Das Flächenverzeichnis - die Ordnung unserer Gewässer

Wo fließt der Zetzbach? Wenn Sie solche Fragen interessieren, dann schauen sie in die neuen Flächenverzeichnisse der Abteilung I/4.

Gewässernamen und Einzugsgebietsgrößen

Zu den grundlegenden hydrographischen Aufgaben gehört die Gliederung des Gewässernetzes, die Festlegung der Gewässernamen und die Ermittlung der Einzugsgebietsgrößen. Die Kenntnis der Größe eines Gewässergebietes ist eine grundlegende Kennzahl der hydrologischen Regionalisierung. Vor allem dann, wenn die Daten vom Punkt der Messung auf die Fläche bezogen und Messungen unterschiedlicher Einzugsgebiete miteinander verglichen werden, ist die Information über die Ordnung unserer Gewässer von großer Bedeutung.

Historisches

Dem entsprechend veröffentlichte das Hydrographische Zentralbüro gleich nach Beginn seiner Tätigkeit im Jahre 1896 ein Flächenverzeichnis. Im Jahr 1913 erschien das erste detaillierte Flächenverzeichnis für das Inn- und Salzachgebiet. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnten diese Arbeiten weitergeführt werden und es folgten ab 1949 weitere Flächenverzeichnisse für die anderen Flussgebiete. Die Abgrenzung der Einzugsgebiete für diese Generation der Flächenübersicht passierte ausschließlich mit den Höhenlinien der topografischen Karten des Bundesgebietes. Die Flächen wurden mit dem Planimeter per hand ermittelt. Mit den hochaufgelösten, digitalen Höhenmodellen und geographischen Informationssystemen - GIS - änderte sich die Festlegung der Einzugsgebiete grundlegend. Das detaillierte Kartenstudium wurde überwiegend durch die rechnerunterstützte Bearbeitung mit einer GIS - Software ersetzt. Der im Jahr 1995 erschienene Band Nr. 55 für das Draugebiet war das erste Verzeichnis, das auf diese - automatisationsunterstützte - Art bearbeitet wurde.

Beiträge zur Hydrografie Österreichs

Die Flächenverzeichnisse werden in der Schriftenreihe "Beiträge zur Hydrographie Österreichs", die vom BMNT, Abteilung I/4 - Wasserhaushalt (HZB) herausgegeben wird, veröffentlicht. Für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) musste ein digitales, topologisch einheitliches Gewässernetz - das österreichische Berichtsgewässernetz - entwickelt und die Einzugsgebietsgrenzen der Gewässer darauf abgestimmt werden. Mit den Heften 59, 60 und 61 der Beiträge zur Hydrographie Österreichs, veröffentlicht die Abteilung IV/4 - Wasserhaushalt die Flächenverzeichnisse des Drau-, Mur- und Ennsgebietes.

Neu: Donaugebiet von der Enns bis zur Leitha, Leitha-, Rabnitz- und Raabgebiet

Mit den Beiträgen zur Hydrografie Österreichs Heft Nr. 62 und 63 wurden im Jahr 2014 zwei neue Flächenverzeichnisse veröffentlicht. Das Heft 62 beschreibt das Flussgebiet der Donau von der Enns bis zur Leitha, das Heft 63 die Flussgebiete von Leitha, Rabnitz und Raab.

Die Abgrenzung der Teilflächen erfolgte mit Hilfe des vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) ermittelten digitalen Höhenmodells (DHM) - Rasterweite von 25 m, das um die Bruchkanten des digitalen Gewässernetzes ergänzt wurde.

Die Wasserscheiden beziehen sich auf die orographischen Einzugsgebiete. Auch Bäche, die zeitweise kein Wasser führen, Trockentäler, sowie in Moränengebieten sehr häufig vorkommende Kessel und Mulden scheinen in der Gliederung auf. Die Rohdaten (Einzugsgebietsgrenzen) für diese Beiträge wurden von den Hydrographischen Landesdiensten, sowie vom Umweltbundesamt zur Verfügung gestellt. Die Einzugsgebiete wurden bei Bestehen eines Gewässers - wie bisher - ab einer Größe von 1 km² abgegrenzt. Im Gegensatz zur früheren planimetrischen Flächenermittlung ist nunmehr kein rechnerischer Flächenausgleich mehr erforderlich, weil alle Rechenvorgänge mittels Koordinaten durchgeführt werden.

Künstliche Zu- und Ableitungen, Pegel sowie Flusskilometer sind in der Flächenstatistik nicht berücksichtigt, weil sonst der nahezu zeitlose Wert dieses
Beitrages durch die Änderungen im Messstellennetz und durch Regulierungsmaßnahmen beeinträchtigt würde. In diesem Zusammenhang darf auf die Hydrographischen Jahrbücher von Österreich verwiesen werden, in welchen sowohl die Größen der Pegeleinzugsgebiete, als auch die Lage der Pegel am Gewässer und die Überleitungstabellen veröffentlicht werden.

Sie arbeiten lieber digital?

Die Tabellen enthalten neben der Teileinzugsgebietsbezeichnung, die Flächengröße und die Flächennummern der entsprechenden Teileinzugsgebiete. In jedem Heft ist auch ein  alphabetisches Gewässerverzeichnis enthalten. Die Übersichtskarte soll als Orientierungshilfe dienen. Eine CD-ROM zu jedem Beitrag enthält detaillierte Informationen der Einzugsgebietsgrenzen als ArcGIS Shapes. Für deren Darstellung ist das Programm ArcView (Version 3.1 oder höher) oder Arc Info erforderlich.

So lange der Vorrat reicht, können die gedruckten Beiträge per E-Mail wasserhaushalt@bmnt.gv.at angefordert werden.

Eine Druckversion in pdf-Form ist im Downloadbereich verfügbar.

Veröffentlicht am 03.09.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)