme, welche die gewässerökologischen Aspekte sehr ausführlich behandelt, strebt die Restrukturierung einer äußerst monotonen Gerinnestrecke des Grünbaches im unmittelbaren Ortsbereich von Offenhausen an. Bereits im Jahre 2003 erfolgte seitens der Oö. Bundeswasserbauverwaltung eine Verbesserung des hart regulierten Gerinneabschnittes im Zuge einer Bachbettverlegung im Bereich des Sportplatzes. Die gegenständliche Maßnahme schließt unmittelbar an diesen bereits strukturierten Gerinneabschnitt an und erstreckt sich auf einer Länge von rd. 245 m. Trotz intensiver Bemühungen konnten keine über das öffentliche Wassergut hinausgehenden Flächen gewonnen werden und stehen daher für die Renaturierungsmaßnahmen lediglich 8 bis 10 m breite Grundstücksstreifen zur Gestaltung eines strukturierten Abflusses zur Verfügung. Die künftige Linienführung wird in leicht geschwungener Form ausgebildet, das Sohlgefälle wird eine mittlere Neigung von 3,6 Promille aufweisen. Zur Erlangung hoher Tiefen- und Breitenvarianzen wird das Nieder- und Mittelwasserprofil in Breiten zwischen ein und zwei Meter angelegt. Der punktuelle Einbau von Konglomeratsteinen sowie von Wurzelstöcken wird durch die Ausbildung unterschiedlicher Strömungsverhältnisse eine sehr vielfältige Strukturierung des Gerinnebettes bewirken. Zur Sohlstabilisierung werden Sohlgurte aus rau verlegten Konglomeratsteinen mit unterschiedlichen Querneigungen eingebaut. 

Im Anschluss an die Renaturierungsstrecke werden drei für Gewässerorganismen nicht überwindbare Betonabsturzbauwerke mit Gefällshöhen zwischen 0,8 und 1,4 m entsprechend dem Stand der Technik durch aufgelöste Riegelrampen ersetzt, um die Durchgängigkeit des Gewässersystems für die Leitfischarten Bachforelle, Koppe und Bachschmerle zu verbessern bzw. die Passierbarkeit wieder herzustellen. Die Dimensionierung der Riegelrampen erfolgte für das HQ30 mit jeweils einer flachen Rampenneigung im Verhältnis von 1:22. Die Höhendifferenz zwischen den einzelnen Riegeln beträgt 8 – 13 cm, während die Riegelabstände zwischen 1,6 und 3,3 m variieren.
 
Die Renaturierungsmaßnahmen am Grünbach erfüllen die Zielsetzungen des nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanes und bedeuten eine wesentliche Verbesserung des ökologischen Zustandes des Gewässersystems.
Die Finanzierung erfolgt entsprechend den Vorgaben des Umweltförderungsgesetzes (UFG). 
 

Veröffentlicht am 20.02.2014, Siedlungswasserwirtschaft (Abteilung I/11)