Flusseinzugsgebiet und Flussgebietseinheit

Das Flusseinzugsgebiet und die Flussgebietseinheit sind übergeordnete hydrologische Begriffe.

Das Flusseinzugsgebiet umfasst einen Fluss von der Quelle bis zur Mündung in das Meer. Dazu gehören auch alle seine Seitenbäche und die Grundwässer, die in diesem Gebiet vorkommen.

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bestimmen die einzelnen Einzugsgebiete innerhalb ihres jeweiligen Hoheitsgebiets und ordnen sie den internationalen Flussgebietseinheiten (FGE) zu. Sie bestehen aus einem oder mehreren benachbarten Einzugsgebieten.

Diese dienen als Basis für die großräumige Planung, die auch international abgestimmt und koordiniert werden muss und sind so Haupteinheiten für die Bewirtschaftung von Einzugsgebieten.

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten haben die Flusseinzugsgebiete und ihre dazugehörenden Küstengebiete in 110 Flussgebietseinheiten unterteilt. 40 davon haben grenzüberschreitenden Charakter.

Österreich hat Anteil an drei internationalen Flussgebietseinheiten

Die größte und wichtigste internationale Flussgebietseinheit, zu der Österreich gehört, ist die „Donau“. Sie umfasst Teilflächen von 19 Staaten! 80.593 km² dieser insgesamt 801.463 km² großen Einheit liegen auf österreichischem Staatsgebiet, das entspricht 96,1% der Fläche Österreichs.

Die Donau selbst ist rund 2.780 km lang, die Länge der Strecke in Österreich beläuft sich auf rd. 357 km. Die durchschnittliche jährliche Abflussmenge an der Donaumündung beträgt 6.500 m³/s. Die bedeutendsten Nebenflüsse bzw. Zubringer der Donau sind der Inn, die Drau, die March und - außerhalb des österreichischen Staatsgebiets - die Save, die Theiß und der Sereth.

Die zweite, bedeutend kleinere Einheit ist der „Rhein“. Teilflächen von neun Staaten haben Anteil an dieser FGE. Das Gebiet ist insgesamt 185.800 km² groß. Auf österreichisches Staatsgebiet entfallen 2.366 km², d.h. 2,8% des Staatsgebiets. Die bedeutendsten Nebenflüsse des Rheins liegen außerhalb Österreichs und sind die Aare, die Mosel, der Main, der Neckar, die Lahn, die Ruhr und die ILL.

Die dritte FGE, an der Österreich Anteil hat, ist die „Elbe“. An ihr sind Teilflächen von vier Staaten beteiligt. Insgesamt umfasst sie eine Fläche von 148.268 km². Der österreichische Flächenanteil beträgt nur 920 km², d.h. 1,1% der Fläche Österreichs. Die Elbe selbst besitzt keine Fließstrecke in Österreich. Hier liegen nur Zubringer.

Veröffentlicht am 02.11.2011, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3)