Ein 100jährliches Hochwasser - wie wird das berechnet?

Hochwasserschutz ist nach einheitlichen Methoden zu planen. Ein Leitfaden der Hydrographie Österreichs soll die Verfahren zur Abschätzung von Hochwasserkennwerten regeln.

Extremwertstatistik erfordert einheitliche Methoden

Die außergewöhnlichen Hochwasser der letzten 10 Jahre erforderten sowohl eine Neubewertung der Hochwasserkennwerte, als auch der Verfahren zur Abschätzung dieser - für die Planung von Schutzmaßnahmen - wichtigen Eingangsgröße. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Analysen zeigen auf, dass für eine flächendeckende Hochwasseranalyse bundesweit einheitliche Methoden erforderlich sind. Um diese Vorgangsweise festzulegen wurde von der Hydrografie Österreichs eine Arbeitsgruppe, mit dem Auftrag einen Leitfaden zu erstellen, eingerichtet.

Der Leitfaden legt die Vorgangsweise fest

Dieser Leitfaden beschreibt einerseits die in der hydrographischen Praxis angewandten Verfahren und legt andererseits fest, wie die Nachvollziehbarkeit und die Plausibilität der berechneten Kennwerte zukünftig dokumentiert werden soll.

Hydrologische Kenngrößen sind statistisch ermittelte Erwartungswerte, die eigentlich immer mit einer Unsicherheit – dem Schwankungsbereich – anzugeben sind. Ein Anliegen der Arbeitsgruppe war es, Strategien für den Weg vom statistischen Erwartungswert zum Bemessungswert der schutzwasserbaulichen Maßnahme festzulegen.

Wie reagieren wir auf Veränderungen?

Auch wenn der Einfluss der Klimaänderung auf das Hochwasserverhalten in Österreich zur Zeit noch nicht quantifizierbar ist, sind die Hochwasserkollektive fortlaufend mit neuen Daten des hydrographischen Messnetzes zu aktualisieren. Nur so kann ein eventuell vorliegendes Trendverhalten rechtzeitig festgestellt und bei der Bemessung von Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden.

Wer braucht den Leitfaden?

Der Leitfaden richtet sich sowohl an HydrologInnen und PlanerInnen von Hochwasserschutzanlagen als auch an die EmpfängerInnen und NutzerInnen von Hochwasserkennwerten.

Wie geht es weiter?

Um die theoretischen Grundlagen im Leitfaden mit Beispielen aus der Praxis zu verdeutlichen, sammelt die Hydrographie Österreichs charakteristische Fallbeispiele für eine weiter Broschüre „Anleitung zur Berechnung von Hochwasserkennwerten in der Praxisˮ die in Kürze hier als „Download“ zur Verfügung stehen wird.

Fragen zum Leitfaden beantworten wir Ihnen gerne. Die Kontaktadresse lautet in diesem Fall: peter.lorenz@bmnt.gv.at.

Veröffentlicht am 16.05.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)