Gewässerökologische Maßnahmen an der Lutz

Die Lutz in Bludesch und Thüringen wurde in einem ersten Abschnitt von der Mündung 1,6 km flussaufwärts renaturiert. Ziel des Projektes ist eine ökologische Aufwertung des Gewässers mit Strukturverbesserungen.

Die Maßnahmen an der Lutz führen zu einer Verbesserung des ökologischen Zustandes des Gewässers und der damit zusammenhängenden Ökosysteme im Umland. Es ist  ein weiteres Projekt in Vorarlberg, das auf Basis des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans umgesetzt wurde.

Die vorhandenen, teilweise zerstörten Dammbauwerke im Renaturierungsabschnitt wurden entfernt und damit aufgeweitete Bereiche mit Steinbuhnen geschaffen. Die bisher dort standorttypischen Trockenuferauwälder wurden nur wo es unbedingt notwendig war befristet gerodet. Es ist zu erwarten, dass eine spontane Vegetationsentwicklung mit typischen Arten der Uferregion erfolgt.

Die Schotterterrassen werden künftig häufiger überflutet und so günstige Bedingungen für die natürliche Entwicklung geschaffen. Dies sollte die neuen Lebensräume für Tier- und Pflanzengesellschaften dennoch vor übermässiger Verbuschung bewahren. Die bessere Vernetzung des Gewässers mit dem Umland ist für die Entwicklung der Fischpopulation von großer Beduetung. Zudem wurde ein Absturz im Mündungsbereich umgestaltet und durch Vorschüttung von Abräummaterial in mehrlagiger Form die Durchgängigkeit wieder hergestellt. Das Niederwassergerinne, wo auch die Geschiebeführung stattfindet, blieb bestehen und wurde strukturell aufgewertet. Im Gegensatz zu einem Hochwasserschutzprojekt stehen bei diesem Projekt ökologische Aspekte des Gewässers und der verbunden Auen im Vordergrund. Die Wasserabfuhr bei Hochwasser und die Sicherheit der Siedlungsgebiete und Infrastruktur bleiben dennoch gewährleistet.

Das Projekt wurde zwischen Dezember 2011 und April 2012 realisiert. Restarbeiten sind aufgrund der hohen Wasserführung noch im Herbst 2012 durchzuführen. Die Gesamtkosten für die ökologischen Maßnahmen betragen 2,5 Millionen Euro. Die Kosten werden zu 60 Prozent vom Ministerium und zu 30 Prozent vom Land Vorarlberg gefördert, sodass lediglich 10 Prozent der Kosten vom Lutzverband Ludesch-Thüringen-Bludesch zu tragen sind. Der Verband beabsichtigt, in den nächsten Jahren mit Unterstützung der Abteilung Wasserwirtschaft im Amt der Landesregierung einen weiteren Renaturierungsabschnitt zu planen und umzusetzen.

Veröffentlicht am 11.02.2014, Siedlungswasserwirtschaft (Abteilung I/11)