Ausführliche hydrographische Charakteristik des Jahres 2007

Die Jahresmittelwerte der Lufttemperatur hatten in allen Einzugsgebieten ein über dem Durchschnitt liegendes Niveau.

Die Niederschlagssummen lagen nur an der Drau unter dem vieljährigen Mittelwert, sonst überall darüber. Bezogen auf das gesamte Bundesgebiet ergibt sich ein Überschuss an Niederschlag von circa 10 Prozent, der einem Abflussdefizit von knapp minus 10 Prozent gegenüber steht. Die Grundwasserstände lagen im Mittel mehrheitlich unter den Mittelwerten der Referenzzeitreihen.

Die Flussgebietsmittelwerte der Jahresmittel der Lufttemperaturen lagen im gesamten Bundesgebiet um mindestens plus 1 °C über den entsprechenden Normalwerten. Die größte positiven Abweichung wurden im Inngebiet unterhalb der Salzach mit plus 1,9 °C ermittelt, gefolgt vom Traungebiet, dem Marchgebiet sowie dem Flussgebiet Rabnitz und Raab mit plus 1,8 °C. Die kleinsten positiven Abweichungen wiesen das Rheingebiet und das Donaugebiet oberhalb des Inn mit plus 1,0 °C auf. Im Gesamtdurchschnitt für das Bundesgebiet ergab sich eine Überschreitung von plus 1,5 °C der Normalwerte 1961 bis 1990.

Höchstwerte der Lufttemperatur wurden im ganzen Bundesgebiet überwiegend zwischen 17. und 20. Juli beobachtet. Dabei wurden die bisher gemessenen Höchsttemperaturen an vielen Messstellen übertroffen. Das höchste Tagesmittel lag bei 31,7 °C (Wildendürenbach); dem gegenüber betrugen die abgelesenen Höchstwerte in Güssing 39,8 °C, in Eisenberg an der Pinka 39,5 °C gefolgt von Neusiedl am See und Bruckneudorf-Heidehof mit 39,0 °C.
 
Tiefstwerte der Lufttemperatur wurden in Österreich Ende Jänner und Mitte Dezember gemessen. Die Tagesmittel fielen dabei auf minus 14 °C bis minus 20 °C, die abgelesenen Tiefstwerte betrugen am Pitztaler Gletscher (2850 m) minus 23,1 °C gefolgt vom Sonnblick (3105 m) mit minus 22,9 °C und Tannheim (1090 m) mit minus 20,7 °C.

Die Jahresniederschlagshöhen lagen in allen Flussgebieten außer dem Draugebiet über den Normalzahlen 1961 bis 1990. Die geringsten Jahresniederschläge wurden im Draugebiet mit 91 Prozent der Normalwerte verzeichnet. Die höchsten Jahresniederschlagssummen wurden im Donaugebiet vom Kamp einschließlich bis zur Leitha (ohne March) und Moldau mit 127 Prozent im Rabnitz und Raabgebiet mit 126 Prozent und im Donaugebiet von der Traun bis zum Kamp (ohne Enns) mit 124 Prozent der Normalwerte ermittelt. Für das gesamte Bundesgebiet betrug die Jahresniederschlagshöhe 114 Prozent des Mittelwertes der Vergleichsreihe 1961 bis 1990. Im Jahresverlauf war vor allem der Monat April als besonders niederschlagsarm einzustufen mit Niederschlägen die im Mittel nur circa 10 Prozent der Normalwerte erreichten. Die größte positive Abweichung der Niederschläge von den Normalwerten wurde im Mittel für den Großteil des Bundesgebietes im September (243 Prozent) beobachtet.

Übernormale Jahresniederschläge wurden überwiegend an Messstellen in Flussgebiete im Norden und Osten beobachtet. Die größten Überschreitungen der Normalzahlen 1961 bis 1990 ergaben sich in Reichenau an der Rax (173 Prozent), in Puchenstuben (164 Prozent) und in Zurndorf (162 Prozent).
 
Unternormale Jahresniederschläge wurden großteils in den südlichen Flussgebieten verzeichnet. Die geringsten Mengen im Vergleich zum Normalwert ergaben sich am Farchtner See (70 Prozent), beim Loibltunnel (70 Prozent) und in Rosenbach (72 Prozent).
 
Starkniederschläge von mehr als 100 mm pro Tag fielen an 65 Messstellen des Bundesgebietes wovon die Mehrzahl dieser Messstellen in den nördlichen Flussgebieten lag. Dabei wurden an 19 Messstellen die bisher aufgezeichneten höchste Niederschlagstagessumme überschritten. Die größten Tagesniederschläge wurden überwiegend am 5. und 6. September gemessen. Die Höchstwerte traten in Innerhalbach mit 154,8 mm (bisher 162,4 mm) in Kienberg mit 143,4 mm (bisher 102,7 mm) und in Türnitz mit 141,4 mm (bisher 147,5 mm) auf.
 
Längste Niederschlagsperioden von mehr als 24 Tagen wurden nicht beobachtet. Die längsten Niederschlagsperioden lagen zwischen 15 bis 24 Tagen und traten insgesamt 189mal auf.
 
Längste Trockenperioden von mindestens 40 Tagen wurde 76mal beobachtet und war damit auch die am häufigsten aufgetretene längste Trockenperiode.
 
Die größte mittlere Anzahl der Tage mit Niederschlag wurde mit 190 Tagen im Donaugebiet oberhalb des Inn gefolgt vom Traungebiet mit 185 Tagen und dem Rheingebiet mit 183 Tagen ermittelt. Die geringste mittlere Anzahl mit 125 Tagen ergab sich im Rabnitz- und Raabgebiet. Die größte Anzahl der Tage mit Niederschlag betrug 222 (St. Gilgen, Sonnblick), die kleinste Anzahl 79 (Zistersdorf).
 
Im Mittel betrugen die größten Schneehöhen in den Niederungen bis 24 cm, in den Alpentälern bis 48 cm und auf den Bergen bis 159 cm. Im Hochgebirge wurden an den Messstellen größte Schneehöhen von 320 cm gemessen. Die größten Schneehöhen ergaben sich zu 3,20 m (Sonnblick), 2,90 m (Rudolfshütte) und 2,05 m (Lünersee).
 
Die Anzahl der Tage mit ununterbrochener Schneedecke (Winterdecke) lag im Mittel in den östlichen Flachgebieten und im Inngebiet unterhalb der Salzach bei 5 bis 7 Tagen, in den übrigen Gebieten bei 11 bis 52.
 
Die Anzahl der Tage mit Schneebedeckung war dagegen im Mittel in ganz Österreich je nach Höhenlage um 5 bis 45 Tage größer.

Gletscher

 
Die Massenbilanz der österreichischen Gletscher war im hydrologischen Jahr 2006/2007 allgemein negativ.

Die Witterung in den Gletscherregionen war durch überdurchschnittliche Temperaturen im ganzen Haushaltsjahr gekennzeichnet. Die Akkumulationsperiode von 1. Oktober 2006 bis 30. April 2007 war um 3,5 °C zu warm und am Alpenhauptkamm und südlich davon auch schneearm. Im April 2007 lagen die Temperaturen 5,5 °C über dem langjährigen Mittel, der Niederschlag betrug nur 10 Prozent des Normalwerts. Dadurch war die Akkumulationsperiode deutlich verkürzt. Auch im Mai und Juni waren die Temperaturen deutlich über dem Mittel. Erst Mitte August gab es vereinzelt Neuschneefälle. Am 3. September 2007 beendeten starke Schneefälle das natürliche Massenhaltsjahr an höher gelegenen Gletschern. An den tiefer gelegenen Zungen der großen Talgletscher endete die Ablationsperiode erst Mitte Oktober.
 
Die Massenbilanz auf die Fläche bezogen war allgemein stark negativ. Die Abweichungen von den Mittelwerten der Periode 1990/91 bis 1999/2000 waren beim Stubacher Sonnblickkees,  Hintereisferner und Jamtalferner am größten und übertrafen jeweils das Doppelte des langjährigen Mittels.
 
Das Flächenverhältnis Ac/A, der Anteil des Akkumulationsgebietes an der gesamten Gletscherfläche, lag den niedrigen Bilanzen entsprechend zwischen 0,0 und 0,24, und damit weit unter dem Mittelwert der Dekade 1991 bis 2000.
 
Die mittlere Höhe der Gleichgewichtslinie lag beim Hintereisferner, Jamtalferner, Wurtenkees und Goldbergkees oberhalb des Gletschers beziehungsweise war nicht feststellbar. Die Gleichgewichtslinie lag bei allen Gletschern deutlich höher als im Mittel der Dekade 1991 bis 2000.
 
Die Längenmessungen des österreichischen Alpenvereins erfassten im Berichtsjahr 93 Gletscher in ganz Österreich. Erstmals seit 2002/2003 sind wieder alle Gletscher zurückgegangen. In der Dekade1991 bis 2000 waren 3 Prozent vorgestoßen, 6 Prozent stationär geblieben und 91 Prozent zurückgegangen.

Abfluss

Die mittleren Jahresabflüsse der bedeutendsten Gewässer Österreichs lagen im Jahr 2007 vielfach unter beziehungsweise um den Mittelwert der 10-jährigen Vergleichsreihe 1991 bis 2000. Für das gesamte Bundesgebiet resultiert daraus ein gewogener Mittelwert der Jahresabflüsse, der 92 Prozent des gewogenen Mittels des Zeitraums von 1991 bis 2000 beträgt. An allen größeren Gewässern Österreichs, am Rhein, Inn, Donau, Mur und an der Drau traten unterdurchschnittliche Abflüsse von circa 80 Prozent bis etwas über 90 Prozent der Mittelwerte auf. Im Süden und Südosten Österreichs wurden an der Raab, Gurk und Gail sogar unterdurchschnittliche Abflüsse von 65-75 Prozent gegenüber dem Mittelwert beobachtet. Im Inneralpinen Bereich, an der Bregenzerach und am Kamp waren durchschnittliche Abflüsse (95-105 Prozent des Mittels) vorherrschend. Überdurchschnittliche Abflüsse traten lediglich an der Steyr auf.

Die Jahresgrößtabflüsse traten an der Donau sowie an vielen anderen Gewässern in den niederösterreichischen und steirischen Nordalpen vorwiegend im Monat September auf. Im Westen und südlich des Alpenhautkamms wurden die Jahreshöchstabflüsse vorwiegend im Juli verzeichnet. Darüber hinaus wurden Jahreshöchstabflüsse im Jänner im Innviertel, im März im Einzugsgebiet der March und Thaya, im Mai an der Steyr und im November an der Gail beobachtet.
Aufgrund der geringen Niederschläge seit September 2006 und der fehlenden Schneedecke waren an vielen Gewässern Österreichs im ersten Halbjahr 2007 die Abflüsse unterdurchschnittlich. An der Donau betrugen sie nur circa 75 Prozent der mittleren Jahresfracht. Auch die Wasserstände der meisten österreichischen Seen lagen unter den durchschnittlichen Werten.
Am 09. und 10. Mai 2007 führten intensive und lang anhaltende Niederschläge vor allem in den Staulagen am nördlichen Alpenrand zu deutlichen Anstiegen der Wasserführungen der Fließgewässer in Vorarlberg und von Salzburg bis ins westliche Niederösterreich. Auf Grund der vorangegangenen Niederwassersituation kam es aber maximal zu circa 1-jährlichen Hochwasserabflüssen an der Donau und an wenigen weiteren Gewässern.
Am 09. und 10. Juli verursachten ergiebige Niederschläge in einigen Flussgebieten in Tirol und in Kärnten Hochwasserspitzen der Jährlichkeit 1 bis 3 Jahre. Ein Niederschlagsschwerpunkt lag im Gebiet der oberen Mur. An den Murpegeln im Lungau wurden circa 5-jährliche Abflussspitzen und in der Steiermark bis in den Raum Leoben circa 2-4 jährliche Ereignisse registriert. Ab Bruck an der Mur blieb die Wasserführung unter der Hochwassergrenze.
Trotz der Niederschläge im ersten Halbjahr 2007, die in Summe dem langjährigen Mittelwert für Österreich entsprachen, führten viele Flüsse und Bäche bis Ende August nur unterdurchschnittliche Abflüsse.
Die außergewöhnlich hohen Niederschlagssummen von circa 300 mm vom 06. bis 09. September verursachten eine angespannte Hochwassersituation an allen Gewässern von der Enns nach Osten, um den Ostalpenbogen herum, bis zu den Flüssen im südlichen Wiener Becken. In der Steiermark führten die Mürz und die Lafnitz Hochwasser, im Burgenland die Rabnitz und die Leitha. Die am stärksten betroffenen Gewässer waren die Ybbs (>HQ100 im Oberlauf), die Erlauf und die Traisen mit jeweils HQ50 im Unterlauf. Die Donau erreichte in der Nacht vom 07. auf den 08. September 2007 ein Hochwasserereignis der Jährlichkeit HQ10 bis HQ20, welches das größte Ereignis seit 60 Jahren in der ersten Septemberhälfte war.
Das seit Herbst 2006 bestehende Defizit im Wasserhaushalt konnte etwas ausgeglichen werden.

Die Jahreskleinstabflüsse wurden vorwiegend im Jänner und August aber auch in den Monaten Februar und Juli beobachtet. Die Donau verzeichnete ihre Tiefstwerte am 1. Jänner.
 
Die höchsten Wassertemperaturen wurden vorwiegend im Juli gemessen. Im Jahr 2006 traten die Maxima an den Fließgewässern an den Messstellen Marchegg/March am 20. Juli mit 29,2 °C, in Schwechat (Hallenbad)/ Schwechat mit 28,9 °C am 16. Juli und in Imbach/Krems mit 28,6 °C am 20. Juli auf. Die höchsten Seetemperaturen wurden am Neusiedlersee um den Bereich der Messstelle Breitenbrunn (Seebad) mit 31,9 °C am 20. Juli beziehungsweise bei der Station Apetlon-Staatsgrenzpunkt-(A79) und Rust (Seebad) mit 31,3 °C auch am 20. Juli beobachtet.

Eisbildungen traten aufgrund des milden Winters seltener auf als in den vergangenen Jahren und wurden an den Fließgewässern vorwiegend in den Monaten Jänner bis März und Dezember beobachtet.


Unterirdisches Wasser - Quellen

An 42 der ausgewerteten 81 Quellen waren die Schüttungen 2007 im Jahresmittel unterdurchschnittlich, an einer Messstelle waren sie durchschnittlich und an 20 überdurchschnittlich. Für 18 Messstellen kann - wegen zu kurzer Beobachtungsdauer oder Datenausfällen in Folge von Naturereignissen und technischen Defekten - keine Aussage getroffen werden. An 33 Messstellen wurde das Jahresmaximum der Schüttung in der zwischen dem 05. und dem 12. September registriert, bei 7 weiteren Messstellen ebenfalls noch im September.

Im Rheingebiet und im Donaugebiet oberhalb des Inn und lagen die Quellschüttungen im Jahresmittel überwiegend unter dem Durchschnitt. Dabei zeigten die Quellen in Vorarlberg höhere Werte als 2006, jene in Tirol niedrigere. An 4 Messstellen wurde hier die höchste Schüttung im September gemessen. Im Inngebiet oberhalb der Salzach und im Salzachgebiet und im Inngebiet unterhalb der Salzach gab es 2007 nur 3 Quellen deren mittlere Jahresschüttung überdurchschnittlich war. An 5 Messstellen war sie größer als 2006. An 4 Quellen trat das Schüttungsmaximum 2007 im Juli auf an 15 Quellen im September. Vom Traungebiet bis zum Donaugebiet zwischen Enns und March lagen die Jahresschüttungen jeweils zur Hälfte über beziehungsweise unter dem langjährigen Mittel, aber lediglich an 4 Messstellen über denen von 2006. An 5 Messstellen wurden die Jahresmaxima am 9. beziehungsweise 10. Mai gemessen, an 14 Messstellen zwischen dem 7. und dem 12. September. Die mittlere Jahresschüttung der Geyerquelle im Moldaugebiet lag sowohl über dem Mittelwert als auch über jener von 2006. Im Leithagebiet, Raabgebiet und Murgebiet wurden mit einer Ausnahme Jahressschüttungen gemessen die unter jenen von 2006 lagen. Im Vergleich mit dem langjährigen Mittel waren sie aber auch hier teils über und teils unterdurchschnittlich. 5 Messstellen zeigten das Jahresmaximum im September, eine Messstelle im Murgebiet am 9. Mai. Im Draugebiet wurde nur an der Unionquelle eine Jahresschüttung über dem langjährigen Mittelwert gemessen. Ebenfalls nur hier und an der Schwarzbodenquelle lagen die Schüttungswerte über denen von 2006. An 6 Messstellen wurde das Jahresmaximum zwischen dem 10. und 13. Juli verzeichnet, an 2 Messstellen im September.

Grundwasserstand

Zur generellen Charakterisierung der in den einzelnen Porengrundwassergebieten eingetretenen Veränderungen zum Vorjahr werden die mittleren Differenzen der Jahresmittel der Grundwasserstände und ihre Summenhäufigkeiten herangezogen (siehe Jahrbuch-Tabelle 4). Die Aussagen dieser Tabelle sind unter Berücksichtigung fallweise zu geringer Messstellenanzahlen, unterschiedlicher Messstellendichten auch innerhalb einzelner Gebiete und fehlender Flächengewichtung von Einzelmessstellen zu interpretieren. Im Jahr 2007 wiesen von den in die Auswertung einbezogenen 180 Porengrundwassergebieten 138 negative und 26 positive mittlere Differenzen zum Vorjahr auf und in 13 Gebieten war keine Auswertung möglich. 3 Gebiete wiesen exakt den gleichen mittleren Grundwasserstand wie im Vorjahr auf.

Im Vorarlberger Rheintal waren die Grundwasserverhältnisse das ganze Jahr über unterdurchschnittlich, insbesondere im Mai wurden an einigen Messstellen neue Monatsminima gemessen. Im übrigen Vorarlberg lagen die Grundwasserstände von April bis Juni zum Teil deutlich unter dem langjährigen Mittel, sonst aber im Bereich des Mittelwertes und im Walgau auch darüber.

In Tirol waren 2007 die Grundwasserstandswerte in Teilen des Außerferns, dem Leutascher und dem Scharnitzer Becken überdurchschnittlich. Überall sonst in Tirol lagen die Grundwasserspiegel von Jahresbeginn bis Anfang September – mancherorts auch deutlich – unter dem langjährigen Mittelwert. Nach starken Niederschlägen Ende August kam es in Nordtirol verbreitet zu einem Grundwasseranstieg auf mittlere Verhältnisse, die aber teilweise nur bis Anfang November anhielten. In Osttirol lagen die Grundwasserstände das ganze Jahr über im Bereich des jeweiligen jahreszeitlichen Minimums.

In Salzburg schwankten die Grundwasserstände von Jänner bis inklusive August um den Mittelwert. Anfang September stiegen sie infolge großer Niederschlagsmengen um circa 1,5 m an, sanken aber bis Mitte Oktober wieder auf ein durchschnittliches Niveau. Mitte November folgte ein zwar geringerer aber nachhaltigerer Grundwasseranstieg der bis Jahresende für überdurchschnittliche Verhältnisse sorgte.

In Oberösterreich lagen die Grundwasserspiegel bis Anfang September unter dem langjährigen Mittel, dann kam es auch hier zu einem Ansteigen des Grundwassers. Im Mattigtal, Vöckla-Agergebiet und im Eferdinger Becken sank es aber schnell wieder ab und ein mittleres Niveau wurde dort erst nach dem neuerlichen Anstieg Mitte November erreicht.

In Niederösterreich zeigten in den Gebieten der südlichen Donauzubringer, im Südlichen Machland und in der Ybbser Scheibe die Jahresganglinien einen ähnlichen Verlauf. Bis Anfang September waren die Werte nur im Erlauftal überdurchschnittlich überall sonst unterdurchschnittlich. Die starken Niederschläge führten auch hier zu einem kräftigen Grundwasseranstieg mit zum Teil extremen Spitzen. Der folgende Anstieg im November brachte den Grundwasserspiegel im Südlichen Machland, in der Ybbser Scheibe, im Enns- und Ybbstal in den Bereich des Mittelwerts, im Erlauf-, Pielach- und Traisental wurden neue Maximalwerte für Dezember verzeichnet. Im Pöchlarner Feld wurden das ganze Jahr über Grundwasserstände auf Höhe des Maximums für die jeweilige Jahreszeit gemessen. Ab September wurden an manchen Messstellen sogar neue Maxima beobachtet.

Im Lainsitzgebiet, Horner Becken und Tullner Feld lagen die Grundwasserspiegel zu Beginn des Jahres im Bereich des Mittelwertes oder etwas darüber. Von diesem Ausgangswert fielen die Grundwasserstände – mancherorts Anfangs April von einem geringen Anstieg unterbrochen – kontinuierlich bis Anfang September auf unterdurchschnittliche, im Göllersbachtal sogar minimale Werte. Durch den folgenden ebenso kontinuierlichen Anstieg wurden bis Jahresende wieder überdurchschnittliche Werte erreicht.

Im Zayatal waren die Verhältnisse das ganze Jahr 2007 unterdurchschnittlich, während sie im Marchtal und teilen des Marchfelds überdurchschnittlich waren. Im Südlichen Wiener Becken, Teilen des Marchfelds und im Gebiet Fischamend bis Hainburger Pforte lagen sich die Grundwasserstände bis April nahe am langjährigen Mittelwert. Dann sanken sie kontinuierlich ab und erst Anfang September infolge der starken Niederschläge begannen sie wieder zu steigen. Zu Jahresende wurden dann überdurchschnittliche Werte gemessen.
 
Im Nord- und Mittelburgenland lagen die Grundwasserstände bis Anfang September zum Teil deutlich unter dem Durchschnitt. Dann kam es zu einem Anstieg auf mittlere Verhältnisse, die bis Jahresende erhalten blieben.

In den Grundwassergebieten des Südburgenlandes und der Südoststeiermark begann das Jahr 2007 mit unterdurchschnittlichen Grundwasserständen. Ende März kam es zu einer kurzfristigen Spitze mit überdurchschnittlichen Werten, danach sanken die Grundwasserspiegel im Frühjahr und Sommer auf zum Teil erheblich unterdurchschnittliche Stände ab. In Folge der reichen Niederschläge Anfang September wurden nach Abflauen der Spitze zumeist mittlere Werte erreicht.

Im Grazer und Leibnitzer Feld waren die Werte das ganze Jahr über unterdurchschnittlich, aber nicht extrem. Im Oberen Ennstal und im Mürztal lagen die Grundwasserstände bis Anfang September unter dem langjährigen Mittelwert, teilweise wurden von Mai bis August neue Monatsminima gemessen. Anfang September kam es auch hier zu einem Anstieg mit dem mittlere Verhältnisse eintraten. Vom Oberen bis ins Mittlere Murtal lagen die Grundwasserstände bis Mitte April im Durchschnitt, dann stagnierten sie und lagen so unter dem Mittel. Nach dem Abflauen der Spitze infolge der großen Niederschlagsmengen Anfang September herrschten bis Jahresende mittlere Verhältnisse.

In Kärnten waren die Grundwasserverhältnisse im Oberen Drautal und im Krappfeld 2007 durchschnittlich. In den übrigen Grundwassergebieten lagen die Grundwasserstände ganzjährig unter dem Mittel. Im Rosental wurden teilweise Werte im Bereich des Minimums für die jeweilige Jahreszeit gemessen.

Weitere Informationen zur hydrographischen Charakteristik des Jahres 2007 finden sie im Hydrographischen Jahrbuch von Österreich 2007, das sie zur Gänze herunterladen können - siehe LINK auf dieser Seite.

Veröffentlicht am 22.07.2019, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)