Hydrographische Übersicht Österreichs – Jänner 2018

Auf Grund der außergewöhnlich hohen Temperatur gab es Niederschlag in Form von Schnee nur oberhalb von 500 bis 800 m ü. Adria. Relativ warme Luftmassen vom Atlantik brachten viel Niederschlag nach Österreich und damit überdurchschnittlich hohe Abflüsse an vielen Gewässern.

In Wien gab es nur 4 Tage mit Frost, so wenig wie noch nie beobachtet.

Ein winterliches Kältehoch mit kalten, kontinentalen Luftmassen aus Nordeuropa konnte sich im Alpenraum im Jänner 2018 nicht ausbilden. Beständig wurde relativ warme Luft vom Atlantik nach Mitteleuropa geführt und sorgten für einen der wärmsten Wintermonate seit Beginn der über 250-jährigen Messgeschichte der ZAMG.

Trotz überdurchschnittlichem Niederschlag, nur wenig Schnee in den Tälern.

Die Anströmung atlantischer Tiefdrucksysteme in den Ostalpenraum verursachte nicht nur ausgesprochen hohe Temperaturen, sondern auch in vielen Regionen überdurchschnittlich viel Regen. Das Flächenmittel der auf Österreich bezogenen Niederschlagsumme im Jänner 2018 übertraf den Mittelwert der Vergleichsreihe 1981 bis 2010 um 70 Prozent. Von Vorarlberg bis Salzburg, in Osttirol und im Nordwesten von Kärnten gab es besonders viel Niederschlag, der in tiefen Lagen meist als Regen fiel und damit sehr rasch den Abfluss in den Gewässern erhöhte. Im Tiroler Lechtal, im Tiroler Oberland und in Osttirol wurde das Niederschlags-Monatsmittel um das 3-fache überboten. Nur vom Waldviertel über das nördliche Burgenland bis in die östliche Steiermark und in Südkärnten blieb die Niederschlagssumme leicht unter dem Durschnitt bis ausgeglichen.

Meist überdurchschnittliche Abflussverhältnisse, Hochwasser an der Donau.

Das Jahr beginnt trüb und feucht mit Niederschlägen die bis auf 1000 bis 1500 m ü. Adria in Form von Regen fallen. Durch die Kombination von Schneeschmelze und Niederschlag steigt der Abfluss in den Gewässern von Vorarlberg bis in das niederösterreichische Mostviertel auf für in dieser Jahreszeit überdurchschnittliche Höhe. Am Pegel Kennelbach/Bregenzerach erreicht das Abflusstagesmittel am 5. Jänner einen Wert der in der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 noch nie erreicht wurde. Abflussfrachten zwischen plus 20 Prozent bis plus 70 Prozent über dem Mittelwert, summierten sich im Monatsverlauf an den Pegeln der größeren Gewässer, Rhein, Inn, Salzach, Mur und Traisen. Ebenfalls deutlich über dem Mittelwert blieben die Abflüsse an den Gewässern in Kärnten. Die Abflussfrachten der Gewässer aus dem steirischen und oberösterreichischen Salzkammergut – Traun, Enns und Ybbs – übertrafen den Vergleichswert des Jänners um das Doppelte. An der Donau bei Wien wurde am 5. Jänner 2018 der einjährliche Hochwasserwert erreicht beziehungsweise geringfügig überschritten.

Nach wie vor wenig Abfluss im Norden und Osten Österreichs.

Im Gegensatz zu den Gebieten mit überdurchschnittlichem Niederschlag und Abfluss, blieb der Niederschlag im Wald- und Weinviertel im Bereich des Jänner-Mittelwertes der Vergleichsperiode. Das reichte an der Thaya im Waldviertel nicht aus, die Abflussfracht auf ein mittleres Niveau zu heben. Zumindest wurde am Pegel Raabs an der Thaya am 25. Jänner das erste Mal seit Mai 2017 ein vieljähriger Tagesmittelwert an einem Tag erreicht. Der Monatsmittelwert allerdings weist ein Defizit von minus 30 Prozent vom Mittelwert auf.

Grundwasser

In vielen Grundwassergebieten von Vorarlberg bis in den Westen Niederösterreichs zeigten die Ganglinien im Jänner zwei Grundwasserspitzen, meist um den 5. und 24. Jänner. In vielen Gebieten im Westen wurden aber auch im ersten Jänner-Drittel steigende Grundwasserstände beobachtet und danach gleichbleibende oder sinkende Wasserstände. In Ober- und Niederösterreich sowie im Nordburgenland herrschten in weiten Teilen im Jänner steigende Verhältnisse. In Kärnten und der Obersteiermark wurden oft in den ersten acht Jänner-Tagen sinkende oder gleichbleibende Werte gemessen, dann einige Tage lang steigende Werte und im Anschluss wieder sinkende Werte.

Veröffentlicht am 19.02.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)