Renaturierung Aschach, Leitenbach und Sandbach

Vor über 80 Jahren wurden die Aschach, der Leitenbach und der Sandbach im Bereich Waizenkirchen reguliert. Seither weisen die Gerinne einen geradlinigen Verlauf mit wenigen Strukturelementen auf.

Ziel des vom Ministerium geförderten Projektes ist es, die strukturellen Belastungen in den betroffenen Flüssen zu beseitigen und den guten ökologischen Zustand wieder herzustellen. Mit diesen Maßnahmen werden die Gewässer wieder als Lebensraum für Mensch und Natur zurückgewonnen. Bis 2015 stellt das Ministerium für die Umsetzung derartiger ökologischer Maßnahmen an Flüssen 140 Mio. Euro zur Verfügung.

Wasser-Landesrat Rudi Anschober: "Es freut mich, dass wir es in Oberösterreich, auch dank der Unterstützung aus Wien, schaffen, solch ambitionierte Projekte wie die Renaturierung der Aschach, des Leitenbaches und des Sandbaches umzusetzen. Dadurch werden endlich in der Vergangenheit verursachte ökologische Schäden ausgemerzt. Aber wir haben noch viel zu tun und hoffen dabei weiterhin auf die tatkräftige Unterstützung."
 
Die Idee für eine Revitalisierung der Aschach und der Zubringer Leitenbach u. Sandbach entstand beim Hochwasserschutzverband Aschachtal im Jahr 2008, nachdem in Oberösterreich bereits einige Revitalisierungs-Projekte erfolgreich umgesetzt wurden. Die wichtigste und schwierigste Vorarbeit war der Ankauf der erforderlichen Grundstücke entlang der Gewässer. Nach Abschluss dieser Vorleistungen konnten im Jahr 2009 das Technische Büro "blattfisch", Wels und das Ingenieurbüro Humer, Geboltskirchen mit der Erstellung eines ökologisch orientierten Einreichprojektes beauftragt werden.
Das in Umsetzung befindliche Revitalisierungsprojekt wurde im September 2009 von der BH Grieskirchen sowohl naturschutzrechtlich als auch wasserrechtlich bewilligt. Die Förderzusagen durch Bund und Land OÖ. wurden im November 2009 erteilt.
 
Der Leitenbach und der Sandbach münden direkt oberhalb des sogenannten Aschach-Durchbruches in die Aschach. Die Renaturierung betrifft den Leitenbach Unterlauf auf einer Länge von 780 m, den Sandbach Unterlauf auf 400 m und die Aschach auf einer Länge von 500 m. Es ist vorgesehen, durch Neuanlage der Bachläufe, Aufweitungen und Einbau von Strukturelementen eine natürliche dynamische Entwicklung der Gewässer in Gang zu setzen. Da hier sehr viele Faktoren mitwirken, kann vorweg schwer abgeschätzt werden, wie sich die Gewässer entwickeln werden. Durch den großzügigen Ankauf von Flächen kann jedoch der natürlichen Entwicklung der Gewässer nahezu "freier Lauf" gelassen werden. Es ist daher zu erwarten, dass sich in den nächsten Jahren eine tolle Flusslandschaft mit einer Vielzahl an unterschiedlichsten Lebensräumen entwickeln wird. Durch großflächige Geländeabsenkungen kommt es im Projektsbereich zukünftig zu häufigeren Überflutungen, dadurch soll die Entstehung eines Auwaldes der "weichen Aue" begünstigt werden. Insgesamt werden ca. 35000 m3  Erdaushub entfernt und dadurch das für die Region so wichtige natürlich vorhandene Retentionsvolumen direkt oberhalb des Aschach–Durchbruches erhöht.
Die Renaturierung der Aschach und der beiden Zubringer ist im gesamten Einzugsgebiet der Aschach ein wesentlicher Schritt zur Erreichung der Ziele der EU- Wasserrahmenrichtlinie. Die Umsetzung weiterer Maßnahmen, wie die Herstellung der Durchgängigkeit in der Aschach im prioritären Raum, werden derzeit geplant und sollen in weiteren Schritten ehest möglich umgesetzt werden.
 

Die ersten vorbereitenden Arbeiten erfolgten bereits im Februar 2010, die trockene Witterung im Frühjahr 2011 kam dem Projekt zugute, da dadurch der Bodenaushub und die Profilierung der Bäche extrem erleichtert wurden. Die kalkulierten Gesamtbaukosten des Projekts belaufen sich auf 900.000 Euro. Das Vorhaben wird vom Ministerium aus Mitteln der Umweltförderung mit 60 % und vom Land OÖ. mit 30 % gefördert. Der Hochwasserschutzverband Aschachtal kommt für 10 % der Kosten auf.

Ziele des Projekts:
Schaffung von mehr Raum für die Gewässer.
Initiierung der mäandrierenden Linienführung entsprechend dem Leitbild.
Herstellung der Längsdurchgängigkeit für Fische und andere Kleintiere.
Entwicklung einer standortgerechten Gewässerflora und –fauna.
 

Projektsdaten: 
Bauherr:
            Hochwasserschutzverband Aschachtal, Esthofen 15, 4730 Waizenkirchen
            Obmann: Bgm. Wolfgang Schöppl
            Geschäftsführer: Ing. Josef Dopler
 
Veranlassung:
            EU-Wasserrahmenrichtlinie (Qualitätszielverordnung); Wasserrechtsgesetz.
 
Projektanten:
            Ingenieurbüro für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, DI. Günter   Humer, 4682              Geboltskirchen.
            Technisches Büro für Gewässerökologie, blattfisch, DI. Clemens Gumpinger,   4600 Wels.
 

Kosten und Finanzierung: 
Kalkulierte Gesamtbaukosten 900.000 Euro
Finanzierung: 60 % Ministerium aus Mitteln der Umweltförderung, 30 % Land, 10 % Hochwasserschutzverband Aschachtal
Baubeginn Februar 2010; Fertigstellung 2012
 
Die Bauausführung erfolgt unter Mithilfe des Gewässerbezirkes Grieskirchen.

Veröffentlicht am 20.02.2014, Siedlungswasserwirtschaft (Abteilung I/11)