Unsere Flüsse lebenswert machen

So lautete das Motto der am 20.November 2019 stattgefundenen Auftaktveranstaltung für das erste integrierte LIFE Projekt „IRIS – Integrated River Solutions“ in Österreich.

Das vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus eingereichte Projekt, wurde Ende 2018 von der Europäischen Kommission bewilligt.
Somit war der Grundstein für das größte in Österreich durchgeführte LIFE Projekt gelegt. Insgesamt stehen in den nächsten 9 Jahren 16,5 Millionen Euro zur Verfügung, davon stellt die EU 10 Millionen bereit.

Der offiziellen Startschuss erfolgte im Rahmen einer Auftaktveranstaltung, an der über 100 Interessierte aus unterschiedlichen Sektoren wie Verwaltung, technischen Büros und NGOs zusammenkamen.

In Österreich haben vor allem die Maßnahmen für den technischen Hochwasserschutz und die Wasserkraftnutzung ihre Spuren hinterlassen. Wanderhindernisse und fehlende Überflutungsräume verstärken die negativen Folgen für die Fließgewässerökosysteme. Da der Schutz von Menschen vor Hoch­wassergefahren in jedem Fall höchste Priorität haben muss, sind neue Wege zu suchen, um die negativen Auswirkungen von Hoch­wasserschutzmaßnahmen auf unsere Gewässer möglichst gering zu halten.

Flüsse brauchen Raum und dieser soll im Zuge des LIFE IP IRIS-Projekts geschaffen werden. An sieben österreichischen Flüssen werden - auf einer Gesamtlänge von knapp 600 Flusskilometern - Planungsprozesse und Verbesserungsmaßnahmen durchgeführt, die in den Fachbereichen Gewässerökologie, Umweltschutz und Hochwasserschutz abgestimmt werden. Die fachliche Grundlage für diese Arbeiten ist das übergeordnete Planungsinstrument „Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzept (GE-RM)“.

Neuland in der Flussraum-Planung

Mit dem neuen Planungsinstrument „Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzept – GE-RM“ betritt Österreich in vielen Bereichen Neuland. Erstmals wird auch über Bundesländergrenzen hinweg geplant. Wenn am Ende die GE-RM-Maßnahmenkonzepte vorliegen, sind die Zielsetzungen des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans und des Hochwasserrisikomanagementplans auf regionaler Flussgebietsebene aufeinander abgestimmt.

 

Und wie gehen wir mit dem Lebensraum Fluss um, damit alle etwas davon haben?

Idealerweise so, dass Hochwasserschutz, Naturschutz und Gewässerökologie, aber auch Nutzungen durch den Menschen ganzheitlich betrachtet werden. Das ist das Ziel des Integrierten LIFE-Projekts „IRIS – Integrated River Solutions in Austria“.

Die Pilotgewässer

Um das Planungsinstrument GE-RM für unterschiedliche Gewässertypen testen zu können, wurden Flüsse unterschiedlicher Größe, sowohl im alpinen Bereich als auch im Flachland, ausgewählt. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurden zum ersten Mal alle sieben Pilotgewässer offiziell vorgestellt.
Auswahlkriterium war der dringende Handlungsbedarf sowohl in Bezug auf das Hochwassermanagement  als auch die Gewässerentwicklung. Dabei handelt es sich um:

  • die Donau in Oberösterreich und der Mün­dungsabschnitt des Donauzubringers Traun,
  • die Enns in Salzburg,
  • die Enns in der Steiermark,
  • die Drau zwischen Lienz und der Kärntner Landesgrenze mit dem Zubringer Isel in Tirol,
  • die Leitha in Nieder­österreich und im Burgenland,
  • die Lafnitz in der Steiermark und im Burgenland sowie
  • die Pielach in Niederösterreich.

Im LIFE IP IRIS-Projekt sollen länderübergreifenden Planungen getestet werden, um effiziente Wege für diese komplexen Abstimmungen entwickeln zu können.

Die Projektleitung liegt bei der Sektion Umwelt und Wasserwirtschaft des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. Als Projektpartnerinnen und Partner sind die Wasserbauverwaltungen der Länder Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Burgenland sowie die viadonau (Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH) und das Umweltbundesamt Wien mit an Bord.

Über LIFE

LIFE ist ein EU-Förderprogramm, das ausschließlich Umwelt- und Naturschutzvorhaben finanziell unterstützt. Seit dem Start des LIFE-Programms im Jahr 1992 wurden in Österreich 110 Projekte durch die Europäische Kommission gefördert. 133 Mio. Euro der insgesamt 305 Mio. Euro kamen von der Europäischen Union. Integrierte LIFE-Projekte („LIFE-IP-Projekte“) wurden 2014 in das Förderprogramm eingeführt. Sie dienen der direkten Umsetzung von Umwelt- und Klimaplänen sowie -strategien der EU.

Veröffentlicht am 20.11.2019, Umwelt und Wasserwirtschaft (Sektion I)