Harder Lebensader erstrahlt in neuem Glanz

Nach zehnmonatiger Bauzeit konnten die ökologischen Maßnahmen zur Renaturierung des Harder Dorfbaches abgeschlossen werden.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden bereits immense Anstrengungen unternommen, den Harder Dorfbach als wertvollen Lebensraum zu erhalten und naturgetreu zurückzubauen. Mit der Renaturierung des letzten Teilstückes wurde nun auch im sensiblen Bereich zwischen dem neu errichteten Abwasserhebewerk beim Dorfbachhafen bis oberhalb der „Wolff-Mühle“ der biologisch „tote“ Dorfbach wieder zum Leben erweckt und ein neues Erholungsgebiet für die Harderinnen und Harder geschaffen.

Die Realisierung sei kein leichtes Unterfangen gewesen, da es viele verschiedene Interessen – der Anrainer, des Hochwasserschutzes, der Fischerei, des Kneippvereins, der Fördergeber, der Biologie und der Gemeinde – unter einen Hut zu bringen galt.

Förderungen von BMNT und Land

Für die Realisierung des Bauvorhabens wurden 1,3 Mio. Euro aufgewendet. 90% der Kosten wurden mit Fördergeldern des BMNT und des Landes finanziert. Die restlichen 10%, die von der Gemeinde aufzubringen sind, werden teils refinanziert durch Grundabtretungen im Uferbereich an das Öffentliche Wassergut.

Die Renaturierung des Harder Dorfbachs führt zu einer deutlichen Verbesserung des ökologischen Zustandes des Gewässers und der damit zusammenhängenden Ökosysteme im Umland. Es war dies das erste Projekt in Vorarlberg, das vom Ministerium im Zuge der Förderungsinitiative zur Umsetzung der Maßnahmen aus dem Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan maßgeblich gefördert wurde. Insgesamt unterstützt das Ministerium die Renaturierung des Harder Dorfbachs mit einem finanziellen Beitrag von etwa 780.000 Euro.

Ökologische Maßnahmen

Im Zuge der Renaturierung wurden von Anfang Juli 2011 bis zur Fertigstellung im April 2012 zahlreiche ökologische Maßnahmen umgesetzt, um eine künftige Verschlammung deutlich zu verringern und die Ansiedlung von Fischen und Kleinlebewesen wie Muscheln und Flusskrebsen zu unterstützen. Für die Bepflanzung wählte man standortgerechte Gehölze aus.

Weiters wurde, ausgehend vom neuen Abwasserhebewerk beim Dorfbachhafen, auch ein neuer Fußweg angelegt. So besteht nun die Möglichkeit, vom See bis ins Zentrum stets in Bachnähe zu spazieren. Entlang des Weges laden beschauliche Winkel, die Kneippanlage, Ruhebänke und Sitzstufen zum Verweilen ein.

Mehr Lebensqualität

Dass der Dorfbach „neu“ mehr Lebensqualität für die HarderInnen bedeutet, steht für Bürgermeister Harald Köhlmeier außer Frage. Dank der umgesetzten ökologischen und gestaltungsgebenden Maßnahmen, konnte der Gemeinde im sensiblen Zentrumsbereich ein wunderschönes Stück Natur zurückgegeben werden. Die Harder Lebensader ist nun wieder ein Platz zum Wohlfühlen – und davon profitieren alle Harderinnen und Harder.

Abschnitt: Dorfbachhafen bis oberhalb der „Wolff-Mühle“

Länge: 0,8 km

Bauzeit: Juli 2011 bis April 2012

Kosten: 1,3 Mio. Euro

Eröffnung: 16. Juni 2012

Infos auf http://www.hard.at/

Veröffentlicht am 11.02.2014, Siedlungswasserwirtschaft (Abteilung I/11)