Hydrographische Übersicht Österreichs – Jänner 2019

Erstmals seit März 2018 war es im Jänner 2019, vor allem in den westlichen alpinen Lagen, kälter als im vieljährigen Durchschnitt. In der ersten Monatshälfte schneite es fast täglich, an einigen Messstellen wurden Neuschneerekorde gemessen. Überdurchschnittliche Temperaturen und Niederschläge erhöhten zur Monatsmitte den Abfluss in den Gewässern in den Flach- und Hügelgebieten im Norden und Osten.

Sehr kalt in den alpinen Gipfellagen, ansonsten entsprach die Lufttemperatur einem normalen Wintermonat.

Wetterlagen die feuchte und kühle Luft aus Nord und Nordwest an die Alpen führte waren es, die die Lufttemperatur in den alpinen Regionen im Jänner 2019 deutlich unter den vieljährigen Mittelwert drückten. Eine stabilere Hochdruck-Wetterlage stellte sich erst in der zweiten Monatshälfte ein und beendete die tiefwinterliche Witterungsphase. In den Niederungen von Ober- und Niederösterreich, im Burgenland, der südlichen Steiermark sowie im Osten Kärntens war es mit plus 0,5 bis 1,5 °C etwas wärmer als in einem durchschnittlichen Jänner. In den alpinen Regionen war es um 3,6 °C deutlich kälter als im vieljährigen Mittel.

Von Vorarlberg bis ins Mostviertel sehr viel Schnee

Anhaltende Nord- und Nordwestwetterlagen brachten vor allem in Nordtirol und Salzburg sehr viel Niederschlag und eine kritische Schneesituation mit Verkehrsbehinderungen, Stromausfällen und durch die Schneelast umgestürzte Bäume. Die außergewöhnlichen Neuschneemengen erhöhten die Lawinengefahr von Vorarlberg über Tirol und Salzburg, dem Salzkammergut, der Obersteiermark bis zum Semmering-Raxgebiet an einigen Tagen bis zur höchsten Stufe. Vom 30. Dezember 2018 bis Mitte Jänner 2019 schneite beziehungsweise regnete es von Vorarlberg bis in das niederösterreichische Mostviertel fast täglich. An den Messstellen der Hydrographie Österreichs beträgt die Niederschlagssumme der ersten 2 Wochen des Jahres 2019 - nördlich des Alpenhauptkammes - zwischen 200 und 400 mm. Das sind je nach Höhenlage circa ein Fünftel bis ein Viertel der Jahresniederschlagssumme.

Der überdurchschnittliche Niederschlag im Jänner 2019 ist nach der Trockenheit 2018 positiv für die Wasserbilanz

Nach langen Trockenperioden, die bis in den Herbst 2018 anhielten, ist die überdurchschnittliche Niederschlagssumme im Jänner 2019 für die Wasserbilanz in vielen Regionen Österreichs ein willkommener Ausgleich. Vor allem in den alpinen Regionen im Westen Österreichs wurde sehr viel Niederschlag als Schnee gespeichert und wird so die Abflusssituation bis in das Frühjahr positiv beeinflussen. Bei annähernd mittleren Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen ergibt sich aus der Schneeschmelze allein, auch im Frühling keine außergewöhnliche Hochwassergefahr.

Grundwasser

Im Westen Österreichs waren die Grundwasserverhältnisse im Jänner je nach Höhenlage des Grundwasserneubildungsgebiets und der Speicherfähigkeit des Aquifers entweder den ganzen Monat über sinkend, den ganzen Monat steigend oder bis zur Monatsmitte beziehungsweise zum Beginn der letzten Jännerwoche steigend und danach sinkend. In Oberösterreich Niederösterreich und dem Großteil des Burgenlands stieg das Grundwasser überwiegend an, teilweise stagnierte es. In manchen Gebieten wurden auch hier die steigenden Werte ab der Monatsmitte oder mit Beginn der letzten Jännerwoche von sinkenden Werten abgelöst. Im Süden Österreichs wurden meist sinkende Grundwasserstände beobachtet.

Veröffentlicht am 25.02.2019, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)